Epiney, Frey & Co. Die Moderatoren im Style-Check

«Mode-K.O. nach Pünktchen», titelte kürzlich der «Blick» nach dem Auftritt von Catherine Thommen, 32, in der Sendung «Schweiz aktuell». Der Blazer der Moderatorin hätte schon bessere Zeiten gesehen und sei von vorgestern, so die Kritik. SI online findet das negative Urteil durchaus gerechtfertigt und stellt sich die Frage, warum das Schweizer Fernsehen vor dem Bildschirm so wenig Mut beweist und warum es immer wieder zu modischen Katastrophen kommt. Ausserdem nimmt die Mode-Polizei der «Schweizer Illustrierten» den Zwirn der Moderatoren mal genauer unter die Lupe.

Es hagelt immer wieder Kritik am Kleiderstil der Moderatoren des Schweizer Fernsehens. Die Outfits seien altbacken, langweilig oder schlichtweg eine modische Katastrophe. SRF sowie Mode-Experten relativieren jedoch die Meinungen der selbsternannten Kritiker. Schliesslich gehe es beim Fernsehen um sachliche Berichterstattung und nicht darum, eine modische Botschaft rüberzubringen, sagt das Shopping-Team der «Schweizer Illustrierten». Aber, so die einheitliche Meinung in der Redaktion: Eine klarere und koordiniertere Optik eines Chef-Stylisten würde dem Sender guttun.

Es ist bekannt, dass Sven Epiney, 40, und Annina Frey, 31, viel Geld für ihre Garderobe ausgeben. Die Moderatoren tragen namhafte Designer wie Gucci und Akris, und sechs Paar Edeltreter von Designer Christian Louboutin sind im Schrank der «g&g»-Moderatorin keine Seltenheit. Und doch schütteln Herr und Frau Schweizer immer wieder mal den Kopf über den Griff ins Klo, beziehungsweise den Kleiderschrank.

Nach ihrer Sendung im Mai 2010 in sogenannten Jodhpur-Hosen muss sich Frey mit unzähligen Mails über ihre Kleiderwahl auseinandersetzen. Auf dem Blog von «glanz & gloria» nimmt die modische Vorreiterin Stellung zu ihrem Outfit und versteht die Aufregung um ihre Hose ganz und gar nicht: «Wir berichten über die Fashion Weeks der Welt, sind bei den Oscars in Hollywood und am Filmfestival von Cannes mit dabei und verstehen uns als DAS Sendegefäss für Glanz und Glamour. Und dann kommt Ihr und habt ein Problem mit goldenen Windelhöschen.... Hallo? Hab ich da was nicht mitbekommen?»

Annina Frey hat vollkommen recht. Wo, wenn nicht in diesem jungen und trendigen Sendegefäss, kann man modisch experimentieren und mutig sein? «Die Bikerjacke und die Pluderhose waren gut gewählt, vielleicht aber sind sie für ein breites Publikum etwas zu modern und extrem», meint die SI-Shoppingredaktion. Doch von den Zuschauern könne man diese modische Offenheit schon abverlagen, meint Frey: «Windelhosen sind nämlich IN... Und zwar TOTAL IN. Ich nehme grosszügigerweise einmal an, dass ein paar wenige unter Euch mein Styling verstehen und die Looks, die ich trage, einigermassen cool finden. Oder wenn nicht unbedingt cool, dann wenigstens neu und kreativ! Denn um genau das geht es beim Styling.»

Styling ist und kann eine Gratwanderung sein, wie Luisa Rossi weiss. «In der einen Saison bringen Designer tolle Blazer und Hemden raus, in der anderen dann nur langweilige und fernsehuntaugliche Teile», sagt die SI-online-Stylistin, die vor acht Jahren beim «Schweizer Fernsehen» die Unterhaltungs- und Showmoderatoren eingekleidet hat. «Ausserdem kann ein Moderator nicht 365 Tage im Jahr immer top angezogen sein. Und: Er hat den Nachteil, dass Muster wegen dem unschönen Flimmern auf dem Bildschirn absolut tabu sind.»

Rossi ist aber durchaus der Meinung, dass das Schweizer Fernsehen modetechnisch ruhig etwas mehr wagen könnte: «Immer auf Nummer sicher gehen ist doch langweilig.» Doch der Sender hat klare interne Styling-Richtlinien: Extravagante Accessoires bei News-Sendungen sind nicht erlaubt. Da ist der «klassische Business-Look» angesagt. Bei Sport-Sendungen und Magazinen sollen die Moderatoren «sportlich elegant» gekleidet sein und bei Unterhaltungsformaten heisst der Dresscode «casualchic». Zudem müssen radikale äusserliche Veränderungen im Vorfeld abgesprochen werden.

Keine einfache Grundlage also. Doch gibt es durchaus Moderatoren, die es schaffen, auch bei diesen Vorgaben gut auszusehen. Und zwar immer, findet Luisa Rossi. «Katja Stauber ist super angezogen. Auch privat. Die Tagesschau-Moderatorin weiss einfach, was ihr steht.»

Bei «10-vor-10»-Moderatorin Daniela Lager, 48, jedoch hat sie einen Verbesserungsvorschlag: «Sie hat ein wunderschönes Gesicht und eine tolle Frisur. Doch trotz ihrer etwas korpulenteren Statur kann sie ruhig mal mutiger werden.» Im Ausland würden schliesslich auch nicht alle Moderatoren Size Zero tragen. «Noch dazu ist mir etwas zu fest verpackt mit ihren dunklen und konservativen Kleider.»

Auch die Shoppingredaktion der «Schweizer Illustrierten» ist der Meinung, wer wagt, kann nur gewinnen. «Wir sind aber schon zufrieden, wenn ein Moderator vorteilhaft gekleidet ist», sagen die Experten. Ihre lobenswerten Beispiele am TV? «Ganz klar Susanne Wille und Patricia Laeri. Die sind beide eigentlich immer top angezogen.»

Was halten Sie von der immer wiederkehrenden Debatte um die Outfits der SF-Moderatoren?

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