Tanja Gutmann über Liebeskrisen und ihr neues Glück «Ich lebte in einem Wunschdenken»

Affären, Lügen, Rollenprobleme: Vieles kann Paare aus der Bahn werfen. In einer eigenen TV-Sendung ergründet Tanja Gutmann das Geheimnis glücklicher Beziehungen.
Tanja Gutmann Ex Miss Schweiz Moderatorin
© Geri Born

Der Schlüssel zu guten Beziehungen ist für Tanja Gutmann Kommunikation.

Sie ist die Frau mit den magischen Augen: Moderatorin Tanja Gutmann, 40, schaut in ihrem Nebenberuf als Hypnosetherapeutin tief in die Gefühlswelt ihrer Patienten. In der neuen TV-Sendung «Liebes Krisen» (ab 13. September auf 3sat, 21.05 Uhr) zeigt sie Geschichten von Paaren, die Probleme überwanden und zusammenblieben.

Offen spricht die Miss Schweiz von 1997 über das Geheimnis guter Beziehungen, ganz persönliche Liebeskrisen und ihr neues Glück nach der Trennung von ihrem Partner.

«Schweizer Illustrierte»: Tanja Gutmann, Sie treffen Paare, die trotz Krisen noch zusammen sind. Warum halten Beziehungen?
Tanja Gutmann: Wenn zwei aus ihrem Innersten wirklich Ja zueinander sagen, können sie die gröbste Krise durchstehen. Viele verlieren sich, weil sie Probleme, Groll und Sehnsüchte in sich reinfressen. Man muss Klartext reden, auf eine gute Weise.

Haben Sie sich in einigen Paaren wiedererkannt?
Manchmal bekam ich den Spiegel vorgesetzt - das war sehr emotional.

Was rührte Sie besonders?
Eine Frau fühlte sich unglaublich einsam. Ihr Partner lebte nach der Geburt des ersten Kindes weiter wie zuvor. Sie sass zu Hause, bekam Depressionen bis hin zu Panikattacken. Beim ersten Kind bleibt kein Stein auf dem anderen. Man ist nicht mehr Liebes-, sondern Elternpaar und muss sich neu finden. Ein Aha-Moment für mich. Als mein Sohn Ian zur Welt kam, wusste ich das nicht.

Ob ich irgendwann ein zweites Kind haben werde, steht noch in den Sternen.

Kennen Sie selbst Liebeskrisen?
Das passierte mir in jeder Beziehung. Ich musste lernen, ehrlich zu mir selbst zu sein: Was macht mich zufrieden? Was nicht? Das musste ich dann klar aussprechen.

Das kostet sicher Mut.
Ja. Meine Interview-Paare zeigten mir noch mal, wie viel Frust sich erst anstauen muss, bis man redet.

Was geht in einer Beziehung gar nicht?
Egoismus und Lügen. Sie lösen Frust aus, zerstören Vertrauen und den Respekt voreinander.

Haben Sie versucht, sich den perfekten Partner zu backen?
Die Krankheit hat doch jede Frau, oder? (Lacht.) Früher erträumte ich eine Partnerschaft mit Hochzeit und ewigem Glück. Krise kam nicht vor. Total unrealistisch.

Sind Sie ein Beziehungstyp?
Früher war ich ungern alleine. Heute geniesse ich es, meine eigene Wohnung zu haben. Wenn mein Sohn Ian im Bett ist, kann ich für mich sein. Eine gemeinsame Wohnung mit meinem neuen Partner wäre ein grosser Schritt. Da lasse ich mir Zeit.

Sind Sie vorsichtiger geworden?
Ja, definitiv. Aber nicht nur aufgrund dessen, was ich in Beziehungen erlebt habe, sondern vor allem wegen Ian.

Tanja Gutmann Ex Miss Schweiz Moderatorin
© Geri Born
Am Ufer der Emme entspannt sich die Moderatorin gerne. Seit Oktober ist sie wieder verliebt.

Wünscht er sich Geschwister?
Eine Weile redete er von einer imaginären Schwester, die Italienisch spricht. Das war lustig. Ob ich irgendwann ein zweites Kind haben werde, steht noch in den Sternen.

Was wünschen Sie sich in einer Beziehung?
Miteinander das Leben zu teilen, aber auch das eigene weiterleben zu können. Sich gut aufgehoben fühlen und vertrauen, miteinander reden können. Mein Freund kann das gut und nimmt seine Gefühle wahr. Wenn er etwas nicht so lässig findet, sagt er es.

So ein Mann ist schwer zu finden.
Stimmt. Aber Halleluja, es gibt ihn!

Wie arrangieren Sie sich mit Ihrem Ex-Partner Siro?
Sehr gut. Eineinhalb Tage die Woche und jedes zweite Wochenende ist Ian bei ihm. Siro ist immer involviert, wir facetimen jeden zweiten Tag. Wir gehen auch mal zusammen in die Badi oder in den Zoo.

Was war an Ihrer Trennung am schwersten?
Zu wissen, dass mein Kind nicht in einer intakten Familie aufwächst, bereitete mir ein schlechtes Gewissen. Aber mir war wichtig, dass Siro immer spürt, dass er der Vater ist und bleiben wird.

Sie glauben an die eigene innere Kraft. Hilft das auch in Paarkrisen?
Mir half sie über die Trennung hinweg. Ich gab mir ein halbes Jahr Zeit, um den Trennungsschmerz aktiv zu bearbeiten. Es tat weh. Aber ich wusste: Dann habe ich das Schlimmste überwunden und kann loslassen. Und danach werde ich wieder glücklich.

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