Matthias Britschgi Er zeigt viel nackte Haut

Es geht heiss her im Kinofilm «Hard Stop» von Regisseur Sascha Weibel. Sex, Macht und Abhängigkeit sind die zentralen Themen des Liebesdramas um Dante und Rhea. Dabei liefert der Luzerner Matthias Britschgi ein mutiges Debüt als Hauptdarsteller. Der 27-jährige Wahlberliner erzählt SI online, warum er seine Mutter nicht an der Filmpremiere mit dabei haben möchte und wie er sich auf die Sexszenen vorbereitet hat.

SI online: Matthias Britschgi, hat Ihre Mutter «Hard Stop» schon gesehen?
Matthias Britschgi: Bisher noch nicht. Aber es nimmt sie schon Wunder.

Wäre es Ihnen peinlich?
Ihre Anwesenheit während des Filmes wäre für mich wahrscheinlich etwas irritierend. Aber meine Mutter weiss, was ich tue und steht voll und ganz zu mir.

«Hard Stop» ist Ihre erste Hauptrolle in einem Kinofilm. Wie schwer war es, den Dante zu spielen?
Ich habe das Drehbuch gelesen und fand es super. Als aber der Aufnahmetermin näher rückte und ich wusste, dass ich das jetzt wirklich spielen muss, war es schon schwierig. Vor allem die Liebesszenen haben mich Überwindung gekostet.

Das klingt nach schlaflosen Nächten...
Die hatte ich in der Tat. Ich habe mich gefragt, ob ich das so umsetzen kann und hatte wahnsinnige Angst vor der ersten Sexszene mit meiner Filmpartnerin Nina. 

Schwer vorzustellen, dass dabei Erotik aufkommt...
Tut es auch nicht. Das ist harte Arbeit und es stehen so viele Leute am Set rum, dass gar keine erotische Stimmung aufkommen kann. Ausserdem ist man in dem Moment viel zu sehr damit beschäftig, alles richtig zu machen. Man kann ja nicht einfach die Tür hinter sich schliessen, wie man das zu Hause macht.

Wie war die Zusammenarbeit mit Nina Langensand, die in dem Film Rhea spielt?
Wir haben uns gegenseitig unterstützt und offen miteinander kommuniziert, wenn es einem von uns zu heftig wurde oder wir uns unwohl gefühlt haben. Ich finde, man kann nur gewinnen, wenn man offen über seine Ängste redet. Glücklicherweise wussten wir immer, wie die Kameraeinstellung sein wird. Und wir haben viel über das Motiv gesprochen. Wieso es in der Situation zum Sex kommt und was der Hintergrund ist.

Macht es das einfacher?
Ja. Ausserdem kann man einfach mal machen, wenn nur der Rahmen vorgegeben ist. Mit Stellungsvorgaben wäre es wahrscheinlich noch schwieriger gewesen.

Haben Sie sich durch irgendetwas inspirieren lassen?
Ich habe mir einen spanischen Spielfilm angeschaut, der von einem One-Night-Stand handelt. Ein Mann und eine Frau lernen sich an einer Party kennen und verbringen die Nacht zusammen in einem Hotelzimmer. Dort fängt der Film an und dort hört er auf. Und da er auch nur mit zwei Hauptdarstellern auskommt, wusste ich, dass «Hard Stop» funktionieren kann. An den Namen des Filmes kann ich mich aber leider nicht mehr erinnern.

Im Film pocht Rhea darauf, beim Sex auf das Kondom zu verzichten...
Sie ist eiskalt, lebt auf der Überholspur und im Hier und Jetzt. Ohne Rücksicht auf Verluste. Sie bestimmt die Regeln und meine Rolle ist es, darauf einzusteigen. Ohne an die Konsequenzen zu denken. Dante ist körperlich und geistig abhängig von dieser Frau. So sehr, dass ihm alles egal ist.

Hoffentlich nur im Film...
Natürlich, im wahren Leben kann ich nur sagen: Safety first! 

Sie spielten am Theater in Bozen die Hauptrolle in dem Stück «Harold & Maude». Da hatten Sie als Harold eine Liebschaft mit der 80-jährigen Maude. Haben Sie keine Angst, auf den Liebhaber reduziert zu werden?
Ich hoffe nicht. Ausserdem habe ich ja am Theater schon viele andere Rollen gespielt. Auch hatte ich einen Part in dem Schweizer Horrorfilm «One Way Trip 3D» an der Seite von Melanie Winiger.

Gibt es eine Traumrolle, die Sie gerne mal spielen würden?
Ich bin offen für fast alles. Aber Filme, die in den 40er-Jahren spielen oder auch Krimis würden mich sehr reizen. Ich stehe noch am Anfang und habe hoffentlich noch viel Spannendes vor mir.

Vielleicht klappts ja mal mit einer Rolle im Luzerner Tatort?
Den letzten habe ich erst kürzlich gesehen, und ich muss sagen, ich habe in einer Krimireihe selten eine so schöne Bildsprache gesehen. Ausserdem bin ich ein grosser Fan von Andrea Zogg. Er ist einzigartig und kommt mit seinem Dialekt immer so locker rüber. Daher würde es mich sehr freuen, wenn ich irgendwann mal mit ihm spielen dürfte.

Jetzt gehen Sie aber erst einmal nach Berlin...
Den Entschluss, nach Berlin zu ziehen, habe ich schon vor über einem Jahr gefasst.

Dort gibt es aber viele brotlose Schauspieler!
In der Tat. Daher habe ich schon etwas Bammel vor diesem Schritt. Wenn ich merke, dass es dort für mich nicht funktioniert, kann ich immer noch in die Schweiz zurückkommen. Aber vielleicht kommt es ja auch ganz anders und es gelingt mir, dort Fuss zu fassen. Um das zu wissen, muss ich es ja erst einmal ausprobieren.

Und falls es schief läuft?
(Lacht) Dann habe ich wenigstens anständiges Hochdeutsch gelernt.

Gib es schon Projekte, die in Deutschland anstehen?
Vorerst arbeite ich noch etwas in der Schweiz. Ich hatte diese Woche ein Casting für einen Film. Das ist jedoch überhaupt noch nicht spruchreif. Und ich spiele bald Theater in Solothurn. Ab August probe ich für das Stück «Fräulein Julie», das dort am 22. September Premiere feiert.

Apropos Premiere, am kommenden Mittwoch wird «Hard Stop» in Zürich gezeigt. Wollen Sie vielleicht nicht doch Ihre Mutter mit an die Premiere mitnehmen?
(Lacht) Ich hab es ihr noch nicht angeboten. Aber wer weiss, vielleicht schauen wir den Film ja eines Tages auf DVD und essen dabei Popcorn.

Bis dahin bekommt sie die heissen Szenen bestimmt brühwarm erzählt...
Das ist jetzt schon der Fall. Sie wurde bereits darauf angesprochen, dass ihr Sohn Pornos dreht.

Und, was hat sie darauf geantwortet?
Na, die Wahrheit. Dass es sich bei «Hard Stop» um ein Liebesdrama handelt.

 

Möchten Sie bei der Filmpremiere mit dabei sein? Wir verlosen 3x2 Tickets für «Hard Stop» am Mittwoch, 20. Juni, um 20.30 Uhr in der Filmarena Sihlcity in Zürich. Füllen Sie bis Montag, 18. Juni, um 23.59 Uhr das Formular unten aus - und mit etwas Glück sind Sie mit dabei.

Die Verlosung ist abgeschlossen. Die Gewinner werden schnellstmöglich benachrichtigt.

 

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