Nino Schurter Er trauert um Gold

Er ist einer unserer Olympia-Helden, doch die Silber-Medaille genügt Nino Schurter nicht. Der Mountainbiker strebte nach Gold und musste kurz vor dem Ziel den ersten Platz dem Tschechen Jaroslav Kulhavy überlassen. Seine Familie ist trotzdem stolz auf ihn.

Die Umarmung seiner Freundin Nina Candrian im Zielraum wirkte eher wie eine Aufmunterung als eine Gratulation. Im Moment, als der Bündner Nino Schurter, 26, die Silber-Medaille gewann, brach für ihn eine Welt zusammen. Kurz vor Ziel kippte Schurter aus der Bahn. «Es ist schon brutal, wenn man so nahe dran ist. 200 Meter vor dem Ziel war ich überzeugt, dass es nun reicht. Dann hat mich Juroslav erwischt», sagt er in der aktuellen «Schweizer Illustrierten». Als er das Edelmetall für die Fotografen küsste, war das eher eine Trotzaktion als eine Liebeserklärung.

Dank Nina ist Ninos Frust ein wenig gemildert. Seit acht Jahren sind die beiden ein Paar. Und sie ist sein grösster Fan. Mit ihr sind natürlich auch die Eltern Franzisca und Ernst Schurter zu Recht stolz auf seine Leistung. Und Trainer Beat Stirnimann findet aufmunternde Worte: «Mit ein bisschen Abstand wird sich Nino über diese Medaille freuen. In Peking holte er Bronze, jetzt Silber - 2016 ist er dreissig Jahre alt.» Dann kann er in Rio seinen Medaillensatz komplett machen.

Der Mountainbiker Nino Schurter über den undankbaren zweiten Platz - in der «Schweizer Illustrierten» Nr. 33 vom 13. August 2012.

 

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