Giulia Steingruber EM-Gold: «Bin froh, habe ich auf Trainer gehört»

Am Sonntag konnte Giulia Steingruber bei der Kunstturn-EM in Sofia, Bulgarien, gleich zwei Medaillen abholen. Wie sie gegenüber der «Schweizer Illustrierten» verrät, ist sie erleichtert, die Ratschläge ihres Trainers befolgt zu haben.
Giulia Steingruber holt Gold im Sprung (EM in Sofia)
© Keystone

Giulia Steingruber springt ins Glück: An der Kunstturn-Europameisterschaft in Sofia holte sie Gold und Bronze.

Noch nie gabs an einem Grossanlass zwei Geräte-Medaillen für eine einzelne Schweizer Athletin. Bis jetzt! Am Sonntag, 18. Mai 2014, hat die 20-jährige Kunstturnerin Giulia Steingruber ihren Titel verteidigt und bei der Europameisterschaft in Sofia Gold im Sprung geholt. Und die Freude wurde noch grösser, als sie kurz darauf auch noch den dritten Rang beim Bodenturnen erreichte. Die Bronze-Medaille sei die grössere Überraschung gewesen, sagt sie in der aktuellen «Schweizer Illustrierten». «Aber für mich noch etwas wertvoller ist halt schon das neuerliche Gold im Sprung. Denn da verspürte ich erstmals den Druck des Siegenmüssens.»

Dass es mit dem ersten Platz geklappt hat, verdankt die Gossauerin nicht nur ihren Fähigkeiten, sondern auch ihrem Trainer Zoltan Jordanov. Sie wollte nämlich volles Risiko fahren und versuchen, im Sprungfinal mit zwei Schrauben zu punkten. Der Trainer jedoch war überzeugt: Wenn sie sicher stünde, würde sie auch ohne Höchstrisiko gewinnen. Deswegen riet er ihr zur Sicherheitsvariante: den Jurtschenko mit einfacher Schraube. Nur widerwillig habe sie auf ihn gehört, gibt Giulia Steingruber zu. Aber: «Er hatte recht.» Noch im Bus zur Sporthalle habe sie daran herumstudiert. «Ich bin froh, habe ich letztlich schön brav auf ihn gehört.»

Jetzt freut sich die 20-Jährige, am Montag ins Flugzeug zu steigen. Sie reist zurück zu ihren Eltern in die Ostschweiz. «Ich darf die restliche Woche daheim verbringen und meine alten Kolleginnen wieder mal sehen.» Und dann gehts direkt wieder los mit dem Training. Sie muss sich fit machen für die Weltmeisterschaft, die im Oktober in China stattfindet. Dazu kommt, dass Giulia die Matura im Fernstudium begonnen hat. «In dreieinhalb Jahren möchte ich das schaffen.» Sie träumt von einem Studium im sozialen Bereich, die grosse Doppelbelastung macht der Kämpfernatur nichts aus. «Andere leisten doch viel mehr als das.» Im Sommer könne sie sich ja erholen, dann gehts mit der Familie in die Südtürkei.

Mehr zu Giulia Steingruber und weitere Bilder finden Sie in der aktuellen Ausgabe der «Schweizer Illustrierten». Ab 19. Mai 2014 am Kiosk oder auf Ihrem iPad.

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