Francine Jordi mit «Stadlshow» in der Kritik «Die neue, stufenlos verstellbare Moderatorin»

Sie flirtete, liess sich auf einen Zaubertrick ein und machte Sightseeing durch Offenburg - trotzdem konnte Francine Jordi eingefleischte «Musikantenstadl»-Fans nicht für sich gewinnen. Die deutschen und österreichischen Medien lassen kein gutes Haar an der neuen «Stadlshow»-Moderatorin.
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© SRF/ORF/Thomas Ramstorfer

Alexander Mazza und Francine Jordi konnten in der «Stadlshow» am Samstag nicht überzeugen.

Viel wurde von der neuen «Stadlshow», der verjüngten Version des «Musikantenstadl», erwartet, wenig hat sie erreicht. Obwohl Francine Jordi, 38, in der Auftaktssendung vom Samstag ihr Bestes gab, wollte der Funke beim Publikum nicht überspringen.

Gerade mal 2.46 Millionen Zuschauer (9.6 Prozent Marktanteil) konnte die Sendung in Deutschland laut Mediendienst Dwdl.de vor den Fernseher locken, absoluter Tiefstwert. Das sind zwei Millionen weniger, als Andy Borg, 54, bei seiner letzten «Musikantenstadl» verbuchen konnte. Die krampfhafte Verjüngungskur habe der TV-Show keine jungen Zuschauer gebracht, dafür aber zahlreiche Stammseher verprellt, schreibt der Mediendienst. In Österreich lag der Marktanteil immerhin bei 22 Prozent. In der Schweiz verfolgten 339‘000 Zuschauer die Musikshow, was einem Marktanteil von 24.5 Prozent entspricht, wie SRF mitteilt. Bei Andy Borgs letzter Sendung Ende Juni waren es noch 365'000.

Laut Stefan Mross, 39, konnte die ganze Show nicht überzeugen. «Ich bin traurig und enttäuscht, dass man mit Gewalt eine der letzten Kult-Unterhaltungssendungen an die Wand spielt. Was war denn das für ein Bühnenbild, ein furchtbarer Ton und was für eine schlechte Stimmung im Saal», resümert der Trompeter und Moderator in der «Bild». Besonders über das «herzlose Konzept» ärgert er sich. Und er ist sich sicher: «Andy Borg und ich hätten das Ding aus dem Dreck gezogen. Jetzt heisst es aber: Tschüss, Stadl!»

Dieser Meinung sind auch zahlreiche Twitter-User. «Die ‹Stadlshow› sieht aus, als würden sie live aus einer Ikea-Filiale senden», schreibt ein User. Weitere böse Kommentare: «Meine Frau droht mit Scheidung, falls ich nicht umstelle», «Bei uns regnet es gerade. Ich glaub das sind die Tränen von Karl Moik, der von oben sieht, was aus seiner Show geworden ist» und «Schaut die ‹Stadlshow› und weint ganz fürchterlich».

Die deutsche Zeitung «Die Welt» kann dem neuen «Musikantenstadl» ebenfalls nicht viel abgewinnen. Schmerzlich vermisst wird vor allem Andy Borg. «Er war der ‹Musikantenstadl›, so wie Thomas Gottschalk ‹Wetten, dass..?› war. Das Publikum liebte ihn, und er liebte das Publikum.» Da könne Francine Jordi einfach nicht mithalten, so das Fazit der Zeitung. «Die Francine, das ist die neue hübsche, stufenlos verstellbare Moderatorin, feuerrotes Kleid, blonder Gundula-Gause-Pagenschnitt, Schweizer Dialekt.»

In Österreich ist die Kritik nicht minder harsch. Der «Kurier» meint: «Der Stadl ist also, nach desaströsen Auftaktquoten in Deutschland und dem miesen Start in Österreich, in die Markus-Lanz-Phase eingetreten.» Nach einigen Versuchen, die Show noch zu retten, werde man eine letzte Ausgabe ankündigen, so das Fazit der österreichischen Zeitung. Und Nachrichten.at schreibt über das Moderationsduo: «Die Präsentation von Alexander Mazza und Francine Jordi war wie ein glatter Durchmarsch. In der Sache fehlerfrei, aber ohne individuellen Schmäh und echte Wärme

Und was meint Francine Jordi zu ihrer ersten Show? «Mit der Sendung bin ich sehr zufrieden! In Österreich waren wir mit weit über 20 Prozent Marktanteil sensationell», so die Schlagersängerin zur «Bild». Die schlechten Quoten in Deutschland lässt die Moderatorin aussen vor.

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