Elizabeth Teissier «Manchmal nervt die Astrologie»

Sie versteht die Sprache des Kosmos: Die 75-jährige Star-Astrologin Elizabeth Teissier weiss, was die Sterne 2014 bereithalten und hofft in gewissen Bereichen, sich zu irren. 
Star-Astrologin Elizabeth Teissier
© Fabienne Bühler

«Ob man seinem Schicksal entgehen kann, ist eine philosophische Frage. Ich glaube nicht», sagt Elizabeth Teissier. Die Star-Astrologin schreibt seit 30 Jahren die Horoskope für die «Schweizer Illustrierte».

Sie ist die Königin der Sterne - und selbst ein Star. Die international renommierte Astrologin Elizabeth Teissier, 75, war als Coco-Chanel-Model bereits in jungen Jahren teil der Glamourwelt. Später doktorierte sie an der Pariser Sorbonne in Soziologie und Astrologie. Sie prophezeihte den Fall der Berliner Mauer, beriet den französischen Präsidenten Mitterand und den spanischen König Juan Carlos. Und schreibt seit mehr als 30 Jahren das Horoskop für die «Schweizer Illustrierte».  Beim Interview mit der «Schweizer Illustrieten» im edlen Hotel Château de Divonne verriet sie nun, dass bei ihr privat nicht die Sterne die Hauptrolle spielen  - sondern ihre vier Enkelkinder.

Schweizer Illustrierte: Frau Teissier, wie sind Sie als Grosi?
Elizabeth Teissier: Mir gefällt meine neue Rolle als Grossmutter sehr, die ich in den letzten Jahren entdecken durfte. Mein ältestes Enkelkind ist neun Jahre alt. Mit ihm und meiner siebenjährigen Enkelin habe ich diesen Sommer tolle Gespräche geführt, als sie bei mir zu Besuch waren. Es waren wunderschöne Tage. Das Angenehme ist: Man kann die Zeit mit den Kleinen geniessen und sie dann wieder ihren Eltern zurückgeben. Tschüss, Verantwortung!

Versuchen Sie nie, mit ihrem astrologischen Wissen in die Erziehung einzugreifen?
Nur sehr moderat. Ich habe die Horoskope meiner Töchter und Enkelkinder  genau im Kopf. So kann ich manchmal helfen, Krisen zu verstehen und zu bewältigen. Manchmal mache ich mir aber zu viele Sorgen. Dann nervt es mich, dass ich mich überhaupt mit Astrologie beschäftige. Zum Glück kann mich mein Mann - ein optimistischer Schütze - jeweils beruhigen.

Wären Sie auch lieber Schütze?
Ich bin mit meinem Zeichen, dem Steinbock, ganz zufrieden. Und da ich im Aszendenten Schütze bin, habe auch ich eine lockere Seite.

Welche Sternzeichen kommen 2014 besonders gut weg?
Es wird ein gerechtes Jahr. Jupiter, der als Glücksplanet gilt, steht in der ersten Jahreshälfte im Krebs. Das ist positiv für alle Wasser- und Erdzeichen. Ab Mitte Juli wandert er ins Zeichen Löwe, damit ist die zweite Jahreshälfte günstig für die Feuer- und Luftzeichen. Es handelt sich jedoch um kollektive Prognosen, bei denen die persönlichen Astrodaten nicht in Betracht gezogen werden.

Dennoch sprechen Sie bei vielen August-Löwen und Februar Wassermännern von einem bremsenden Saturn-Einfluss.
Das stimmt. Aber während bestimmter Phasen - etwa im Mai - bildet dieser Saturn harmonische Aspekte zu anderen Planeten, was konsolidierend wirkt.

Stabilisiert sich auch die Weltkrise?
Wir befinden uns in einer wichtigen Phase des globalen Wandungsprozesses. Zwischen Uranus und Pluto bildet sich zwischen 2012 und 2016 siebenmal eine destabilisierende Dissonanz. Dies ist 2014 zweimal der Fall. Ich denke deshalb, dass die Krise noch lange nicht vorbei sein wird. Und dass wir in Wirtschaft und Politik weitere einschneidende Entscheidungen treffen müssen. Allerdings dürfte sich die prekäre Lage EU entschärfen.

Wie wird 2014 für die Schweiz?
Von ihrer Geburtsstunde 1848 berechnet, ist das Horoskop der Schweiz auf vielen Gebieten besser als in den letzten Jahren. Jupiter deutet darauf hin, dass das Image unseres Landes im Frühling wieder aufpoliert wird. Jedoch sind zu Beginn des neuen Jahres mehrere Dissonanzen wirksam. Ausschreitungen und Katastrophen könnten auftreten. Schon die letzte Woche von 2013 ist explosiv. Dass Pluto involviert ist, könnte für Probleme in der Finanz- und Wirtschaftswelt sprechen.

Wie handhabt man Negativprognosen?
Ein pauschales Horoskop wie dieses, in dem nur der Stand der Sonne berücksichtigt wird, ist wie ein Wetterbericht zu lesen. Ich gebe Ratschläge, wann man sich bremsen sollte und wann man Gas geben darf. Ob man jedoch seinem Schicksal entgehen kann, ist eine philosophische Frage. Ich glaube nicht.

Welches Schicksal erwartet die Fussball-Nati an der WM in Brasilien?
Eine diesbezügliche Prognose ist praktisch unmöglich, zu viele Einflüsse spielen mit. Wenn man das Horoskop der Schweiz als Land in Betracht zieht, erscheint die erste Juli-Hälfte in sportlicher Hinsicht jedoch nicht vielversprechend. Ich hoffe, ich irre mich!

Wo hätten Sie sich 2013 lieber geirrt?
In meinem Buch «2012-2016 - Weltkrise und Neubeginn» schrieb ich, dass der 21. August eines der kritischsten Daten des Jahres sei. An diesem Tag kam es zum schrecklichen Giftgas-Massaker in Syrien, der uns an den Rand eines neuen Krieges brachte.

Wie behalten Sie angesichts solcher Entwicklungen die Nerven?
Der Schütze in mir versucht, negative Konstellationen zu vergessen. Ich vertraue auf meinen guten Stern, und denke an mein Lebensmotto: Carpe diem, Lebe jeden Tag! 

Lesen Sie ab Mittwoch, 1. Januar, wie Ihre Sterne für das kommende Jahr stehen. Dann starten wir mit dem ersten der vier Teile des Jahreshoroskopes für 2014.

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