Viktor Giacobbo Hinter Gittern für einen guten Zweck

Immer wieder nimmt Viktor Giacobbo prominente Persönlichkeiten aufs Kreuz. Jetzt setzt er sich für Berufskollegen ein, die nicht vom gleichen Recht der Meinungsäusserung profitieren, wie es der Satiriker in der Schweiz tun darf.
Victor Giacobbo setzt sich für einen Berufskollegen ein.
Victor Giacobbo setzt sich für einen Berufskollegen ein.

«Ich han e kei Ahnig woni da bin. Sie händ mir dAuge verbunde und händ mi da anä bracht ...Ich bi zu 35 Jahr Haft verurteilt worde, will ich Witz über dä Bundesrat gmacht han» sagt Satiriker Viktor Giacobbo, 59, mit trübem Blick in die Kamera. In der aktuellen Kampagne «Free Giacobbo» der Menschenrechtsorganisation Amnesty International setzt sich der TV-Star für die Freilassung des Komikers Zarganar aus Myanmar ein. Aufgrund kritischer Äusserungen über die burmesische Regierung wurde er zu 35 Jahren Haft verurteilt.

Der rund einminütige Spot und die 1'000 Plakate, die in der ganzen Schweiz hängen, sollen die Bevölkerung dazu animieren, die Petition zur Freilassung Zarganars zu unterschreiben, so Daniel Graf von Amnesty International zu SI online. Oft sei das Problem, dass Schicksale wie jenes des unbekannten Zarganars durch den Radar der Öffentlichkeit fallen. «Giacobbo soll fremden Gefangenen ein Gesicht geben», erklärt Graf und ergänzt: «Viktor ist selbst ein kritischer Zeitgenosse, der jegliches Recht der Meinungsfreiheit nutzt, für die Kampagne eignet er sich perfekt.»

Und die Reaktionen auf «Free Giacobbo» seien «genial», so Graf. Über 1'500 Personen hätten die Petition bereits unterschieben, zahlreiche weitere würden das Video auf diversen sozialen Netzwerken posten. Die Online- und Printkampagne läuft voraussichtlich bis Mitte Juni 2011.

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