Lara Gut Der Ski-Star bekocht seine Familie

Im Winter sieht Skirennfahrerin Lara Gut ihren jüngeren Bruder äusserst selten. Zum Saisonende lädt die Vize-Weltmeisterin deshalb das ganze Team Gut zum Znacht ein und kocht im «Carretta» in Davos gleich selbst.

Jesses, wenn die Gäste das wüssten! Im Restaurant von Antonio Sellitto essen ein Dutzend Fans des HC Davos Pizza. Sähen die jungen Herren, wer in der Küche steht, sie würden wohl im «Carretta» sitzen bleiben - und den heutigen Match sausen lassen. Lara Gut, 21, belegt den Ravioliteig mit Büffelmilchquark und Rosmarin. Verstreicht die Füllung mit einem heissen Spachtel. «Mmh, Antonio, wie dein Rosmarin duftet!» Im Stübli sitzt das Team Gut: Vater Pauli, Assistenztrainer Luca und Servicemann Babi. Sogar Ian, 17, ist da. Laras kleiner Bruder fährt Junioren-Rennen - im Winter sind sie kaum je am selben Ort.

Die Herren begutachten hungrig die Erinnerungsfotos von Antonio. Kaum ein Sportstar, den der gebürtige Süditaliener nicht schon getroffen hat. Skistar Lara kommt immer vorbei, wenn sie gerade in Davos trainiert. «Ich koche noch lieber, als ich esse.» Sie zieht die Pfanne vom Herd. «Ravioli alla Lara sind fertig!»

Beim Essen bespricht sie das Riesenslalom-Training vom folgenden Tag. Am 17. März ist Weltcupfinal in Lenzerheide GR. Auf die vergangene Saison mag Lara erst zurückblicken, wenn das letzte Tor gefahren ist. Das Programm danach steht: «Mitte April muss ich meine Maturarbeit abgeben.» Lara will über die Vergabe der Olympischen Spiele schreiben. «Gehts wirklich um Sport oder eigentlich nur um Politik?» Ihr Ragusa-Schoggimousse lässt sie Ian fertig essen. Der Kellner fragt: «Signora, wo ist Ihr Teller?» - «Bei meinem Bruder. Er ist noch ein ‹po magrino›.» Ian grinst. Wenn der Frühling kommt, ist die neckende grosse Schwester zurück.

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