Yannick Aellen Er wählte Klums Top-Girls aus

Endlich wird sie gewählt! Am Donnerstag geht das Finale von «Germany’s next Topmodel» über die Bühne. 13 374 junge Frauen haben sich für die 6. Staffel angemeldet, Heidi Klum lässt am Schluss nur eine gewinnen. Was kaum einer weiss: Die Modelmama hat gar nie alle Kandidatinnen gesehen. YANNICK AELLEN, Modelscout aus Bern, pickte für sie die 100 Schönsten aus.

Er hat 26 deutsche Städte in 26 Tagen abgeklappert – nach jungen Frauen mit kleiner Kleidergrösse und grossen Träumen. Yannick Aellen, 34, castete für die aktuelle Staffel von «Germany’s Next Topmodel» 13 374 mögliche Models. Jeden Tag standen sie Schlange, um sich in einer Zehnerreihe vor ihm aufzubauen, ihren Vornamen zu sagen und auf sein Urteil zu warten. Jede, die von Heidi Klum entdeckt werden will, muss zuerst Yannick Aellen überzeugen. Manchmal pickt er drei heraus, manchmal keine.

Der Body, das Gesicht, die natürliche Aura – in ein paar Sekunden erkennt der Profi Modelqualitäten. Ausser Make-up oder Stirnfransen verdecken zu viel. Dann schickt er sie zum Abschminken oder bittet sie, die Haare zurückzubinden: «Da können Wunder passieren!»

Die hundert Schönsten hat er Heidi Klum weitergereicht, die restlichen 13 274 wieder nach Hause geschickt. «Eine echte Perlenpickerei», sagt er. Das letzte Wort hat Heidi Klum: Aus den hundert wählte sie noch fünfzig aus. Amelie, Rebecca und Jana heissen die drei Finalistinnen,  die am Donnerstagabend in «Germany’s Next Topmodel» auf Pro7 um den Modelvertrag buhlen. Mit Aellen holte sich Klum einen echten Kenner aus der Szene. Louis Vuitton, Miu Miu, Akris, Alexis Mabille: Er weiss, wie Designer ihre Kollektionen präsentiert haben wollen. Er castet Models, choreografiert Modeschauen, orchestriert aufwendige Fotoshootings – ein kreatives Genie im Modezirkus.

Seit 15 Jahren reist der Berner von einer Modemetropole zur nächsten. Mit Wohnungen in London, Paris und Zürich – bis es ihm zu viel wurde: «Hier in Zürich habe  ich nun einen Ort zum Schaffen und  Ruhen gefunden», sagt Yannick Aellen, während er in seiner Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung Espressi zubereitet. «Ein Nomadenleben führe ich immer noch. Aber meist ist jetzt das Hotelzimmer bezahlt, wenn ich für eine Show oder ein Shooting unterwegs bin.» Er wohnt hier alleine, nur seine Assistentin besitzt einen Schlüssel. Sechs Jahre lang lebte er in einer Beziehung mit einem Portugiesen, den er bei der Arbeit kennengelernt hatte. «Wir träumten zwölf Jahre voraus, zum Beispiel vom eigenen Haus – statt im Hier und Jetzt zu leben.» Im vergangenen Sommer trennten sie sich.

In einem Zimmer hat sich Yannick Aellen sein Büro eingerichtet. An den Wänden hängen Fotos von Julia Saner, Bianca Gubser, Leona Sigrist und anderen Schweizer Models. «Ich liebe es, sie zu entdecken, zu pushen, eine Muse zu haben», sagt er. Seine grösste Muse heisst Marlon Nüscheler. Das Model habe ein Gesicht wie gemalt, eins, das sich in jedem Winkel verändert. Sie läuft auf all seinen Schweizer Shows mit und hat dank ihm eine Modelagentur in Paris gefunden.

Mit schönen Frauen umgibt sich Yannick Aellen, seit er denken kann: «Als Bub malte ich Prinzessinnen mit üppigen Püppi und grossem Füdli.» Als junger Teenager schwärmt er für die französische Schauspielerin und Sängerin Vanessa Paradis, der er ein Fanmagazin widmete. Die Zeitung kommt ihrem Management in die Hände. Von 13 bis 17 Jahren gehört er während den Schulferien zu Vanessa Paradis Entourage. «Ich verfolge Vanessa’s Karriere immer noch von weitem, sie ist klar eine Ausnahmeerscheinung.» Nach der Sekundarschule wollte er ganz nach Paris. Es war der Anfang der TV-Soaps, er hatte kleinere Angebote. «Meine Eltern machten mir klar, dass ich eine seriöse Ausbildung machen muss.» So absolvierte Yannick Aellen – er ist bilingue aufgewachsen – eine KV-Lehre in Biel. Der Sog, der von Paris ausging, hielt aber an. Nach seiner Lehre vermittelte ihm die persönliche Assistentin von Vanessa Paradis einen Job als Modelbooker in Paris; so nahm alles seinen Lauf. «Millionär werde ich nicht mit meinem Beruf», sagt Yannick Aellen. Am meisten Geld gibt er für Essen und Wein aus – und natürlich für Mode. «In meinem Schlafzimmer steht die grösste Kleiderstange, die du in der Schweiz finden kannst.» Er träumt von einem begehbaren Kleiderschrank und immer noch von einem Haus.

Für ihn steht die Gewinnerin der neuen Staffel von Heidi Klum  längst fest. «Sie bringt alles mit: perfekte Masse, die nötige Coolness – und vor allem ist sie keine Zicke.» Wie sie heisst? Und ob sie überhaupt unter den letzten drei ist? Darüber schweigt der Profi.

Das Finale von «Germany's next Topmodel»: Donnerstag, 9. Juni 2011, ab 20.15 Uhr live auf ProSieben.

Alles zu «Germany's next Topmodel» erfahren Sie in unserem Dossier.

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