Thomas Sterchi «George Michael wäre mein Traum-Act»

Ausgerechnet ein Berner war es, der 2007 «Zermatt Unplugged» ins Leben gerufen hat. Für Thomas Sterchi war aller Anfang schwer, doch mittlerweile hat sich das Akustik-Festival am Fusse des Matterhorns etabliert und lockt jedes Jahr grosse Namen wie Chris de Burgh, Amy Macdonald und Lauryn Hill ins Wallis. Mit welchen Künstlern Thomas Sterchi privat verkehrt, und wer sich weigerte, auf die Bühne zu gehen, erzählt der 42-jährige Unternehmer im Interview mit SI online.
Thomas Sterchi (l.) gründete das Akustik-Festival Zermatt Unplugged und träumt, eines Tages George Michael empfangen zu dürfen.
© DUKAS Thomas Sterchi (l.) gründete das Akustik-Festival Zermatt Unplugged und träumt, eines Tages George Michael empfangen zu dürfen.

SI online: Herr Sterchi, welchen Star würden Sie in Zukunft gerne mal nach Zermatt einladen?
Thomas Sterchi: George Michael.

Das kam ja wie aus der Pistole geschossen...
Er ist auch mein absoluter Lieblingssänger! Bei seinem letzten Konzert in Zürich war ich zwar sehr skeptisch, ob das auch hinhaut mit den Cover-Versionen. Am Ende aber war es einfach nur genial, wie er die Lieder umgesetzt hat.

Sind Sie an ihm dran?
Wir probieren es jedes Jahr, aber er ist halt eine Riesennummer und noch dazu nicht ganz billig. Aber wir sind langsam an einem Punkt, wo wir von den Künstleragenturen ernst genommen werden und auch das nötige Netzwerk für eine solche Anfrage haben.

Entspricht das Festival-Programm immer Ihrem Geschmack?
Nein, und das muss es auch nicht. Wir versuchen, eine gesunde Mischung hinzubekommen, und da gibt es natürlich auch Künstler, die mir weniger zusagen.

Wer zum Beispiel?
Die kanadisch-amerikanische Sängerin Alanis Morissette im Jahr 2008 war nicht so mein Ding. Ich fand aber trotzdem, sie passe super ins Programm.

Wurden Sie auch schon mal von einer Show überrascht?
Bei Stephan Eicher war das der Fall. Wir haben ihn angefragt, weil er einen super Namen hat und eine tolle Persönlichkeit ist. Am Ende war seine Show für mich die Beste überhaupt. Obwohl ich anfangs gar kein so grosser Fan von ihm gewesen bin.

Pflegen Sie Freundschaften zu Künstlern, die in Zermatt aufgetreten sind?
Mit James Walsh von der britischen Band Starsailor stehe ich in Kontakt. Er spielt jedes Jahr am Zermatt Unplugged und schickt mir immer mal wieder neues Material, das ich mir anhören darf. Aber auch mit dem Sänger und Produzenten Ryan Tedder von OneRepublic habe ich mich sehr gut verstanden. Als die Band 2011 aufgetreten ist, haben wir gleichzeitig die Biographie von George W. Bush gelesen. Damit hatten wir dann genügend Gesprächsstoff.

Man hört, die Band habe auf der Skipiste keine gute Figur gemacht...
(lacht) Wir dachten eigentlich, dass Jungs aus Colorado Skifahren könnten. Doch am Vorabend haben sie nach ihrer Jam-Session so grausam Gas gegeben, dass sie sich am nächsten Tag einfach überschätzt haben. Trotz Skilehrer war die Band am Ende des Tages so dermassen lädiert, dass wir ihnen einen Privatflug zu ihrem nächsten Konzert nach Wien organisiert haben.

Gab es sonst noch Vorfälle mit Musikern?
Vor zwei Jahren weigerte sich Lionel Richie auf die Bühne zu gehen.

Aus welchem Grund?
Er hatte es wohl mit der Öffentlichkeitsarbeit leicht übertrieben, war bockig und hatte die Nase voll. Als ich ihn dem Publikum ankündigte, kam er einfach nicht. Zuerst machte ich mir keine Sorgen, zumal ich ihn ja hinter der Bühne gesehen habe und seine Band schon die ersten Takte spielte. Als er jedoch nach zehn Minuten immer noch nicht erschienen ist, kam sein ratloser Assistent und sagte mir, Lionel wolle nicht auftreten.

Hat er sich am Ende noch beruhigt?
Klar. In dem Moment, als ich hinter die Bühne ging, kam er dann doch noch nach vorne. Das war meiner Autorität sehr zuträglich.

Wie geht es mit Zermatt Unplugged weiter?
Die Verträge mit Zermatt wurden soeben für die nächsten drei Jahre unterschrieben.

Glückwunsch!
Danke. Ich bin darüber sehr glücklich. Zumal das Akustik-Festival anfangs sehr belächelt wurde.

Fehlt zum perfekten Glück nur noch die Zusage von George Michael...
...Und auch da bleiben wir dran.

Zermatt Unplugged: 17. bis 21. April 2012

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