Credit Suisse Sports Awards Die Eishockey-Schweiz hat doppelten Grund zur Freude

Die ersten Gewinner der Credit Suisse Sports Awards 2018 sind bekannt: Die Schweizer Eishockeynati und ihr Erfolgstrainer Patrick Fischer gewinnen die begehrten Awards. Und auch Théo Gmür und Julien Wanders dürfen sich über einen Award freuen.
Eishockey-Nationalmannschaft
© Keystone

Simon Moser witzelt bei der Rede - und lässt den Kantönligeist spürbar werden. «Als Berner habe ich mit YB gerechnet», gibt er ehrlich zu. 

Die Eishockey-Schweiz hat heute an den Credit Suisse Sports Awards gleich doppelten Grund zur Freude: Nicht nur die Eishockey-Nationalmannschaft holt die begehrte Trophäe als «Schweizer Team des Jahres», sondern auch Erfolgstrainer Patrick Fischer wird in den SRF-Studios geehrt. Er erhält den Titel «Trainer des Jahres».

Gegen die Young Boys durchgesetzt

Das Schweizer Eishockey-Nationalteam konnte sich bei der Jury, die aus diversen Sportredaktionen der Schweizer Medienlandschaft sowie Sportlerinnen und Sportlern bestanden hatte, gegen seine Konkurrenten durchsetzen. Die Silber-Helden von der Weltmeisterschaft in Kopenhagen konnten mit ihrem Ehrgeiz und ihrem Kampfgeist auch die Jury überzeugen. «Ich als Berner habe eigentlich mit einem YB-Titel gerechnet, aber wir nehmen den Award sehr gerne an», witzelte Eishockeyspieler Simon Moser.

Galerie: Diese Teams, Trainer, Behindertensportler und Newcomer waren nominiert

An zweiter Stelle landeten die Fussballhelden des BSC Young Boys, die trotz verpassten Titels eine herausragende Saison 2017/18 zu Buche stehen haben. Zum ersten Mal seit 32 Jahren holten die Hauptstädter wieder den Meistertitel, zudem durften die Gelb-Schwarzen zum ersten Mal überhaupt an der Champions League teilnehmen. An die Meistersaison schliessen die Young Boys in der laufenden Saison nahtlos an.

An dritter Stelle reihte sich das Ski-alpin-Team der Schweiz ein. Wendy Holdener, Michelle Gisin, Ramon Zenhäusern und Denise Feierabend hatten gegen die beiden anderen Teams allerdings nur geringe Chancen. Holdener, Gisin und Zenhäusern haben allerdings in der Einzelkategorie noch die Möglichkeit, heute Abend einen Preis mit nach Hause zu nehmen.

Äusserst knapper Entscheid bei den Trainern

Patrick Fischer, Nationaltrainer der Eishockey-Nationalmannschaft, holt den Titel als «Trainer des Jahres». Allerdings fiel die Entscheidung äusserst knapp aus. Mit nur 0.3 Prozentpunkten setzte sich der 43-jährige Zuger gegen Adi Hütter, 48, durch. Der Österreicher hatte die Young Boys vergangene Saison zum ersten Meistertitel seit 1986 geführt und geniesst in der Hauptstadt seither Heldenstatus.

Patrick Fischer
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Darf sich über den Titel «Trainer des Jahres» freuen: Patrick Fischer.

Wanders holt sich den Sieg

Der 22-jährige Leichtathlet Julien Wanders hat den Award als «Newcomer des Jahres» erhalten. Der Langstreckenläufer hatte erst im Februar den Schweizer Halbmarathon-Rekord auf 1:00:09 Stunden senken können. Einen Monat später überraschte er an der Halbmarathon-WM in Valencia mit dem starken 8. Rang.

Theo Gmür
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Konnte nicht live im Studio mit dabei sein, freute sich dennoch sehr über die Auszeichnung: Theo Gmür. 

Wanders bedankte sich bei seiner Familie, Freunden, den Sponsoren, dem Verband und vielen weiteren Personen. «Ich werde noch härter arbeiten, um noch weiter zu kommen im nächsten Jahr. Ich hoffe, dass das Jahr 2019 ein gutes wird!»

Der Entscheid bei den Newcomern fiel äusserst knapp aus. Mit nur 0.3 Prozentpunkten setzte sich Wanders gegen den Schwimmer Jérémy Desplanches durch. Als weiterer Nominierter folgte Radfahrer Marc Hirschi auf Platz 3.

Gmür klarer Sieger

Auch der «Behindertensportler des Jahres» durfte seine Trophäe in Empfang nehmen. Skifahrer Théo Gmür, 22, aus Haute-Nendaz im Wallis holte an den diesjährigen Paralympics in Pyeongchang gleich drei Goldmedaillen. Damit übertraf er nicht nur sein persönliches Ziel von einer Medaille, sondern hielt auch die Flagge der Schweizer Delegation hoch. Er durfte sich als einziger Schweizer Athlet olympisches Edelmetall umhängen lassen.

Théo Gmür
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Zeigte Flagge und bewies Humor: «Behindertensportler des Jahres» Théo Gmür.

Gmür setzte sich klar vor den beiden Rollstuhl-Leichtathleten Marcel Hug und Manuela Schär durch und zeigte sich überrascht. «Es ist völlig unerwartet, heute hier Abend zu stehen, ich habe Mühe, das zu analysieren.» Es sei Wahnsinn, mit der Trophäe nach Hause zu gehen. «Vielleicht gehe ich in die Geschichte ein als Vertreter meiner Sportart, das kommt auch nicht so oft vor», witzelte der Walliser.

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