SwissAward 2013 Die Nacht der Schweizer Überflieger

Teils waren sie nominiert, teils einfach nur eingeladen. Dennoch: Alle Gäste der SwissAwards-Gala haben sich köstlich amüsiert. TV-Moderator Beni Thurnheer verglich den Abend mit einem Klassentreffen, Seiltänzer und Performer David Dimitri mit einer Familienzusammenkunft. Schliesslich hat er zum ersten Mal seit Langem hat er wieder seine Eltern gesehen. Und das hat sich gelohnt - vor allem für Papa Dimitri. Denn dem wurde am Samstagabend eine ganz besondere Ehre zuteil.

Manu Burkart hat nicht nur einen guten Riecher, was Gags angeht. Auch betreffend Schweizer des Jahres hat der 35-Jährige im Vorfeld die Nase vorn. «Ich finde, Stanislas Wawrinka sollte den Titel gewinnen. Er hat im vergangenen Jahr schliesslich für so einige Emotionen gesorgt», sagt der «Divertimento»-Komiker noch vor der Preisverleihung zu SI online - ohne zu ahnen, dass der Tennis-Star am Ende dann wirklich das Rennen macht. Wenn er jedoch könnte, würde Manu Burkart definitiv seine Frau Michèle zur Schweizerin des Jahres küren. «Sie leistet mit den beiden Kinder unheimlich viel. Das beeindruckt mich sehr», schwärmt der zweifache Familienvater. Auch sein Bühnenpartner Jonny Fischer, 33, ist der Ansicht, dass sein Freund Michi Angehrn das Zeug zum wichtigsten Menschen der Schweiz hätte. Noch, wie er mit einem Augenzwinkern sagt. «So frisch, wie das zwischen uns ist.» 

Die Wahl von Sängerin Sina, wenn die 47-Jährige denn jemanden aus ihrem persönlichen Umfeld ernennen könnte, würde ebefalls auf ihren Partner fallen. Denn: Ehemann Markus sei ihr persönlicher Troubleshooter. «Er schafft es immer wieder, alles ins Lot zu bringen. Da staune ich jedes Mal darüber.» Extremsportler Freddy Nock, 48, schliesst sich bei der Wahl des eigenen Partners an. «Meine Frau Ximena ist meine Schweizerin des Jahres. Sie ist die beste Mutter der Welt und sorgt obendrein noch so gut für mich.» Und die Auslosung seiner Gattin? Die fällt auf Singer-Songwriter Bastian Baker, 22, der in der Kategorie Show nominiert ist - am Ende aber vor Stephan Eicher, 53, den Hut ziehen muss. «Er vertritt die Schweiz mit so vielen tollen Songs. Darauf können wir echt stolz sein», sagt die 38-jährige Frau des Hochseilartisten. «Daher wäre der Titel nur gerecht für den Westschweizer.»

Giulia Steingruber, 19, hätte einen Berufskollegen nominiert - auch wenn der in diesem Jahr gar nicht zur Debatte stand. «Roger Federer! Der ist nämlich mein all time favourite.» Art Furrer würde sich eher für jemanden entscheiden, der sichtbare humanitäre Arbeit leistet. «Also kein Banker, oder so.» Dem Ideal-Typus schliesst sich Sina an - wenn sie offiziell schon nicht ihren Mann nominieren kann. «Hans Rudolf Herren, der Pionier der biologischen Schädlingsbekämpfung, soll gewählt werden!» Denn wenn jemand einen ganzen Kontinent vor der Hungersnot retten könne, dann sei das mit dem Gewinnen doch gar keine Frage.

Obwohl Sina sicherlich schon zum sechsten Mal an der Verleihung mit dabei ist, behagt ihr der Rote Teppich so gar nicht. «Ich fühle mich gleich verloren wie beim ersten Mal», scherzt die Walliser Sängerin. Der grosse Auftritt à la Beatrice Egli ist nicht so ihr Ding. Für die 25-jährige Schlagersängerin, die den Rummel um ihre Person seit ihrem Sieg bei «Deutschland sucht den Superstar» gewohnt ist, ist das Blitzlichtgewitter im Hallenstadion ja noch vergleichsweise human. In Deutschland ist der Hype um den Superstar um einiges grösser. Ist sie froh, mal wieder in der kleinen Schweiz einen Auftritt zu haben? «Ich freue mich sehr, heute Abend hier zu sein. Der SwissAward ist ein ganz spezieller Anlass», sagt die Pfäffikerin. Und stöckelt gut gelaunt in ihren 16-Zentimeter-Killer-High-Heels in Richtung Backstage-Bereich davon.

Während die Frauen mehrheitlich Roben bekannter Designer wie Lisbeth Egli, Akris oder Valentino tragen, sind die Männer etwas extravaganter. Dominique Rinderknechts Freund Goek, 32, trägt einen massgeschneiderten Anzug von Glencheck & Paisley, der amtierende Schwingerkönig Matthias Sempach, 27, musste ebenfalls auf ein Einzelstück ausweichen. «Mit meiner Statur finde ich nämlich keinen Anzug ab Stange.»

Stilexperte Clifford Lilley hat berufswegen ein Auge auf die verschiedenen Outfits, doch beschäftigen tut ihn etwas ganz anderes. «Etwas sehr erfreuliches», wie er sagt. Seine Mutter Audrey feiert demnächst ihren 90. Geburtstag. «Ich werde dann nach Hause nach Kapstadt fliegen und mit ihr anstossen», erzählt der 61-Jährige. Und schwärmt: «Sie ist noch immer fit wie ein Turnschuh und fährt sogar noch Auto.»

David Dimitri, 50, ist ebenfalls froh, endlich mal wieder seine Eltern zu sehen. «Ich bin viel unterwegs, deshalb haben wir uns an Weihnachten leider nicht gesehen», erzählt der Artist. «Der Anlass ist für mich eine Art Familientreffen.» Wenn die Angehörigen älter würden, sei das Bedürfnis doch noch viel grösser, sich öfters sehen zu wollen, so der Junior. Doch nebst der Familienzusammenführung darf am Samstagabend noch etwas gefeiert werden: Papa Dimitri bekommt den Preis für sein Lebenswerk überreicht. «Weil er weltweit die Menschen zum Lachen bringt», so das Urteil von Politikerin Doris Leuthard, 50, die den 78-Jährigen ehren darf. «Für mich ein Ermunterung, noch besser zu werden und Fortschritte zu machen», sagt der Preisträger - ganz bescheiden. Er habe noch viele Pläne, auch wenn so ein Lifetime-Award für viele der Abschluss einer Karriere sei. «Für mich ist das erst der Anfang», sagts - und lächelt sein wohl berühmtestes Clown-Lächeln.

Alles rund um den SwissAward finden Sie im Dossier von SI online.

Mehr über die Stars auf dem Roten Teppich sehen Sie auch im Video:

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