Was macht eigentlich ... ... Ex-Miss-Earth Nasanin Nuri?

Vor drei Jahren wählte die Schweiz sie zur Miss Earth. Jetzt will Nasanin Nuri ihrer Heimat den Rücken kehren: Für mindestens ein Jahr wird sie in den USA leben und sich auch dort gegen Gewalt an Frauen einsetzen.

«Wooohhoooo - gerade jetzt Bescheid bekommen: mein Traum geht in Erfüllung!», schreibt Nasanin Nuri, 25, am Montag auf ihrem Facebook-Profil. Die Miss Earth Schweiz 2008 wird ab Januar für ein Jahr in die USA reisen. Sie bekam eine Stelle als Au Pair bei einer Familie in San Francisco. «Ich kann noch nicht fassen, dass ich das erleben darf», sagt sie zu SI online. Die Idee, etwas mit Kindern zu machen, schwebte ihr schon lange vor Augen, «doch erst Anfang Jahr kümmerte ich mich konkret um meine Bewerbung.» Es galt, unzählige Formulare auszufüllen und Fragen zu beantworten. «Es war schwierig», sagt sie im Nachhinein. Doch es hat geklappt. Im August entstehen erste Kontakte zu Familien, bereits wenige Wochen später kommt die Zusage. «Ich habe mit meinen Gasteltern bereits mehrmals telefoniert. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden.»

Nasanin wird um die Betreuung der zwei Kinder - 7 und 8 Jahre - besorgt sein, sie zur Schule fahren, mit ihnen spielen und viel unternehmen. «Mir ist es aber auch ein Anliegen, auf Gewalt an Frauen aufmerksam zu machen.» Ihr kommt zugute, dass die Gastmutter für eine Organisation arbeitet, die sich genau diesem - einem für Nuri auch sehr persönlichen - Thema widmet.
 

2002 - TRAGÖDIE
Als Kind muss die Schweizerin mit persischen Wurzeln miterleben, wie ihr Vater sowohl sie, ihre Brüder als auch die Mutter geschlagen hatte. «Ob schlechte Noten, oder nur schon, dass ich mit Freundinnen Eislaufen gehen wollte. Mein Vater schlug mich, meine Mutter und meine Brüder wann immer er einen Grund dafür sah», erzählt sie kurz nach ihrer Wahl zur Miss Earth Schweiz vor drei Jahren. Die Gewalt gipfelt 2002 in einer Tragödie, als der Vater ihre Mutter erdrosselt. Damals war Nasanin 14. Ihr Vater sitzt seither im Knast - 19 Jahre bekam er. Sie habe ihm zwar verziehen, Kontakt wolle sie aber keinen mehr. «Ich habe mit der Geschichte abgeschlossen», meint sie heute. Er wird darum auch nicht erfahren, dass seine Tochter in die USA geht.

2008 - WAHL ZUR MISS EARTH SCHWEIZ
Ihr Jahr als Miss Earth Schweiz will Nasanin nutzen, auf das Thema Gewalt an Frauen aufmerksam zu machen. «Jede Frau kann Opfer von Gewalt werden. So wie ich.» Ihr war es wichtig, damit an die Öffentlichkeit zu gelangen, zumal es es sich um ein Tabuthema handelt. «Keine Frau soll das gleiche Schicksal erleiden müssen wie mein Mami», erzählt sie. Den Sieg widmet sie darum auch ihrer Mutter. Im Herbst desselben Jahres reist Nuri nach Manila, wo sie die Schweiz am Weltfinale vertritt. Sie gelangt unter die besten acht von über 100 teilnehmenden Ländern.

2009 - PRÜGEL-SCHLAGZEILEN
Im Mai 2009 geht Nasanin Nuri mit ihrem damaligen Freund in einen Club tanzen. Sie gerät in eine Prügelei mit einer ihr unbekannten Frau. Wer den Streit angezettelt hat, ist nicht klar. Es steht Aussage gegen Aussage.

2011 - NEUE LIEBE
Im Februar diesen Jahres verkündet sie, den besten Valentinstag seit eh und je erlebt zu haben. «Ich habe aus dem heutigen Tag meinen Glückstag gemacht.» Sie und der Ex-Mister-Schweiz-Kandidat Stefan Müller sind fortan ein Paar. Doch das Glück hält nicht lange. «Das ging dann schnell in die Brüche, weil wir doch ziemlich unterschiedliche Ansichten hatten», erzählt sie SI online. Sie seien heute noch befreundet. Einen neuen Mann gibt es nicht, versichert sie. «Ich hatte wegen meiner Au-Pair-Bewerbung in den letzten Monaten anderes im Kopf. Ich habe eigentlich nur noch davon gesprochen.»

AB 2012 - ZUKUNFT
Spätestens am 9. Januar 2012 beginnt ihr Au-Pair-Jahr. «Zunächst bin ich eine Woche in New York, wo ich einen Vorbereitungskurs besuche, dann reise ich weiter nach Kalifornien.» Wenn alles gut laufe, könne sie sich vorstellen, noch ein zusätzliches Jahr bei der Gastfamilie zu verbringen. Mit den Erfahrungen im Gepäck möchte sie irgendwann in einem Waisenhaus arbeiten. «Nicht in der Schweiz, denn ich glaube, andere Kinder haben es dringender nötig.» Bis es soweit ist, «will ich hier noch die Zeit mit meinen Liebsten geniessen und feiern».

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