Gerhard Pfister äussert sich zum Fall Buttet «So ein Verhalten ist in keiner Partei akzeptabel»

Nach den Belästigungsvorwürfen gegen den Walliser CVP-Nationalrat Yannick Buttet ergreift Gerhard Pfister das Wort. In einem Interview mit dem «Sonntagsblick» liest der CVP-Parteipräsident seinen Parlamentskollegen die Leviten. Sein Appell ist deutlich: Politiker sollen sich auf ihre Aufgabe konzentrieren.
Gerhard Pfister, Yannick Buttet
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CVP-Parteipräsident Gerhard Pfister äussert sich im «Sonntagsblick» zum Fall Buttet.

Es sind schwere Vorwürfe, die gegen den Walliser CVP-Nationalrat im Raum stehen: Yannick Buttet, 40, soll seine Ex-Geliebte durch Stalking belästigt haben. Auch im Bundeshaus soll der CVPler durch unangemessenes Verhalten aufgefallen sein. Kurz nach Bekanntwerden der Anschuldigungen entschied die Parteispitze, ihren Vizepräsidenten zu suspendieren. Der Entscheid war am letzten Donnerstag gefallen. Einen Tag zuvor hatte Buttet die Partei über ein gegen ihn eingeleitetes Strafverfahren informiert.

Für Elisabeth Schneider-Schneiter ist Buttet nicht mehr tragbar

Während der Angeklagte weiterhin darauf besteht, dass er kein Stalker sei, werden in Bundesbern Rücktrittsforderungen laut. Im Präsidium der CVP Schweiz herrscht laut «NZZ am Sonntag» die Meinung vor, er solle als Nationalrat aufhören. «Persönlich bin ich der Meinung, dass er sein Amt niederlegen muss», sagt die Basler Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter.

Elisabeth Schneider-Schneiter
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Für die Basler Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter ist Yannick Buttet als Nationalrat nicht mehr tragbar.

CVP-Parteipräsident Pfister meldet sich zu Wort

Die 53-Jährige ist nicht das einzige Mitglied im CVP-Präsidium, das sich zum Fall Buttet äussert. Auch Parteipräsident Gerhard Pfister, 55, bezieht im «Sonntagsblick» ausführlich Stellung. «Das Verhalten von Yannick Buttet ist in keiner Partei akzeptabel», stellt der Spitzenpolitiker klar.

Der Umstand, dass Buttet ein CVPler ist, tut laut Pfister nichts zur Sache: «Das C bedeutet ja nicht, dass wir den Anspruch haben, moralisch bessere Menschen zu sein als andere.»

«Politiker sollen sich auf ihre Aufgabe konzentrieren»

Auf die Frage, warum sich manche Parlamentarier offensichtlich nicht im Griff haben, antwortet der CVP-Chef: «Mir wurde schon von Kollegen vorgeworfen, zu wenig an geselligen Anlässen teilzunehmen. Meistens fehlen mir dazu Zeit und Lust. Aber Sessionen haben manchmal schon Ähnlichkeiten mit Klassentreffen.» Dabei sei doch völlig klar: «Politiker sollen sich auf ihre Aufgabe konzentrieren. Dafür sind sie gewählt!»

Als Parlamentarier sei man eine öffentliche Person. «Man muss sich bewusst sein, dass privates Handeln auch öffentlich werden kann», so der CVP-Parteipräsident. Aus dem Interview geht hervor, dass Gerhard Pfister und Yannick Buttet in regelmässigem Kontakt stehen. Weitere Informationen lässt sich Pfister nicht entlocken.

Entscheidende Tage für den Beschuldigten

Nächste Woche trifft sich die Parteispitze der CVP, um über den Fall Buttet zu beraten. Anders als Parteikollegin Schneider-Schneiter bezieht Pfister zu den Rücktrittsforderungen keine klare Position: «Wir treffen uns, um die Lage zu besprechen. Ob und welche Entscheide dann gefällt werden müssen, ist heute völlig offen.»

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