Hans Erni (†) Seine Frau Doris dachte erst, er schlafe tief

Die Schweiz trauert um einen Jahrhundert-Künstler: Hans Erni ist am Samstag für immer eingeschlafen. Seine engste Vertraute, Ehefrau Doris, spricht in der «Schweizer Illustrierten» über ihre Trauer. Und ihre Dankbarkeit.
Hans Erni und Frau Doris kurz vor seinem Tod
© Kurt Reichenbach

Doris war bis zuletzt an Hans Ernis Seite - 66 Jahre lang.

106 Jahre - was für ein Leben! Bis zuletzt war Hans Erni unermüdlich, setzte sich jeden Tag in sein Atelier und malte. Vor erst einem Monat, am 21. Februar, feierte er Geburtstag mit seiner Familie. «Es ist eine Tatsache, dass das Leben uns nur eine bestimmte Limite zugesteht», sagte er kurz zuvor beim Besuch der «Schweizer Illustrierten». «Wir wissen nicht, wie lange diese geschenkte Zeit dauert. Was bleibt? Bei mir sind es ein paar Zeichnungen. Jemand anderes hinterlässt Erinnerungen, Gedanken. Ein Dritter hat sie sogar aufgeschrieben. Ohne Hinterlassenschaft gibt es keine Spur vom Leben.»

Am Donnerstag wurde Hans Erni wegen Infarkt-Verdachts ins Spital eingewiesen. Die Angst war unbegründet, sein Herz war dem hohen Alter entsprechend intakt. Doch bevor ihn seine Frau Doris, 88, wieder nach Hause holen konnte, schlief er während eines Nickerchens friedlich ein. Für immer.

Doris, die Erni seit der der Hochzeit 1949 zur Seite stand, glaubte erst, er schlummere tief. So friedlich schien sein Gesichtsausdruck. «Wir sind alle sehr traurig», sagt sie am Tag darauf der «Schweizer Illustrierten». «Wir werden ihn immer tief und voller Dankbarkeit in Erinnerung behalten. Es ist für uns in diesen schweren Tagen ein kleiner Trost, dass er bis zuletzt aktiv bleiben und malen konnte - wie er sich das immer gewünscht hatte.»

Hans Erni - die grosse Hommage mit Abschiedstexten von seiner Tochter, Bundesrat Alain Berset und alt Bundesrat Adolf Ogi: In der neuen «Schweizer Illustrierten» Nr. 13: Ab Montag, 23. März, am Kiosk, im eReader oder auf Ihrem iPad.

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