Miss Schweiz 2010 Die Nerven liegen blank

Im Miss-Schweiz-Camp auf Madeira steigt der Druck auf die 12 Kandidatinnen. Während das Programm die einen in Ferienstimmung versetzt, kämpfen andere mit ihren Gefühlen.

Sonne, Meer und gutes Essen – die Zeit im «Reid’s Palace» auf Madeira könnte für die Miss-Schweiz-Kandidatinnen so schön sein. Wenn die Organisatorin nicht jeden Abend die Terminpläne für den Folgetag verteilen würden. Die ersten Kandidatinnen müssen um 6.15 Uhr morgens zum Styling, das Programm endet frühestens um 20 Uhr. Und während Hotelgäste den weitläufigen Garten und die verwinkelte Anlage mit Neugier erkunden, machen die 12 Miss-Schweiz-Anwärterinnen alleine durch die verschiedenen Dreh-Orte Kilometer und kennen bald jeden Winkel der Blumeninsel auswendig.

Die vielen Eindrücke, der straffe Terminplan – nicht alle Kandidatinnen meistern den Camp-Alltag mit Links. Beim Shooting für die «Schweizer Illustrierte» überkommen Jasmin Brunner, 22, die Gefühle: «Ich habe Probleme mit meinem linken Auge, es tränt immer.» Die Aargauerin befürchtet, dass ihre Aufnahmen darunter leiden. Und dann sei da der Schlafmangel, der hänge an. Genau wie bei Kollegin Arjeta Lataj, 21. Sie kämpft in der Mittagspause mit den Tränen. «Ich bin einfach etwas am Anschlag», sagt sie. Sie habe vor einem Monat einen neuen Job angefangen und Anfang Juli schreibt die angehende Marketingfachfrau die internen Prüfungen. «Manchmal frage ich mich einfach, wie ich das alles schaffen soll.» Zum Lernen kommt die Thurgauerin auf Madeira kaum.

Ganz anders sieht es bei Nadine Schüpfer, 22, aus: «Es ist hier ein bisschen wie in den Ferien, bei der Arbeit habe ich viel mehr Stress.» Aber sie verstehe, dass man hier schnell an seine Grenzen kommen könne. «Wer zum Beispiel noch zur Schule geht, ist sich einen ganz anderen Rhythmus gewohnt.»

Missen-Managerin Karina Berger versteht die Mädchen. «Sie alle wollen es einfach nur supergut machen, sie erleben so viele Neues in diesem Job – und das Leben nebenher geht gleichzeitig weiter.» Aber die Kandidatinnen müssten jetzt lernen, ihre Energie richtig einzuteilen, weiss Berger, die aus Erfahrung spricht. Und fügt an: «Willkommen im Club. Das gehört zum Leben einer Miss Schweiz.»

Auch interessant