Demo in Barcelona Eine Baslerin kämpft für die Unabhängigkeit Kataloniens

Ganz Katalonien ist in Aufruhr. Viele wollen die Unabhängigkeit von der spanischen Regierung. Auch die Baslerin Esther Flubacher steht dafür ein. Die «Schweizer Illustrierte» begleitete sie an eine Kundgebung in Barcelona.
Esther Flubacher
© Nik Hunger

Die Baslerin Esther Flubacher hebt die Hände in die Luft. So standen Wähler vor die Polizei, als diese versuchte, Wahllokale zu stürmen.

«Freiheit» schreit die versammelte Menge am vergangenen Samstagnachmittag in Barcelona. Sie fordert die Befreiung der beiden «Jordis», der seit acht Tagen inhaftierten Aktivisten. Dazu kommt, dass Madrid die Machtübernahme von Katalonien angekündigt hat. Das Volk ist aufgewühlt. Darunter auch Esther Flubacher, 38. 

Die Schweiz-Katalanin kommt mit ihrer Tante und ihrem Onkel aus der Stadt Reus, um an der Demo teilzunehmen. Gemäss katalanischer Polizei waren rund 450'000 Menschen versammelt. Flubacher stellt sich zu den anderen. Sie stimmen das Anti-Francoregime-Lied «Què volen aquesta gent» an.

«Wir müssen gehört werden»

Esther Flubacher schaut sich um, ihr kommen die Tränen. Sie singt mit und hebt ihre Hände in die Luft. «Genau so haben sich am 1. Oktober alle vor die Polizisten gestellt, als diese die Wahllokale stürmten.»

Esther Flubacher Barcelona
© Nik Hunger

Katalanen schwingen in Barcelona die Fahne der Unabhängigkeit.

Vor zwei Jahren hat Esther Flubacher die Schweiz verlassen und ist der Liebe wegen nach Reus gezogen. Bereits in der Schweiz engagierte sich die Baslerin für die Unabhängigkeit von Katalonien, als aktives Mitglied der Grünliberalen. Heute bleibt die Juristin Mitglied, arbeitet aber in ihrer neuen Heimat für eine Industriefirma in der Autobranche. «Wann immer ich kann, setzte ich mich ein. Wir müssen gehört werden», sagt sie.

Als Juristin etwas ‹Illegales› verteidigen

Während Esther Flubachers Verwandte in Reus im Unabhängigkeitskampf eingebunden sind, sieht es in Basel etwas anders aus. Esthers Mutter beobachtet die Geschehnisse von der Schweiz aus. Für Demos und die Abstimmung wie am 1. Oktober reist sie aber auch in ihre Heimat zurück. Der Schweizer Teil der Familie hingegen ist politisch anderer Meinung. «Sie verstehen nicht, wie ich als Juristin etwas ‹Illegales› verteidigen kann», so Esther Flubacher.

Sie hofft, dass der katalanische Präsident Carles Puigdemont, 54, endlich die Unabhängigkeit ausruft. Am Samstagabend teilt er in einer TV-Ansprache mit, dass das Parlament darüber beraten werde. «Nächste Woche!» Für Esther Flubacher ist klar: Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Die ganze Story lesen Sie in der «Schweizer Illustrierten» vom 27. Oktober.

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