Rolf Knie Er gibt Zuccolini noch 10 Tage Zeit

Als Verwaltungsratmitglied des Circus Knie verfolgt Kunstmaler das Geschehen in der Manege immer noch genau. Rolf Knie fühlt mit dem stolpernden Claudio Zuccolini mit, der dem Publikum mit seinen Gags kein Lächeln entlocken vermag. Gleichzeitig nimmt er die Zirkus-Direktion in Verantwortung und setzt eine klare Deadline.

Seit Claudio Zuccolinis, 42, Debüt im Circus Knie hagelt es Kritik an seinen Komiker-Künsten. Selbst Rolf Knie, ehemaliger Clown, wundert sich, warum die Nummer drei Wochen nach der Premiere noch immer nicht funktioniert. «Ich hätte erwartet, dass man in dieser Zeit das Programm verbessert», sagt Rolf Knie, 63, im Gespräch mit der «Schweizer Illustrierten». Wenn man die Zirkustauglichkeit eines Komikers nicht kenne, so der Kunstmaler, so solle man einen Testlauf machen. Das sei bei Zuccolini verpasst worden. Jetzt helfe nur noch eines: «Er braucht Hilfe von einem Fachmann, der weiss, wie man im Zirkus spielen muss.»

Rolf Knie weiss, wovon er spricht: Bei einem Auftritt 1974 lief alles aus dem Ruder. Die Mikrofone funktionierten nicht, die Lichttechnik versagte, die Pointen kamen nicht an. «Es war furchtbar - keine Sau hat gelacht. Ich war danach so enttäuscht und wütend, dass ich in der Garderobe alles kurz und klein geschlagen habe.» Dann habe ihn jemand gepackt und ihm eine Spritze verabreicht. Zwei Tage später sei er wieder aufgewacht - der Schock war geblieben: «Ich hatte Panik vor dem Publikum.» Sechs Wochen lang habe er einen grossen Bogen um den Zirkus gemacht. Hörte er Applaus, bekam er Schweissausbrüche. Durch seinen Vater habe er den Boden unter den Füssen wieder gefunden, die Fehler korrigiert und neuen Mut gefasst. «Hätte ich meinen Vater damals nicht gehabt, wäre ich an diesem Job zerbrochen.»

So eine Person brauche nun auch Zuccolini. «Es wäre an den Leuten um ihn herum, ihn zu coachen», sagt Knie. Nun gelte es, neue Ideen zu entwickeln. Die Zeit dafür ist knapp: «Zehn Tage. Bis dann muss er sein Programm im Griff haben und beim Publikum ankommen.» Sonst schade Zuccolini dem Zirkus. Und sich selbst.

Das ganze Interview mit Rolf Knie lesen Sie in der aktuellen «Schweizer Illustrierten» Nr. 15 vom 8. April - am Kiosk oder auf Ihrem iPad.

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