Miss Earth 2013 Djoa: «Meine Projekte berühren mich sehr»

Seit Sonntag hat die Schweiz mit Djoa Strassburg die neue Umweltbotschafterin der Schweiz. Die 20-jährige Nachfolgerin von Lea Sara Wittwer setzt sich in ihrem Amtsjahr als Miss Earth für eine bessere Welt ein. Ende Jahr darf sie zum Finale nach Manila fliegen. Das macht sie schon jetzt nervös - ganz besonders wegen des langen Fluges.

Ihr Tipp gegen Flugangst? «Augen zu und durch», sagt Djoa Strassburg, 20, lachend im Interview mit SI online. Die Zürcherin, die sich gegen ihre 11 Konkurrentinnen durchgesetzt hat, darf im Rahmen ihres Amtsjahres zum Miss-Earth-Weltfinale nach Manila fliegen. Ganz wohl ist es ihr bei dem Gedanken an den Langstreckenflug jedoch nicht. Doch bevor sie sich überwinden und in den Flieger auf die Philippinen steigen muss, warten noch unzählige andere Verpflichtungen auf die frischgekürte Miss Earth. «Ich setze mich für Projekte wie ‹Because I am a Girl› und ‹Frauen für Frauen› ein», erzählt die 20-jährige Zürcherin mit den angolanisch-deutschen Wurzeln. «Ich werde unter anderem nach Nepal fliegen und mich dort für Mädchen einsetzen, die noch immer als Sklaven gehalten werden. Sie sollen ein selbstbestimmtes Leben führen können. Denn Unabhängigkeit ist eines der wichtigsten Güter.»

Hierbei geht Djoa, deren Namen aus dem Afrikanischen stammt und übersetzt «Schmuckstück» bedeutet, mit gutem Beispiel voran. Sie wohnt zusammen mit zwei Freundinnen in einer WG in Zürich und verdient ihr eigenes Geld: «Ich zahle meine Rechnungen selbst, weiss aber, dass meine Eltern bei einem Engpass immer für mich da wären.»

Eigentlich wollte Djoa im Herbst ein Architekturstudium beginnen, doch das muss jetzt mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit hinten anstehen. Noch eine Verpflichtung ist fast nicht unter einen Hut zu bringen. Denn: Die Umweltbotschafterin hat nebst ihrem neuen Titel noch zwei weitere Jobs. Tagsüber arbeitet sie zu hundert Prozent in einem Architekturbüro, nachts regelmässig in der Zürcher Longstreet-Bar. Ihr Freund Georg arbeitet ebenfalls als Barkeeper - jedoch Vollzeit und im Restaurant Toto. Djoa und der angehende Hotelfachschüler sind seit viereinhalb Jahren ein Paar. Dass sich seine Schöne am vergangenen Wochenende die Krone geholt hat, erfüllt ihn mit Stolz. «Georg findet das super. Er steht absolut hinter mir und findet, dass das nun meine Chance ist.» Auch er hätte wie sie eine sehr soziale Ader: «Wir spenden zusammen für ‹Terre des hommes›.»

Aber nicht nur das. «Meine Mutter führt eine afrikanische Tanzgruppe, mit der wir schon für Hilfsorganisationen getanzt haben», erzählt der Djoa. Auch die Maturarbeit zeigt: Diese junge Frau will etwas bewirken. «Ich habe einen 20-minütigen Film über unsere Gesellschaft gemacht. Wie sie heute lebt, und was man ändern sollte.»

Davon, dass ihre Vorgängerin Lea Sara Wittwer während ihrer Amtsperiode etwas mehr als 45'000 Franken gesammelt hat, fühlt sie sich nicht unter Druck gesetzt: «Ich muss erst einmal alles auf mich zukommen lassen. Aber natürlich, ich möchte gerne möglichst viel beitragen mit meinen Projekten.» Und die liegen ihr wirklich am Herzen: «Jeder sollte sich für seine Umwelt und den Klimawandel einsetzen. Meine Projekte berühren mich sehr und ich freue mich riesig, dass ich helfen kann.» Was sie persönlich für eine bessere Welt macht? «Natürlich Müll trennen, Strom sparen und öfters mal mit dem Velo von A nach B fahren.»

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