Besser als die Deutschen So singen sich die Schweizer Fussballerinnen zum EM-Sieg

Rachel Rinast und ihre Teamkolleginnen der Schweizer Frauenfussballnati zeigen, dass sie neben dem Platz noch ganz andere Talente haben. Mit ihrem Song «United in Red» singen sich die Frauen für die Europameisterschaft 2017 warm und demontieren andere «musikalische» Fussballgrössen.

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Aber was die Deutschen Nationalfussballer von 1973 bis 1994 in den Äther geblasen haben, war nicht immer schön. Vor jeder Weltmeisterschaft nahmen die Teams um Stars wie Rudi Völler, Lothar Matthäus oder Franz Beckenbauer schunkelbare Songs auf und brüllten den Refrain ins Mikro. Meist begleitet von gestandenen Musikern. 

In diese Fussstapfen möchte nun die Schweizer Nationalmannschaft der Frauen treten: Das Team hat sich in einer spannenden Qualifikation für die Europameisterschaft 2017 in Holland qualifiziert. Zum ersten Mal überhaupt. Diesen Erfolg besingen sie nun mit dem Lied «United in Red». 

Und wie! Verteidigerin Rachel Rinast übernimmt die Leadstimme und man darf befürchten, dass die 26-Jährige nach der EM direkt vom Fussballplatz ins Aufnahmestudio wegrekrutiert wird. Auch die Backgroundsängerinnen, ihres Zeichens alles erfolgreiche Schweizer Fussballerinnen, können sich hören lassen (Video oben). 

Starproduzent für den EM-Sieg

Fussball-Machos, die nun unken, dass die Fussballerinnen nur hübsch vor dem Mikro stehen können, liegen falsch. Das Team hat den Song nämlich auch selber geschrieben. Der einzige Mann, der sich einmischen durfte, war der Schweizer Hitproduzent Thomas Fessler (77 Bombay Street, Nickless).

Er vollendete die poppige Komposition. Sie können «United in Red» in ganzer Länge auf der Website des Schweizerischen Fussballverbandes hören. Am 10.Juli feiern die Nati-Frauen Videopremiere auf Youtube.

Wie die Musik, so das Spiel?

Es bleibt also zu hoffen, dass es für die Schweizerinnen nicht heisst: Toller Song, schlechte EM. Die Deutschen Männer gewannen nämlich 1974, als sie erstmals ein Lied einspielten, den Weltmeistertitel. Ebenso 1990.

So grossartig die Erfolge, so schlimm die Musik. Überzeugen Sie sich selbst: 

Deutsche Fussball Nationalmannschaft «Fussball ist unser Leben» 1974

Der Beginn einer Tradition, die besser keine geworden wäre: 1974 grölten sich Top-Fussballer wie Franz Beckenbauer, 71, Berti Vogts, 70, oder Uli Hoeness, 65, mit ihrem Gassenhauer zum WM-Titel im eigenen Land.

«Sempre Roma» mit Udo Jürgens 1990

Und auch 1990 «sangen» sich die Deutschen zum WM-Sieg in Italien. Zusammen mit dem grossen Udo Jürgens, †80, und der italienischen Sängerin Belen Thomas, 57. Im Chörli singen mit: Lothar Matthäus, 56, Rudi Völler, 57, und Jürgen Klinsmann, 52.

Dazwischen lagen in Sachen Turniertitel entbehrungsreiche Jahre. Was die Musik anbelangt, hauten die Deutschen aber einen Gassenhauer nach dem nächsten raus. Besonders zu erwähnen sind: 

«Olé Espana» 1982 mit Michael Schanze, 70, Paul Breitner, 65, und Dauersänger Lothar Matthäus oder ...

... der «Fussball-Rap» 1986 mit Peter Alexander, †84, Karl-Heinz Rummenigge, 61, und, wie überraschend, Lothar Matthäus.

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