Sexuelle Belästigung im Frauenfussball Hat Sepp Blatter eine Fussballerin begrapscht?

Schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter. Frauenfussballerin Hope Solo behauptet, der Walliser habe sie an einer Gala an den Hintern gefasst.
Solo Hope Sepp Blatter
© Getty Images

Hope Solo und Sepp Blatter an der Verleihung des Ballon d'Or 2012.

Frauen aus der Filmbranche packten in den letzten Monaten aus, wie übel es um das Thema sexuelle Belästigung in ihrem Business steht. Nun scheint es, als erreiche das Thema den Frauensport.

Die amerikanische Torhüterin Hope Solo sagt in einem Interview mit der portugiesischen Zeitung «Expresso», Sepp Blatter, 81, habe sie im Jahr 2013 begrapscht. Passiert sei der Vorfall an der Verleihung des Ballon d'Or im Januar 2013.

«Es war direkt, bevor ich auf die Bühne gegangen bin», erzählt die 36-Jährige in einem weiteren Bericht der britischen Zeitung «Guardian». «Sepp Blatter fasste mir an den Hintern.» Solo sei regelrecht unter Schock gestanden in diesem Moment. Sie habe sich zusammenreissen müssen: «Ich präsentierte meiner Teamkollegin die grösste Auszeichnung ihrer Karriere und wollte mit ihr diesen Moment feiern. Also habe ich meinen Fokus komplett auf Abby gerichtet.»

Blatter: «Das ist lächerlich»

Sepp Blatter weist die Vorwürfe vehement zurück. Zu «Blick» sagt er via Sprecher Thomas Renggli: «Die Vorwürfe sind so lächerlich wie der Penalty für die Schweizer Nationalmannschaft am Donnerstag.» Und spielt damit auf einen umstrittenen Elfmeter im WM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland an. Die Schweizer gewannen dadurch 1:0.

Hope Solo beendete ihre Karriere im Vorjahr. Jetzt getraut sie sich, ein heikles Thema anzusprechen. Sexuelle Belästigung sei nicht nur in Hollywood verbreitet, sagt sie im Interview mit «Expresso». Auf jeder Stufe des Frauenfussballs gebe es sexuelle Übergriffe und unangemessenes Verhalten.

 

«Ich hatte immer das Gefühl, mit diesen Situationen klarzukommen und habe Rückgrat bewiesen», so Solo. «Aber es gab nie Konsequenzen für die Täter. Das muss sich ändern - Schweigen wird die Welt nicht ändern.»

Auch interessant