DJ Tatana Abfuhr von der Street Parade

In den letzten 15 Jahren legte DJ Tatana an jeder Street Parade auf. Dieses Mal nicht. Die Veranstalter wollen die einstige «Queen of Dance» nicht mehr dabei haben.
DJ Tatana
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DJ Tatana ist enttäuscht, darf sie nicht an die Street Parade: «Ich hätte mich sehr gefreut, meinen neuen Sound spielen zu können.»

Für DJs, Techno-Fans und Tanzwütige ist der Termin seit Wochen im Terminkalender rot markiert. Auch Tatana hatte sich den Tag der Street Parade freigehalten. Wie immer - seit 15 Jahren legt die DJane an der grössten Freiluft-Party der Schweiz vor Tausenden Menschen auf. Noch bei der letztjährigen Ausgabe hatte sie einen grossen Auftritt, durfte zu Ehren ihres verstorbenen Freundes DJ Energy dessen grössten Hits spielen. Dieses Jahr wartete Tatana Sterba, 36, jedoch vergeblich auf das Booking. «Ich wurde von den Veranstaltern nicht mal angefragt», bedauert sie im Gespräch mit SI online. «Ich hätte mich sehr gefreut, meinen neuen Sound spielen zu können.»

Musik, die die Street-Parade-Organisatoren aber offenbar nicht hören wollen. «Tatana war kein Thema für uns», sagt Mediensprecher Stefan Epli. Und fügt an: Das sei nicht persönlich gegen sie. «Aber wir setzen auf junge, innovative Acts. Nur weil man über Jahre gebucht wurde, hat man noch längst keinen Freipass für die nächsten 25 Jahre.» Für Trance, wie ihn Tatana auflege, habe man schlicht keine Bühne mehr - aber sie habe ja die Möglichkeit gehabt, ein Love-Mobile anmelden zu können. «Ausserdem hat Tatana kaum noch Bookings.»

Das will die Zürcherin nicht auf sich sitzen lassen. Bewusst nehme sie nicht mehr alle Anfragen an, «schliesslich bin ich seit 20 Jahren im Business und will nicht mehr an jedem Wochenende auflegen». Und auch musikalisch habe sie sich weiterentwickelt, spiele inzwischen einen Mix aus Trance und House - «wie ihn zum Beispiel David Guetta macht, ich lebe ja nicht hinter dem Mond». Dass das die Parade-Veranstalter nicht zur Kenntnis genommen haben, ist für die 36-Jährige wie ein Schlag ins Gesicht. «Für mich ist die Street Parade eine Demonstration für Liebe, Freiheit - und vor allem Toleranz. Aber was ist daran tolerant, wenn man bewertet, was in und out ist?», fragt sie sich. Und: «Wenn Trance so out sein soll, warum hat dann die Trance-Compilation die höchste Chart-Position unter den drei aktuellen Street-Parade-Scheiben erreicht?»

Sie hofft nun, im kommenden Jahr wieder mit von der Partie sein zu dürfen. Und freut sich auf ihre Gigs abseits des Umzugs. Tatana wird nun am 10. August am Seenachstfest in Rapperswil auflegen, später in Sihlbrugg.

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