Autosalon Diese Stars fahren auf schnelle Wagen ab

Nicht nur werden am Autosalon in Genf die neusten Autos präsentiert. Auch die Prominenten zeigen sich gerne in den Messehallen der Palexpo. SI-Reporter André Häfliger hat sich umgehört, und so einiges von den Schweizer Stars erfahren.

Den 9. Juli 1969 wird Hans Leutenegger nie vergessen. Da musste er den schlimmsten Schicksalsschlag als Autofahrer erleben. «Ich war in der Ostschweiz mit meinem gelben Cabrio Jaguar E-Type unterwegs. Es war Sommer und ich fuhr mit offenem Dach. Auf einer Strecke, auf der überholen verboten war, verlangsamte ich, stellte den Blinker nach links und wollte gerade abbiegen. Da fuhr ein Motorradfahrer mit voller Wucht hinten auf mich auf. Ich konnte mich nur noch ducken…» Dann mag der Unternehmer nicht mehr weiter erzählen. Tragische Tatsache ist: Der Motorradfahrer starb, seine Frau auf dem Soziussitz wurde schwer verletzt.

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Die heissesten High Heels am Salon trägt DJane Tanja la Croix: schwarze Stiefelchen mit goldenen Nieten und 19 Zentimeter hohen Absätzen. «Das ist noch gar nichts», sagt die Mercedes-Benz-Botschafterin lachend. «Die höchsten Absätze meiner Schuhkollektion sind 21 Zentimeter hoch.» Reissenden Absatz findet der House-Titel «Unique», den Tanja eigens für den diesjährigen Salon komponiert hat.

«Megacool» fand sie die schneeweisse A-Klasse bei Konzept-König Frank Rinderknecht, der hinten bei offenem Kofferraum eine Garderoben-Einrichtung samt Vorhang eingerichtet hat.

Stolze 280 Stundenkilometer ist der Geschwindigkeitsrekord von Tanja la Croix. «Auf einer deutschen Autobahn versuchte ich es einmal kurz mit einem Mercedes SLR-Flügeltürer, den ich für ein Wochenende fahren durfte», erinnert sie sich.

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Rennfahrer und Volvo-Botschafter Neel Jani setzt noch einen drauf: «In Deutschland war ich mal mit einem Porsche bei 295 Kilometern angelangt.»  Da sagte seine Mutter Elisabeth ganz cool auf dem Beifahrersitz: «Also die 5 Stundenkilometer bis 300 schafst du auch noch, oder?» Gesagt, getan…

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Eine böse Überraschung erlebte Schauspielerin Sabina Schneebeli einst mit einem Porsche-Oldie. «Ich stand in Zürich an einem Rotlicht, hatte meine beiden damals noch kleinen Kinder dabei. Plötzlich brach etwas - und ich hatte das ganze Steuerrad in der Hand. Ein Hupkonzert ging los, mir wars so peinlich! Vier flinke Männerhände hatten dann ein Einsehen und halfen mir, den Wagen beiseite zu schieben.»

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Romantische Erinnerungen hat der Luzerner Transportunternehmer Rolf Galiker. «Meine Gattin Cornelia und ich küssten uns das erste Mal im Auto. Das war vor 28 Jahren. Inzwischen sind wir 25 Jahre lang verheiratet.» Wahrlich ein nachhaltiger, unvergesslicher Kuss!

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Zweimal mehrere Schrecksekunden erlebte Bernhard Russi. «Einmal musste ich auf einer engen Strasse einem überholenden Fahrzeug ausweichen, das fadengerade auf mich zufuhr. Ich landete in einem Garten - und musste mehreren Bäumen ausweichen, bis ich endlich zum Stillstand kam.» Geistesgegenwärtig stoppte der Urner Ex-Skirennfahrer ein anderes Mal auf einer Autobahn einen Geisterfahrer, der schweres Unheil bringen hätte können!

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Den schönsten Moment hinter einem Steuerrad erlebte Abenteurer und Wissenschaftler Bertrand Piccard 2003. «Da fuhr ich erstmals mit einem Toyota Prius Hybrid los. Welch ein Gefühl! Ich erlebte eigenhändig eine Auto-Revolution, ein Wendepunkt in der Geschichte. Für mich war es der Beweis, dass die Autoindurstrie fähig ist, die Zukunft umweltfreundlich zu meistern. Etwas paradox war das Feeling: Du fährst los - und es ist mäuschenstill. Der Motor erbringt Leistung - und du hörst  gar nichts!» Jetzt fiebert Piccart den Starts seines Solar-Flugzeuges «Solar Impulse» in verschiedenen Metropolen Amerikas entgegen. «Präsident Barack Obama hat sich schon für einen Besuch angemeldet», strahlt der Westschweizer.

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Schwinger Daniel Bösch feierte am Salon seinen 25. Geburtstag. TV-Moderator Nicolas Senn («Potzmusig») und Sänger Seven gratulieren mit einem Ständchen auf dem Hackbrett. Und Toyota-Markenchef Philip Rhomberg musste schmunzeln: «Ich bin zum 25. Mal am Autosalon.» Bösch ist übrigens sehr stolz auf das, was er alles in seinen Avensis reinpacken kann: «Einmal waren wir nach einem Fest fünf Schwinger - samt Taschen und gewonnen Gaben!»

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Rennfahrer Nico Müller war kurz nach seinem 18. Geburtstag bereits geübt hinter dem Steuerrad. Schliesslich fuhr er schon mit 15 Jahren die ersten Gokart-Rennen. «Ich absolvierte gerade mal vier Fahrstunden - und noch eine, eine halbe Stunde vor der Prüfung, die ich auf anhieb bestand», erzählte er nicht ohne Stolz.

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Raphael Muff, der Luzerner Freund von Sängerin Eliane Müller (Siegerin «Die grössten Schweizer Talente»), zeigte vor zwei Jahren, dass er auch beim Autofahren ganz Gentleman ist. «Wir waren im Wallis unterwegs, da hatte meine Freundin plötzlich einen Platten - und ich wechselte das Rad in weniger als fünf Minuten.»

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Einen Gaspedal-Horror musste Moderatorin und Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi einmal durchmachen: «Das Pedal war plötzlich blockiert, irgendwie mit dem Teppich unten verklemmt. Eiligst fuchtelte ich mit dem Fuss herum. Ich behielt zum Glück einen klaren Kopf und konnte die bränzlige Situtuation so retten.»

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Apropos Miss Schweiz: Die Schönste im Land fehlt dieses Jahr am Salon. Alina Buchschacher hat ja keinen Auto-Sponsor mehr. Deshalb machte sich Veranstalter Thomas Russenberger auf nach Genf - auf Sponsorensuche! «Wir sind mit verschiedenen Herstellern im Gespräch, konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor», so der Geschäftsführer der Miss-Schweiz-Organisation.

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«Einmal dachte ich, ich müsse sterben im Auto!» So erinnert sich TV-Moderatorin Miriam Rickli («wild@7») an eine «sehr rasante» Fahrt in Frankreich mit dem Schweizer Rennfahrer Fredy Barth. «Er steuerte den Seat mit 200 Sachen in die Kurve. Da dachte ich: ‹Das wars, Miriam!› Aber Spass hat es trotzdem gemacht. Vergessen werde ich das nie.»

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Kurz vor Start der neuen Formel-1-Saison hat Dieter Zetsche die neue Rollenverteilung bei Mercedes besiegelt: Der Daimler-Konzernchef, der ohne seine neue Partnerin Desirée Nosbusch in Genf ist, trifft am Salon Ex-Rennpilot Niki Lauda, neuer Vorsitzender des Aufsichtsgremiums des deutschen Formel-1-Rennstalls. «Es war ein sehr konstruktives, lockeres Gespräch. Wir sind gut aufgestellt und sehen der neuen Saison zuversichtlich entgegen», so der neue Mercedes-Aufpasser aus Österreich.

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Mit einem hohen Gast reiste Verleger Michael Ringier nach Genf, mit Eberhard von Koerber. Er war früher Vertriebschef von BMW, vor und neben Parcy Barnevik, dem starken Mann im ABB-Konzern. Von Koerber ist heute unter anderem Präsident des «Club of Rome». Seine Gattin Charlotte, ehemals Präsidentin der Zürcher Kunsthalle, ist jetzt im Kuratorium der Berliner Nationalgalerie. Ihr Grossvater war Konrad Adenauer.

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Springreiter Martin Fuchs hat kürzlich in seinem Pferdetransporter seinen Pferdepfleger genarrt. Vom verdeckten Bett hinten im feudalen Mercedes-Truck kann man das Radio steuern. «Dieser Lastwagen führt deine Radio-Befehle aus», rief der Junioren-Europameister dem fahrenden Pferdepfleger nach vorne ins Cockpit. «Sag mal lauter» - Fuchs machte lauter. «Sag mal leiser» - Fuchs machte leiser. Ganz beeindruckt erzählte das der Pfleger nach der Heimkehr Martins Mutter, Renata Fuchs. Sie musste nur schmunzeln - und klärte den Genarrten dann auf.

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Mit seinem TV-Werbespruch «Und dann nehmen sie noch ein feines Käfeli bei uns» wurde er bekannt. Jetzt ist Kenny Eichenberger, einer der erfolgreichsten Mercedes-Händler der Schweiz, für sein beliebtes Kunden-Käfeli sogar nach Costa Rica gereist. «Um reichlich Bohnen bester Qualität für unseren Kaffee zu kaufen», erzählt Eichenberger am Salon. Dazu hat er seinen neusten TV-Spot gleich auch noch in Costa Rica gedreht.

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