Beatrice Egli «Die Leute glauben, ich gehöre ihnen»

Charts, Tournee und Ende Monat das zweite Album: Seit ihrem Sieg bei «DSDS» führt Beatrice Egli ein Leben auf der Überholspur. Im Interview mit SI online spricht die Schlagersängerin über Erschöpfung, aufdringliche Fans und das Versteckspiel um ihren Freund.

Sie ist oben angekommen. Beatrice Egli, 25, steht auf dem Feusisberg und blickt auf den Zürichsee. «Ich lebe in einer so schönen Gegend», sagt sie. In Wahrheit ist sie nicht mehr oft hier. Seit die Schlagersängerin aus Pfäffikon SZ im Mai die Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» gewonnen hat, ist sie fast pausenlos unterwegs.

SI online: Sprechen wir zuerst über Ihren Freund. Warum verstecken Sie ihn?
Beatrice Egli: Es ist wichtig, eine Privatsphäre zu bewahren. Wir haben diese Grenze von Anfang an gezogen.

Damit machen Sie die Leute nur noch neugieriger.
Mag sein. Aber das ist Retos Entscheidung. Wenn er nicht ins Rampenlicht will, respektiere ich das.

Ist es hart für ihn, in Ihrem Schatten zu stehen?
Nein. Unsere Beziehung muss nicht in der Öffentlichkeit stattfinden.

Bleiben wir noch kurz bei den Männern. Gibt es unmoralische Angebote?
Unmoralische nicht. Es gibt aber Leute, die meinen, sie würden mich lieben. An einem Konzert ging ein Fan zu meinem Monitormann und bat ihn, meinen Auftritt zu unterbrechen. Er wolle mir einen Heiratsantrag machen.

Macht das Freude oder eher Angst?
Manchmal ist das schon beängstigend. Einige Leute glauben, ich gehöre ihnen. Ich bin zu öffentlichem Eigentum geworden. Da muss man Grenzen setzen.

Wann nerven Ihre Fans?
Es gab eine Situation auf Tour. Ich bestellte total verschlafen mein Frühstück aufs Zimmer. Als ich dem Hotelangestellten die Tür öffnete, standen da Fans. Ich dachte: Das darf nicht wahr sein!

Sie bewegen sich in der heilen Schlagerwelt. Ist Ihnen manchmal auch zum Heulen zumute?
Gestern zum Beispiel. Ich kam um Mitternacht vom Flughafen nach Hause und wollte nur noch ins Bett. Als ich dann kurz in meinen Terminkalender blickte, dachte ich: Wie willst du das alles schaffen? Wie soll das gehen?

Plagen Sie Versagensängste?
Nein. Ich nehme alles Tag für Tag, Schritt für Schritt. Sonst würde ich durchdrehen. Wie beim Wandern. Da soll man auch nicht den Berg, sondern die nächste Berghütte ins Auge fassen.

In welchen Momenten stossen Sie trotzdem an Ihre Grenzen?
Wenn ich müde bin. Ein Kamerateam begleitete mich auf Tour: Wenn ich um drei Uhr morgens nach einem Konzert aus dem Auto stieg, war ich zu geschafft und mochte nicht mehr sprechen.

Wen rufen Sie an, wenn es Ihnen schlecht geht?
Meinen Bruder Marcel, auch wenn ich ihn wecken muss. Er weiss alles über mich. Und er macht sich Sorgen.

Was für Sorgen?
Er fragt sich, ob ich genügend esse und schlafe. (lacht)

Wie haben Sie sich seit Ihrem «DSDS»- Sieg verändert?
Ich habe die Zeit wertschätzen gelernt.

Und charakterlich?
Meine Familie sagt, ich sei noch dieselbe. Auch meine Gotte, die ich kürzlich wieder mal sah, meinte ganz erstaunt: «Du bist ja immer noch dieselbe!»

Ein solches Tempo, die Leute, der Erfolg - das geht nicht spurlos an einem vorbei.
Das weiss ich. Aber ich hatte bisher zu wenig Zeit, das zu verarbeiten.

Was war das Teuerste, was Sie sich bislang von Ihrem Lohn geleistet haben?
Ich komme ja nicht zum Shoppen. Mein neues Kofferset war wohl das Teuerste. Und meine Telefonrechnung ist hoch. Für mein Schweizer und mein deutsches Handy je etwa 300 Franken.

Das ist nicht viel. Werden Sie sich bald mal was Gutes tun?
Ich leiste mir Ferien. Nach Weihnachten verreise ich eine Woche. Ob in den Schnee oder ans Meer, weiss ich aber noch nicht.

Beatrice Eglis neues Album «Pure Lebensfreude» erscheint am 22. November.

Weitere Artikel über die «DSDS»-Gewinnerin 2013 finden Sie im grossen SI-online-Dossier.

Beatrice Eglis erste Single «Verrückt nach dir» vom neuen Album:

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