Miss Earth Schweiz Djoa besucht Sklavenmädchen in Nepal

Die amtierende Miss Earth Schweiz flog für einen Sondereinsatz nach Nepal zu Kamalari-Mädchen, die als Leibeigene an reiche Familien verkauft wurden. Aufgewühlt ist Djoa Strassburg in die Schweiz zurückgekehrt. SI online berichtet sie von ihrer Grenzerfahrung und zeigt Bilder von ihrem Einsatz.

Djoa Strassburg, 21, fühlt sich berührt und erschüttert zugleich. «Ich brauchte eine Weile, um mich nur halbwegs wieder in der Schweiz zurechtzufinden», sagt die Miss Earth Schweiz 2013 im Gespräch mit SI online. Gerade verbrachte sie sieben Tage bei einem Sondereinsatz in Nepal. Und was sie gesehen hat, lässt sie fast nicht mehr los. «Ganze Familien leben in einem Haus, das so gross ist wie mein Zimmer. Die haben wirklich nichts», sagt sie. Und fügt nachdenklich an: «Wahnsinn, wie wir im Luxus leben!»

Schon kurz nach ihrer Krönung im April dieses Jahres hatte sich Djoa zum Ziel gesetzt, sich für Sklavenmädchen im Südwesten Nepals, sogenannte Kamalari, einzusetzen. «Die Mädchen wurden aus finanzieller Not an wohlhabendere Familien verkauft, für die sie dann harte Arbeit leisten müssen», erklärt die Schönheitskönigin für den guten Zweck. Um Geld zu sammeln, organisiert sie am 13. Oktober einen Sponsorenlauf im Zürcher Letzigrund-Stadion. Vorher wollte sie sich aber unbedingt noch vom Kamalari-Projekt von Plan International Schweiz, dem die Einnahmen zugutekommen, ein persönliches Bild machen. Das Kinderhilfswerk befreit die Mädchen und unterstützt sie bei der Rückkehr in ihre Dörfer.

Anfang September reiste Djoa mit dem Plan-Geschäftsführer nach Nepal. Übernachtet hat sie in einer einfachen Herberge, tagsüber verbrachte sie Zeit mit betroffenen Mädchen und Familien. Sie nahm an ihrem Alltag teil, kochte mit ihnen, pflanzte Bäume an oder liess sich zeigen, wie aus Blättern Geschirr hergestellt wird. Und sie führte viele Gespräche mit Kamalari-Frauen. «Sie haben mir von ihrer Situation erzählt, dabei geweint aber auch gelacht», erzählt Djoa. Sie selbst habe ihre Tränen oft unterdrücken müssen aufgrund der vielen erschütternden Schicksale, «ich wollte kein Mitleid vermitteln». Was sie bei den Treffen besonders beeindruckt hat: «Keine hat bei der Frage, welche Ziele und Wünsche sie für die Zukunft hat, über sich selbst gesprochen.» Keine Armut mehr, die Abschaffung des Kamalari-Systems, ein besseres Medizinwesen seien zum Beispiel Antworten gewesen - «aber kein einziges Mädchen hat sich für sich persönlich etwas gewünscht».

Die Reise sei sehr wichtig für sie gewesen, sagt Djoa. Auch wenn sie sich bewusst ist, dass die guten Vorsätze, die aus einer solchen Grenzerfahrung mit nach Hause genommen werden, oft rasch wieder verpuffen. Trotzdem oder gerade deshalb versuche sie nun, sich die Erkenntnisse immer wieder in Erinnerung zu rufen. Und viel Gutes zu tun, nicht nur in ihrem Missenjahr.

Weitere Informationen zu Djoa Strassburgs Charity Run für die benachteiligten Mädchen in Nepal finden Sie hier.

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