Auftritt vor Millionenpublikum Dominique Rinderknecht erobert das chinesische TV

Noch in keiner Sendung hatte sie so viele Zuschauer auf einmal. Dominique Rinderknecht ist zurück von einem abenteuerlichen Trip in China. Dort durfte die Ex-Miss in einer Fernsehsendung die Schönheit der Schweiz repräsentieren.
Dominique Rinderknecht in China
© Hunan TV

Dominique Rinderknecht lief in China mit Victoria's-Secret-Models.

Blond, grüne Augen, schlank, 175 Zentimeter gross, 28 Jahre alt. So stellen sich Chinesen die perfekte Schweizer Schönheit vor. Das wissen wir seit dem 22. Dezember 2017, als Dominique Rinderknecht im chinesischen Fernsehen aufgetreten ist.

An jenem Tag strahlte der zweitgrösste Fernsehsender Chinas, Hunan TV, eine Sendung zur Schweiz aus. Anlass war das Ende des gemeinsamen Jahres des Tourismus zwischen China und der Eidgenossenschaft.

In der populären Sendung «Day Day Up» präsentierten die Fernsehmacher Rinderknecht als Schönheitskönigin, Model und Vorzeigeschweizerin.

Managerin hätte Einladung fast gelöscht

Rückblende: Sarah Andrina Schütz, 32, die Managerin von Rinderknecht, erhält im Sommer ein Mail in sehr schlechtem Englisch und mit chinesischen Zeichen. «Ich dachte auf den ersten Blick, das sei Spam und wollte es schon löschen», so Schütz.

Die an Dominique Rinderknecht gerichtete Einladung in eine Fernsehshow lässt sie dennoch nicht ruhig schlafen. Schütz lässt das Mail vom Eidgenössischen Aussendepartement und von Schweiz Tourismus überprüfen. Es stellt sich heraus: Alles echt!

Dominique Rinderknecht in China
© ZVG

Der offizielle Einladungsbrief. (Persönliche Daten geschwärzt)

Nach vielen Telefonaten, E-Mails und Briefwechseln mit der Schweizer Botschaft in Peking, sowie mit Hunan TV, packen die zwei Blondinen ihre Koffer. «Ich war extrem aufgeregt», erinnert sich Rinderknecht.

Zu Recht: Mehrere Hundert Millionen Menschen schauen regelmässig die Show im chinesischen Fernsehen. «Das sind gigantische Dimensionen. Das kann man sich als Schweizerin fast nicht vorstellen», sinniert die 28-Jährige, die sonst alle zwei Wochen auf Teleclub Zoom zu sehen ist.

Stürmische Anreise

Dann droht alles ins Wasser, beziehungsweise in den Schnee, zu fallen. Das Winterwetter am 10. Dezember sorgt für zahlreiche Annullierungen am Flughafen Zürich. «Wir wussten nicht, ob wir es jemals zum Aufzeichnungsstart in die Fernsehstudios schaffen würden», erzählt die Miss Schweiz 2013. «Zum Glück war Sarah bei mir. Sonst wäre ich wohl durchgedreht.»

Doch es kommt alles gut. Nach 48 Stunden ohne Schlaf und nur einer kurzen Dusche stürmt Rinderknecht in Changsha direkt in die Studios von Hunan TV. Dort warten der Schweizer Botschafter Jean-Jacques de Dardel und Musiker Bastian Baker, 26, die ebenfalls Gäste der Sendung sind.

Dominique Rinderknecht in China
© ZVG

Managerin Sarah Andrina Schütz und Dominique Rinderknecht backstage in den Studios von Hunan TV.

Chinesen halten Schweizer für äusserst sportlich

Für Dominique Rinderknecht geht ein Traum in Erfüllung. Sie läuft mit Victoria’s-Secret-Models über den Laufsteg und präsentiert Sportmode. «Die Chinesen stellen sich vor, dass die Schweizer ein total sportliches Volk sind.» Später präsentiert sie sich noch im Abendkleid und mit Missenkrönli.

In Interviews fragen die Gastgeber der Show, was Rinderknecht in der Schweiz so mache, wie es sei, als Selbständige zu arbeiten, und wie sie denn Sport treibe. «Es war alles sehr spannend und auch ein wenig lustig», erinnert sich das Model. So hatte jeder Gast etwa eine Dolmetscherin im Rücken. Simultanübersetzung über einen Knopf im Ohr gab es nicht. «Alle reden immer so laut, ja schreien beinahe. Da musste ich mich schon erst daran gewöhnen. In Schweizer Fernsehstudios ist es immer mucksmäuschenstill.»

Dominique Rinderknecht in China
© Hunan TV

Dominique Rinderknecht in Abendrobe und mit Missenkrönli (l.). Zwei rechts von ihr der Schweizer Botschafter in China, Jean-Jacques de Dardel. Der zweite von Rechts: Musiker Bastian Baker. Hinter den Gästen stehen Übersetzerinnen bereit.

Rinderknecht: «Es war mir eine grosse Ehre»

Rinderknechts Fans erfahren nicht unmittelbar von ihrem Engagement im Reich der Mitte. «Unsere üblichen Social-Media-Apps haben da alle nicht funktioniert», erinnert sich die sonst fleissige Nutzerin von Facebook und Instagram. In China kontrolliert der Staat die Kommunikationsmittel streng. Whatsapp etwa ist blockiert. Chinesen texten sich über eine eigene App namens Wechat.

Nach zehn Stunden Aufnahmen gings direkt wieder nach Hause. «Es war mir eine grosse Ehre, die Schönheit der Schweiz repräsentieren zu dürfen», fasst Rinderknecht ihren Trip zusammen. Nicht häufig haben Schweizer die Chance, vor einem so breiten Publikum aufzutreten. Dass das einer Karriere nützen kann, zeigt etwa Bastian Baker. Der Westschweizer tourt gerade durch die Volksrepublik. Im Januar singt er in Peking, Schanghai, Guangdong und Shenzhen. Wer weiss. Vielleicht heisst es irgendwann über Dominique Rinderknechts internationale Karriere: «Made in China».

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