Steve Lee (†) Gotthard-Kollegen erinnern sich

Vor einem Jahr verloren sie nicht nur ihren Frontmann, sondern auch einen guten Freund: Die Gotthard-Bandmitglieder blicken in der «Schweizer Illustrierten» in die Vergangenheit und erzählen von besonderen Momenten mit Steve Lee, † 47.
Im September präsentierte Gotthard ihr neues Album, eine Hommage an Steve Lee: Hena Habegger, Leo Leoni, Marc Lynn, und Freddy Scherer (v.l.).
© Keystone Im September präsentierte Gotthard ihr neues Album, eine Hommage an Steve Lee: Hena Habegger, Leo Leoni, Marc Lynn, und Freddy Scherer (v.l.).

MARC LYNN, Bassist:
«Steve fehlt mir jeden Tag. Und sei es nur, um anzurufen und zu fragen: ‹How are you my friend? Wie geht's dir?›», erzählt er und erinnert sich an einen September 2006. Damals reisen Steve und Marc für eine Oktoberfest ans Münchner Oktoberfest. Eigentlich wollten sie nach dem Termin gehen, doch sie bleiben hängen, bestellen Bier und reden. «Steve ist immer offen und freundlich, doch jetzt, da er ein wenig angetrunken ist, leicht ‹azwitscheret› ist, kommt der ‹Cheib› plötzlich aus sich raus.» Sie sprechen über ihre Träume und darüber, was sie als Band bereits erreicht haben.

FREDDY SCHERER, Gitarrist:
Ihm kommt eine Promo-Tour nach London in Sinn. Das war vor vier Jahren. Mit den dortigen Promotern ziehen sie um die Häuser, wovon Steve eigentlich kein Freund ist, erzählt Freddy. Steve sei immer seriöser gewesen als er. «Ich wusste stets, dass ich jemanden an meiner Seite habe, der mich zurückpfeift.» Freddy denkt auch an die gemeinsamen Dinge, die sie noch erleben wollten, beispielsweise Ski fahren - «leider kam es nie dazu», auch wollte Steve seinem Freund eine Kirschtorte backen. «Witzig - ich habe sie in meinem Gedächtnis, obwohl ich sie nie probieren konnte.»

HENA HABEGGER, Schlagzeuger:
Über Gefühle haben Hena und Steve selten gesprochen. An einem Tag im August 2010 ist dies aber anders. Steve habe ihn gefragt, ob er vorbeikommen dürfe. Er erzählt ihm von dem Autounfall, den er und Brigitte Voss-Balzarini in Florenz hatten. «Ich könnte tot sein», sagt Steve zu Hena. Als Steve wieder gegangen ist, meint Hena zu seiner Frau: «Das war jetzt echt schön.» In zwanzig Jahren Freundschaft habe er das noch nie erlebt. «Zwei Monate später ist Steve tot. Und dieser Moment bleibt für immer in meinem Leben präsent.»

LEO LEONI, Gitarrist:
Sie kennen sich über dreissig Jahre, lernen sich als Teenager kennen. Als Leo Steve zum ersten Mal singen hört, meint er nur: «Läck, der Typ kann wirklich singen. Unglaublich.» Eine tiefe Freundschaft entsteht. Auf Tour teilen sie sich anfangs das Zimmer, während der Arbeit an ihren Platten wohnen sie sogar mehrere Monate zusammen, «Lämpen» haben sie nur selten gehabt. «Wir sind die ‹Pasta-Brüedere› - entweder kocht Steve seine Pasta Wodka oder ich meine Pasta Jack Daniel's.»

Mehr zum ersten Todestag von Steve Lee, † 47, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der «Schweizer Illustrierten» Nr. 40 vom 3. Oktober und auf dem iPad.

Alles zu Steve Lee finden Sie im grossen Dossier auf SI online.

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