TV-Kritiker beleidigt «G&G»-Gastmoderatorin Bettina Bestgen «Zuerst war ich traurig, danach hässig»

Für den TV-Kritiker René Hildbrand hört der Spass auf, wo die grossflächigen Tattoos von Bettina Bestgen beginnen: Nachdem die Radiofrau als Gastmoderatorin das SRF-Magazin «Glanz & Gloria» moderiert hat, stellt er die junge Frau an den Pranger.
Bettina Bestgen als Gastmoderatorin bei g&g»
© SRF

Wird wegen ihrer Tattoos stark kritisiert: Radio-Frau und Gastmoderatorin von «G&G» Bettina Bestgen.

Sie hat mehrere Übernamen. Die «Kleine mit den Tätowierungen» und «Radio-Rabaukin» sind nur zwei davon. Kein Wunder also, dass die SRF-Radio-Virus-Frau mit «Inked» die erste Tattoo-Sendung der Schweiz moderiert. Letzte Woche gelang der 29-Jährigen ein weiterer Coup. Bestgen durfte als Gastmoderatorin vom 20. bis 24. März durch das SRF-Peoplemagazin «Glanz & Gloria» führen.

Ein Fakt, der dem TV-Kritiker René Hildbrand sauer aufstösst. In seiner TV-Kritik für Persoenlich.com echauffiert sich der Journalist, TV-Kritiker und Buchautor über Bestgens Körperschmuck und ihre angebliche Talentfreiheit: «Der Rabaukin von Radio SRF Virus fehlen Talent und Potenzial, dereinst auch nur entfernt an Annina Frey oder gar an Viola Tami heranzukommen.»

«Wie eine kichernde Sek-Schülerin»

Damit nicht genug: «Dafür zeigte Bestgen ärmellos ihre grossflächigen farbigen Tattoos auf Aussen- und Innenseiten ihrer Arme - und auf ihrer Schulter. Dazu ein auffälliges Nasen-Piercing. Ein solcher Moderatoren-Auftritt wäre bei keinem deutschen Sender möglich», ist sich Hildbrand sicher. Zum Abschluss ihrer Woche als Gastmoderatorin durfte Bestgen letzten Freitag von der Eröffnung des Schweizer Filmpreises aus Genf berichten.

Auch hier lässt Hildbrand kein gutes Haar an der Virus-Moderatorin: «Wie eine kichernde Sek-Schülerin interviewte sie Bundesrat Alain Berset. Sorry, aber eine so überladen ‹bemalte› Moderatorin lässt man nicht an einen Bundesrat ran. Und überhaupt nicht vor die Kamera. Tätowierungen waren einst der Körperschmuck der Unterwelt, ein Zeichen von Knastis und Matrosen.»

«Zuerst hat mich der Artikel traurig gemacht, danach hässig»

Auf Facebook wird Hildbrands Text rege geteilt und heiss diskutiert. So macht sich zum Beispiel der Comedian und SRF-3-Moderator Stefan «Büssi» Büsser mit den Worten «Und was Herr Hildbrand in seiner Kolumne noch vergessen hat zu schreiben: Um 18.40 Uhr hat eine Frau nicht ‹Glanz&Gloria› zu moderieren, sondern steht gefälligst in der Küche!» lustig. Die zahlreichen User-Kommentare unter Büssers Post klingen ähnlich.

Auch Bestgen lässt es sich nicht nehmen, mitzukommentieren: «Ich denke, es ist wichtig, jungen motivierten Menschen versuchen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Wenn sie allen Mut zusammen nehmen und nach vier Tagen TV-Erfahrung ins kalte Wasser geworfen werden und sich getrauen, die Kür eines jeden Fernsehmoderators zu machen: eine Live-Aussenkiste. Zuerst hat mich der Artikel traurig gemacht, danach hässig. Und dann dachte ich, dass alle Menschen mit Hirn, welche im Jahr 2017 leben, dasselbe denken werden wie ich. Amen.»


Das SRF steht zu Bestgen

Auf Anfrage von SI online lässt Stefan Wyss, Mediensprecher SRF, ausrichten, dass es zu Hildbrands TV-Kritik «schon sehr viele User-Kommentare, welche diese TV-Kritik entsprechend würdigen» gibt. «Ein Kommentar von SRF erübrigt sich daher. Wir gratulieren Bettina Bestgen zu ihrer Gastmoderation und den tollen Quoten, die sie damit erzielt hat.»

Grundsätzlich gelte sowieso: «Ein Tattoo- oder Piercingverbot gibt es nicht.  Es gibt Styling-Leitlinien, an denen sich die Moderatorinnen und Moderatoren orientieren können. Die Kleidung muss zur jeweiligen Person, ihrer Funktion sowie zur Sendung passen. ‹Glanz & Gloria› berichtet über Anlässe verschiedenster Couleur. Und uns gefällt auch die Couleur, die Bettina Bestgen in die Sendung eingebracht hat.»

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