Sunrise Avenue eröffnet Baloise Session Frontmann Samu Haber verrät, wie sie ihre Songs schreiben

Die finnische Rockband Sunrise Avenue eröffnet dieses Jahr die Baloise Session. Frontmann Samu Haber, auch bekannt als Juror und Coach bei der TV-Show «The Voice of Germany», verrät, warum er sich besonders auf den Auftritt in Basel freut und wie er seine Songs schreibt.
Sunrise Avenue
© Herve le Cunff

Sunrise Avenue Sänger Samu Haber (2. v. r.) und seine Bandkumpels Raul Ruutu (Bass), Riku Rajamaa (Gitarre), Sami Osala (Schlagzeug) und Osmo Ikonen (Keyboards).

Sie ist die heisseste Rockband Finnlands und macht einen Sound, der mitreisst und bewegt: Normalerweise füllen Sunrise Avenue grosse Fussballstadien mit Zigtausenden Fans. Doch am 19. Oktober steht für sie ein ganz besonderer Auftritt an: Sunrise Avenue eröffnen die diesjährige Baloise Session! Ein Konzert bei Kerzenlicht und Clubtisch-Ambiente. Eine spannende Herausforderung für Bandgründer und Frontmann Samu Haber, 42, der auch schon als Juror bei «The Voice of Germany» die Musikbegeisterung der Schweizer näher kennenlernen durfte:

Sunrise Avenue tönen wie die Alternative zum berühmten Sunset Boulevard in Hollywood. «Hollywood Hills» ist einer Ihrer grössten Hits. Samu Haber, träumten Sie in Finnland oft von Hollywood?
Nein. Die Sache ist viel unromantischer: Am Anfang nannten wir uns nur Sunrise. Das schien mir ein bisschen zu kurz für einen Bandnamen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein ganzes Stadion «Sunrise, Sunrise» skandiert. Da fand unser damaliger Bassist Sami heraus, dass die Domain sunriseave.com noch frei war. Darum nannten wir uns fortan Sunrise Avenue.

Würden Sie sich eher als Pop- oder als Rockband bezeichnen?
Als etwas dazwischen. Wir nehmen Klangelemente vom Rock und mischen sie mit poppigen Melodien. Dazu erzählen wir emotionale Geschichten, wie man sie aus der Folkmusic kennt. Unser Motto ist: «Nimm dir alles, was Spass macht!» Keinem Genre zu entsprechen, ist dabei ein Vorteil, da wir alle Freiheiten haben.

Das lässt sich heute einfach sagen, weil Sie berühmt sind. Als junge Band wird man aber doch gerne in eine Schublade gesteckt?
Das war bei uns zum Glück nicht der Fall. Wir hatten wie gesagt für unser erstes Album alle Freiheiten. Viele Leute zerbrechen sich zu sehr den Kopf über Stilfragen. Am Ende kommts auf die guten Songs an.

Samu Haber
© Herve le Cunff

Live-Erlebnis: Sunrise Avenue bringen auf der Bühne volle Power und Songs, die zum Mitsingen antreiben.

Es ist nicht einfach, einen guten Song zu schreiben.
Stimmt. Für unser neues Album «Heartbreak Century» habe ich über hundert neue Songs geschrieben, um dann daraus die zwölf besten auszuwählen.

Wie kamen Sie auf den Albumtitel «Heartbreak Century»?
Unsere Welt ist sehr schnelllebig. Auf der Suche nach Besserem wechseln wir ständig unsere Jobs, unseren Lebensstil, unsere Beziehungen. Und am Schluss finden wir doch nicht, was wir suchen. Das bereitet Herzschmerz.

Hat der Titel auch eine politische Komponente? Wenn man die Krisen der Welt anschaut, tuts auch im Herzen weh.
Nein. Meine Musik war nie politisch, und sie wird es nie sein.

Wie schreiben Sie Songs?
Am liebsten mit dem Mobiltelefon. Oft sitze ich zu Hause und nehme mit Klavier oder Gitarre ein paar kurze Ideen auf, die ich dann in einem kleinen Studio mit dem Produzenten zu Songs ausarbeite. Am Schluss kommen die Jungs von der Band dazu und spielen den Track ein.

Mit welchen drei Wörtern würden Sie die Philosophie von Sunrise Avenue beschreiben?
Ehrlichkeit, Spass und Energie.

Sie haben eine markante Stimme. Haben Sie die so trainiert?
Nein. In meiner Pubertät ist sie buchstäblich einmal über Nacht so geworden.

Samu Haber
© Herve Le Cunff

Finnischer Rockpoet mit Kanten: In seiner Freizeit ist Samu Haber ein begeisterter Eishockey-Spieler.

Normalerweise treten Sie in grossen Arenen auf. An der BALOISE SESSION spielen Sie in Clubtisch-Atmosphäre bei Kerzenlicht …
Wirklich? Oh, das ist spannend. Da müssen wir uns etwas ganz Spezielles einfallen lassen.

Man kennt Sie auch als Jury-Mitglied und Coach bei der TV-Show «The Voice of Germany». Sind Sie dadurch auch Ihrer eigenen Musik gegenüber kritischer geworden?
Nein. Das hat nichts miteinander zu tun. In der Musik gibt es kein Gut oder Schlecht, sondern nur verschiedene Meinungen. Darum machen wir, was wir wollen.

An welchen Schweizer Kandidaten bei «The Voice of Germany» erinnern Sie sich spontan zurück?
An diesen wirklich coolen Blues-Musiker Marc Amacher.

Dabei hat er Sie nicht einmal als Coach gewählt …
Eine grosse Dummheit! Spass beiseite: Marc ist ein echt cooler Musiker. Ich wünsch ihm alles Gute!

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