Gunvor Fehlgeburt in der siebten Woche

Es ist das wohl Schlimmste, was einer Frau mit Kinderwunsch passieren kann: Die Schwangerschaft von Gunvor schaffte es nicht über die ersten drei kritischen Monate hinaus. Die Sängerin musste zur Ausschabung.
Gunvor Guggisberg räkelt sich auf Sessel
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«Über eine Fehlgeburt redet niemand gerne», sagt Gunvor Guggisberg, die soeben eine Ausschabung hinter sich hat. «Dabei sind so viele Frauen davon betroffen.»

«Es hat nicht sein sollen. Ich habe meinen kleinen Engel verloren», sagt eine traurige Gunvor Guggisberg, 38, im Gespräch mit dem «SonntagsBlick». Anfang der Woche musste die Finalistin des Eurovision Song Contest 1998 ins Zürcher Unispital einrücken: «Es hat sich in meinem Bäuchlein kein Embryo entwickelt. Deshalb musste ich eine Ausschabung machen.» Dabei war es doch ihr sehnlichster Wunsch, mit ihrem 47-jährigen Verlobten Roland eine Familie zu gründen. «Da ich nicht mehr so jung bin, wollte ich möglichst schnell schwanger werden», sagt Gunvor. Als sie dann Ende Juli den positiven Test in den Händen hielt, konnte sie ihr Glück kaum fassen: «Ich fühlte mich wie im Himmel. Nie hätte ich gedacht, dass es so schnell klappen könnte.» Ab diesem Zeitpunkt schont sie sich. Schläft viel, ernährt sich gesund und verzichtet gänzlich auf Alkohol: «Ich wollte sicher sein, dass mein Ungeborenes gesund und geschützt ist.»

Dann aber der Schock: Anfang August treten bei Gunvor plötzlich Blutungen auf. Der Ultraschall beim Frauenarzt bringt dann eine Klarheit, die schmerzt. Der Fötus ist ein sogenanntes Windei, hat sich in dem frühen Stadium der Schwangerschaft nicht richtig entwickelt und muss operativ entfernt werden. «Ich war am Boden zerstört», erzählt Gunvor. Dauernd hätte sie sich gefragt: Warum musste das bloss ihr passieren? Weil aber laut Schätzungen jede dritte bis vierte Schwangerschaft in einer Fehlgeburt endet, wollte Gunvor mit ihrem Schritt an die Öffentlichkeit anderen Frauen Mut machen. «Über eine Fehlgeburt redet niemand gerne», sagt sie. «Dabei sind so viele Frauen davon betroffen.» 

Ein schwacher Trost für Gunvor ist, dass sie nun weiss, dass sie schwanger werden kann. Und sie bleibt natürlich am Ball: «Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ich irgendwann einmal ein paar süsse Kinder um mich herum haben werde.» Auch, wenn es ihr die Natur zuerst gegeben und dann wieder genommen hat. 

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