Rinderknecht & Sempach Die Königin über den König

Miss Schweiz Dominique Rinderknecht erlebte den Sieg von Schwingerkönig Sempach Matthias hautnah mit. In der «Schweizer Illustrierten» schreibt sie, was sie am Schwingen, an den Schweizern und am neuen König so fasziniert.
Miss Schweiz Dominique Rinderknecht und Schwingerkönig Matthias Sempbach
© Schweizer Illustrierte / Reuters

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest und der Sieg von Matthias Sempach war für Dominique Rinderknecht ein «riesiges Highlight», schwärmt die Miss Schweiz.

Sempach hat seinen Sieg total verdient. Er hat sich fair durchgekämpft bis zum Ende und sich so seinen Kindheitstraum erfüllt. Alle Menschen haben Träume, doch nicht alle zeigen ein solches Durchhaltevermögen, um sie Realität werden zu lassen. Ich wünsche ihm für die drei Königsjahre nur das Beste!

Sempach passt genau in seine Rolle als (Schwinger-)König, denn er ist authentisch. Er verkörpert den starken Mann, der bodenständig und bescheiden ist. Seine emotionale Seite macht ihn umso sympathischer und ist auch ein Grund für seine Beliebtheit bei uns Frauen. Es hat mich sehr berührt, als er - als starker Mann - seine Gefühle mit Tränen ausgedrückt hat. Es erging mir an der Miss-Schweiz-Wahl ähnlich. Manchmal kann man seine Emotionen nicht verstecken. Und genau solche Momente bringen Sempach dem Volk noch näher.

Die Figur «Schwingerkönig» lässt viele Interpretationen zu. Wir Eidgenossen sind extrem stolz auf den jeweiligen König, feiern ihn und fühlen mit ihm mit. Vielleicht sind der Schwingerkönig und die Miss Schweiz eine Art Ersatz für die nicht vorhandene Königsfamilie. Sie sind Vorbilder - oder versuchen zumindest, es zu sein - und vermitteln Werte. Der Schwingerkönig verkörpert die Schweizer Tradition, die er lebt und in der Schweiz repräsentiert. Man könnte sagen, dass er den Patrioten innerhalb der Schweiz darstellt. Ich als Miss Schweiz hingegen trage diese Schweizer Werte - so gut es geht - ins Ausland, repräsentiere das Land nach aussen und bin somit eine Art Patriotin in der weiten Welt. Aus meiner Sicht sind der Schwingerkönig und die Miss Schweiz von aussen betrachtet Gegensätze, die sich jedoch sehr gut ergänzen.

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest war für mich ein riesiges Highlight! Es hat mich wirklich beeindruckt, wie das Schweizer Volk vereint sein kann. Dieser Sport - beziehungsweise diese Tradition - bringt zustande, dass eine ganze Nation an einem Anlass mitfiebert. Der Stadt-Land-Gegensatz und der Röstigraben geraten in Vergessenheit, und es entsteht ein Fest der Eidgenossen.

Mir ist speziell aufgefallen, wie friedlich dieser Anlass ist. Nirgends auf dem ganzen Gelände werden Taschen durchsucht oder Personen kontrolliert. Und das, obwohl fast jeder ein Sackmesser bei sich trägt, das er für das Zubereiten seines Cervelats benötigt. Und es kommt niemandem auch nur eine Sekunde lang der Gedanke, hier könnte geklaut werden. Es herrscht gegenseitiges Vertrauen und respektvoller, freudiger Umgang untereinander. Das gilt auch für das Schwingen an sich. Es ist ein fairer Sport, bei dem Kampf und Freundschaft nahe beieinanderliegen. Das Finale ist das beste Beispiel: Stucki und Sempach treten zwar gegeneinander an und bekämpfen sich - sind aber letzten Endes trotzdem Freunde. Für mich ist das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest ein Idealbild des menschlichen Zusammenlebens, und ich hoffe, dass dieser Zustand nie zerstört wird.

Jeder fühlt sich am Eidgenössischen wohl

Interessant fand ich auch, dass sich jeder an diesem Fest wohlfühlt. Das könnte daran liegen, dass dort jeder genau so aufgenommen wird, wie er ist - so auch ich. Es spielt keine Rolle, wer du bist und woher du kommst. Und diejenigen, die mich beim Essen meines Spiesses am Mittag mitten auf dem Platz erkannt haben, die haben mir wunderschöne Komplimente gemacht und sich gefreut, mich zu sehen. Vielen Dank dafür!

Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest war für mich ein ganz spezielles Erlebnis, denn es lässt mich verbunden fühlen mit dem Rest der Schweiz. Wahrscheinlich an keinem anderen Anlass sind Schweizer Werte so tief verankert. Ich muss lächeln, wenn ich mich daran erinnere, dass sogar die sprachlichen Formulierungen typisch schweizerisch sind. Wohl kaum woanders werden konsequent zuerst Nach- und dann Vornamen aufgerufen.

Ach, ich liebe die Schweiz einfach!
 

Mehr zu Matthias Sempach und Freundin Heidi, weitere Stimmen über seinen Sieg am Eidgenössischen und ein grosses Poster vom Schwingerkönig oben ohne: In der aktuellen «Schweizer Illustrierten» Nr. 37 - ab 9. September am Kiosk oder auf Ihrem iPad.

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