Dominique Rinderknecht «Jetzt kann ich meinen eigenen Weg verfolgen»

Der Glanz der Miss-Schweiz-Wahl war am Verblassen. Dann kam Dominique Rinderknecht. Mit Stil, Intelligenz und einem frechen Kurzhaarschnitt hat die Zürcherin Titel und Krone neues Leben eingehaucht. Und würde es sofort wieder tun, wie sie im grossen Abschiedsinterview verrät.
Miss Schweiz 2014 Dominique Rinderknecht
© Thomas Buchwalder

Am 11. Oktober gibt Dominique Rinderknecht ihre Missen-Krone ab.

SI online: Dominique Rinderknecht, am 11. Oktober geben Sie die Krone ab. Werden Sie sie vermissen?
Dominique Rinderknecht: Wenn etwas zu Ende geht, ist das ja immer mit Wehmut verbunden, aber ich freue mich auch extrem auf alles Neue. Meine Krone habe ich gern, wenn auch selten getragen. Sie wird mir fehlen.

Was noch?
Es ist einfach schön, Miss Schweiz zu sein. Wenn ich nur schon an eine Tankstelle fahre, überwältigt mich die Reaktion der Leute. Sie freuen sich so, mich zu sehen. Das ist herzig.

Welche Note geben Sie sich als Botschafterin des Landes?
Ich kann mich nicht selbst beurteilen. Aber wenn ich das Amtsjahr als Erlebnis benoten müsste, wäre es eine glatte Sechs. Es war ein super Jahr!

16 Monate sogar. War die verlängerte Amtszeit Fluch oder Segen?
Für mich ein Segen. Im regulären Amtsjahr fehlte mir die Zeit, meine Aufgabe bewusst zu geniessen. Ein Jahr geht ja so schnell vorbei! In den vier zusätzlichen Monaten hatte ich dann Zeit dazu. Ausserdem konnte ich zusätzliche Kampagnen für Pasito und Schild machen und sogar noch eine zweite Schild-Kollektion mitgestalten.

Also haben Sie auch mehr verdient als Ihre Vorgängerinnen - wie viel?
Das muss man nicht preisgeben, und ich behalte es für mich. Aber es ist sehr gut gelaufen.

Was war Ihr Highlight?
Der Moment der Krönung wird mir immer in Erinnerung bleiben. Aber auf ein einziges Highlight kann ich mich nicht festlegen. Ich habe so viele neue Dinge erlebt. Beispielsweise ging ich baggerfahren, das hätte ich sonst nie gemacht. Ich habe auch viele interessante Menschen getroffen, denen ich sonst nie begegnet wäre. Dann gab es da noch die Miss-Universe-Wahl. Und der Charity-Einsatz in Kamerun war ebenfalls sehr prägend und schön für mich.

Wie haben diese Erlebnisse Sie verändert?
Ich bin grundsätzlich ich selbst geblieben, jedoch an vielen Dingen gewachsen und reifer geworden. Auch taffer, wenn es ums Geschäftliche geht, sagt mein Freund immer.

Wie hat sich das Amtsjahr auf Ihre Beziehung ausgewirkt?
Entweder lebt man sich durch eine solche Extremsituation auseinander, oder sie schweisst einen zusammen. Bei uns ist eindeutig das Zweite passiert. Gerade dadurch, dass Goek etwas älter, reifer und erfahrener ist, war er mir eine grosse Stütze.

Gab es auch schwierige Zeiten?
Klar gab es Zeitpunkte, an denen ich keine Energie hatte. Aber ich habe gelernt, kurze Auszeiten intensiv zu geniessen. Man muss sich Freiraum schaffen und diesen dann auch voll auskosten.

Was war für Sie der überraschendste Moment im Amtsjahr?
Sie meinen, womit ich nicht gerechnet hätte? So ziemlich mit allem! Überrascht hat mich, dass es mir tatsächlich so viel Freude bereitet, Miss zu sein.

Würden Sie sich wieder anmelden?
Das kann ich nicht hypothetisch beantworten. Wenn alles wieder genau so werden würde, dann sofort.

Unter den neuen Bedingungen der Miss-Schweiz-Organisation nicht?
Das neue Konzept birgt Vor- und Nachteile. Es ist für mich schwierig einzuschätzen, da ich nicht weiss, wie das Ganze aussehen wird, denn einiges ist neu und somit ungewiss. Dass der Fokus auf Wohltätigkeit liegt, finde ich einen schönen Ansatz. Auch das geregelte Einkommen kann Vorteile haben, denn zu wissen, wie viel man Ende Monat auf dem Konto hat, gibt Sicherheit.

Wo sehen Sie die Nachteile?
Mir persönlich entspricht das Belohnungsprinzip mehr. Man hat so eine gewisse Herausforderung, das mag ich.

Wo liegt Ihr Ansporn im bevorstehenden kronenfreien Leben?
Ich freue mich allgemein auf die Zukunft. Jetzt kann ich noch viel stärker meinen eigenen Weg verfolgen. Ich werde versuchen, mir als Moderatorin einen Namen zu machen. Karina Berger wird mich als Managerin dabei unterstützen.

Wer soll Ihre Nachfolgerin werden?
Ich bin von drei, vier Kandidatinnen sicher, dass sie gute Missen wären.

Nennen Sie uns die Namen?
Das wäre unfair. Ich will niemanden mit meiner Meinung beeinflussen.

Wie kann man bei Ihnen punkten?
Eine Miss Schweiz muss etwas im Kopf haben. Es reicht nicht, nett zu lächeln. Manche Aufgaben, eine Rede oder ein Vortrag, fordern intellektuell heraus.

Welchen Rat geben Sie Ihrer Nachfolgerin?
Bleib du selber. Das tönt so doof. Aber in so einer Extremsituation kann sich der Charakter schon verändern. Man sollte sich im Kern bewusst sein, wer man ist. So macht es einem selber und auch den Mitmenschen mehr Spass, denn man spielt nichts.

Und einen praktischen Tipp?
Ich habe mir angewöhnt, am Vorabend immer alles für den nächsten Tag zu packen und Outfits zusammenzustellen.

Ein letzter Blick zurück - würden Sie irgendetwas anders machen?
Nein. Wenn etwas schiefgelaufen ist, brachte es mich weiter. Wenn ich zum Beispiel in den Medien falsch zitiert wurde, habe ich gelernt, mich klarer auszudrücken. Und im Grossen und Ganzen hatte ich Glück: Es gab keine schlechten Schlagzeilen.

Stattdessen waren Sie Miss Punkfrisur und Miss Sexappeal. Wie möchten Sie in Erinnerung bleiben?
Komplimente zu meiner Ausstrahlung schätze ich, weil meine Persönlichkeit im Vordergrund steht. Wenn ich mit meinem Aussehen noch zusätzlich punkte, freut mich das umso mehr. Ich möchte den Leuten als authentische Miss im Herzen bleiben.

Alles rund um die Miss Schweiz 2013 Dominique Rinderknecht finden Sie im grossen SI-online-Dossier.

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