Bastian Baker Er hat für Cameron Diaz gesungen

Zwei Jahre nach dem fulminanten Debüt gibt Bastian Baker sein zweites Album heraus. Der Lausanner Popstar im Interview mit der «Schweizer Illustrierten» über seine Fans, Frauen-Gerüchte und seine wilden Zeiten in New York.

Einen Bastian Baker hat man nie für sich allein. Selbst zum Interview nicht. Wir treffen den Popstar aus Lausanne in Zürich. Zwei Jahre nach seinem mit Platin ausgezeichneten Album hat er mit «Too Old to Die Young» 15 neue Songs am Start. Wir wollen mit Bastien Kaltenbacher, wie der 22-Jährige im echten Leben heisst, über den Erfolg sprechen. Über das wilde Leben auf Tournee. Und natürlich über Groupies. Auf den letzten Metern zum reservierten Raum fängt uns eine Dame um die 25 ab. Dunkles Haar, eine nervöse Röte im Gesicht: «Hallo, Bastian. Schön, dich zu sehen. Ich hab da was für dich.» Bastian bedankt sich, posiert mit ihr für ein Erinnerungsbild. Dann ist sie auch schon weg. Tür zu, bevor sich herumspricht, dass der Mädchenschwarm in der Stadt ist.

Schweizer Illustrierte: Bastian, wer war das?
Bastian Baker: Kimberly, einer meiner treusten Fans, sie reist mir fast überall nach.

Sie hat Ihnen etwas geschenkt…
Ja, ich habs noch nicht ausgepackt. Wollen wir? (Er reisst das Paket auf.)

Was ist es?
Ein Stern. Sie hat mir einen Stern gekauft, der jetzt Bastian heisst. So was Abgefahrenes habe ich noch nie bekommen! Wow! (Guckt zur Decke.) Bastian, wo bist du?

Fans immer und überall - fühlt sich das nicht manchmal an, als würden Sie verfolgt?
Nein, ich finde das wahnsinnig cool. Für die bin ich ein Hobby. Die reisen mir einmal in der Woche nach, wie andere Tennis spielen. Dagegen kann ich doch nichts haben.

Wer sammelt Ihre Fanpost?
Das meiste geht an meinen Vater nach Lausanne ins Restaurant. Er sollte mich langsam aber sicher am Umsatz beteiligen, so oft warten Gäste dort auf mich. (lacht). Meine Mutter nimmt die Post und die Plüschtiere dann heim nach Villeneuve.

Wann haben Sie letztmals jemanden getroffen, der Sie umgehauen hat?
Das ist erst ein paar Monate her. Cameron Diaz sass ganz ohne Bodyguards auf der Terrasse eines Hotels in Monaco. Ich habe ihr Hoi gesagt. Sie hatte gehört, dass ich Musik mache. Und ich bot ihr an, für sie zu singen.

Sie haben dem Hollywood-Star ein Ständchen gespielt?
Ja. Sie hat dafür meiner kleinen Schwester Happy Birthday gewünscht am Telefon. Seither bin ich der beste grosse Bruder auf der Welt (grinst).

Ihr neues Album heisst «Too Old to Die Young» - zu alt, um früh zu sterben. Wie alt fühlen Sie sich heute?
Wie 22. Mein Schlafmanko war schon grösser.

Sie sind, seit der Gründer des Montreux Jazz Festival, Claude Nobs, Sie vor drei Jahren entdeckt hat, nonstop unterwegs. Sie fliegen bestimmt längst Business-Class von einem Konzert zum nächsten.
Nein. Economy. Und übernachten tue ich viel lieber bei Freunden auf dem Sofa als in einem einsamen Hotelzimmer. Manchmal penne ich auch einfach in meinem Auto.

Frankreich, Belgien, Kanada, Russland… Ihr Erfolg bringt Sie immer weiter. Geht Ihnen die Energie nie aus?
Bis jetzt nicht. Wenns um Spass geht, kann ich mich immer aufraffen. Aber ich weiss auch, dass ich nicht so weitermachen kann bis 60. Sonst falle ich mit 27 tot um.

Als Sie entdeckt wurden, waren Sie noch Eishockeyprofi. Wie oft gehts heute noch aufs Eis?
Selten. Jüngst hat mich der Koch des Schweizer Botschafters in den USA mitgenommen. Er spielt bei den Los Angeles Kings Seniors. Ich habe aber kein einziges Tor geschossen - meine Beine fühlten sich an, als wären sie noch im Flugzeug, und seine Spätzli im Bauch waren auch etwas schwer (lacht).

Das Sixpack ist also weg?
Also, ich werde Ihnen jetzt nicht meinen nackten Bauch zeigen.

Sie waren innerhalb der letzten zwölf Monate dreimal in New York. Warum?
Ehhm… Hamburger, Donuts, Sprite… Mit den Amerikanern kommt man einfach in Kontakt. Und die Partys! Im Club des Hotels «The Standard» in Manhattan gibts einen Pool. Und vom Pissoir sieht man zum Empire State Building. Mir fiel es noch nirgends so einfach, Songs zu schreiben.

Ihre erste Single vom neuen Album heisst «79 Clinton Street», warum?
Klingt doch cooler als «Rue du Marché», nicht?

Wer wohnt an der 79 Clinton Street?
Da liegt die Wohnung, die ich mit meiner Familie beim ersten Besuch in New York gemietet habe. Das war vor einem Jahr, da durfte ich im Kult-Club «The Living Room» auftreten. Meine ganze Familie war da - sogar mein Grossvater. Der Mann aus den Bergen in der grossen Stadt! Es ging keine 24 Stunden, schon waren sein Handy und sein Portemonnaie spurlos verschwunden, oh my god. (Seufzt und lacht.)

Welches Publikum ist besonders toll?
Die Schweizer natürlich - und die Belgier. Die Französinnen kreischen sehr laut. Es ist aber schwierig, das so genau zu trennen. Es gibt Fans, die stehen ständig in der ersten Reihe, egal, in welchem Land ich auftrete.

Sie sitzen bald in der Jury von «The Voice of Belgium»…
Ja, mit 22 schon Coach zu sein, finde ich geil. Ich will den Kandidaten zeigen, wie hart der Einstieg ist. Sie sollen in Brüssel in einer Kneipe mal vor drei Nasen Stimmung machen, bevor sie weiterträumen.

Hätten Sie für «The Voice of Switzerland» ebenfalls Ja gesagt?
Das Schweizer Fernsehen hat mich nicht angefragt.

In Frankreich haben Sie letztes Jahr schon in einer Tanzshow mitgemacht. Liebäugeln Sie mit einer TV-Karriere?
«Dance avec les stars» war ein schönes Erlebnis, aber ich würde es nicht unbedingt wieder machen. Ich bin halt schon eher Hockeyaner als Traumtänzer (lacht). Aber ich habe Lust zu experimentieren. Vielleicht als Moderator. Als Komiker. Oder in einer kleinen Filmrolle.

Sind Sie zufrieden mit Ihrem Image?
Ja, ich glaube schon, dass ich der bin, für den ich gehalten werde. Manchmal höre ich aber schon Storys, o, là, là…

Was für Gerüchte?
Ich habe tausend Frauen, die behaupten, sie seien meine Freundin. Dabei habe ich keine. Wirklich nicht.

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