Bastian Baker «Ich probiere aus, wovon ich träume»

Er bringt mit seinem Aussehen und seinem französischen Akzent Frauen zum Schmelzen: Bastian Baker verrät, wer sein Stilvorbild ist und wie seine Traumfrau aussieht. So tickt der neue Popstar aus Lausanne.

Schweizer Illustrierte: Bastian Baker, Sie wecken Träume, wenn Sie den Mädchen zuwinken.
Bastian Baker: (Lacht.) Mais non. Ich habe «Hallo» gerufen, damit sie sich hertrauen. Es wäre mir viel unangenehmer, wenn sie da ewig stehen. Ich bin gerne greifbar und ohne Starallüren.

Die Füsse könnten schnell den Boden verlieren, wenn man so schnell lebt wie Sie gerade.
Es ist schon ziemlich unglaublich. Im letzten Jahr habe ich so viel erlebt wie vorher in zehn Jahren. Vor genau einem Jahr sang ich zum ersten Mal am Caprices Festival vor einem grösseren Publikum. Kommenden Samstag trete ich nun schon zum dritten Mal im Hallenstadion auf. Verrückt!

Wie bekommt Ihnen der Rock-'n'-Roll-Rhythmus?
Es ist schon ziemlich anstrengend, auf Tournee zu sein. Aber ich glaube, mit Freude und Passion braucht man auch nicht so viel Schlaf.

Dafür umso mehr Girls und Partys?
Ich mache gerne Partys. Über Girls sprechen wir später, okay?

Deal. Welches Erlebnis als Musiker ist Ihnen bisher am meisten eingefahren?
Der Moment, als ich erstmals einen Song von mir im Radio hörte. Ich war mit meinem Vater auf der Autobahn nach Hause unterwegs, da spielte Couleur 3 meine erste Single, «Lucky». Ich musste anhalten, sonst hätte ich einen Unfall gebaut vor lauter Euphorie.

Im März bekamen Sie Ihren ersten Swiss Music Award überreicht. Sie wirkten wahnsinnig überrascht.
Das stimmt. Ich meine: Mit mir waren 77 Bombay Street und Tinkabelle nominiert – für Erstere spielte ich vor vier Monaten hier im Kofmehl noch als Support. Ich lief mit dem Gedanken «Heuer wirds eh noch nichts» über den Teppich. Deshalb war der Sieg dann auch so schön. «Best Breaking Act» wird man nur einmal. Und meine ganze Familie war da!

Wo steht der Pokal?
Zuerst haben ihn meine Eltern und meine beiden Schwestern nach Villeneuve heimgenommen. Seit ich den Award mit meinen Freunden gefeiert habe, steht er in meiner WG in Lausanne. Es ist ein bisschen wie nach dem Sieg des Stanley Cup: Jeder darf ihn einen Moment in den Händen halten.

Sie haben sich 2010 für die Musikkarriere entschieden und dafür einen Profivertrag als Hockeyaner ausgeschlagen. Haben Sie das jemals bereut?
Mais non. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich genau das machen sollte, was ich jetzt tue.

Wie gelang Ihnen der Sprung über den Röstigraben?
Den gibts für mich sowieso nicht. Mein Vater kommt aus Kloten, ich spreche Schweizerdeutsch. Ich will mich von solchen «Grenzen» nicht beeindrucken lassen. Lieber probiere ich einfach aus, wovon ich träume.

Als Nächstes träumen Sie von Frankreich.
Ja. Ich bin in «Taratata» aufgetreten, der grössten Musikshow im französischen TV. Eine Chance, die bisher nur Stephan Eicher und Sophie Hunger bekommen haben. Die Radios spielen nun «Lucky». Und Sängerin Nolwenn Leroy hat mich gefragt, ob ich als ihre Vorband auftreten will.

Sie ist in Frankreich der Superstar!
Ja, manchmal frage ich mich, was kommt noch alles? Im Dezember spiele ich dreimal mit ihr im Pariser Olympia-Stadion. Keine Ahnung, wie viele Leute da reinpassen. Aber allein der Name!

Rund 45 000 Leute werden da sein.
Okay - mein grösstes Publikum in Paris bisher: 300.

Sie sind seit Januar auf Tournee. Wie viele Band-Geheimnisse gibts schon?
Wir haben einen Pakt wie früher im Eishockey: Was in der Garderobe passiert, bleibt in der Garderobe.

Sind Sie jetzt bereit für Frauenfragen?
Fangen Sie an, ich sags Ihnen dann…

Wie lebt es sich als Mädchenschwarm?
(Lacht.) Nicht schlecht. Ich glaube, es ist Teil vom Ganzen. Aber Sie können mir ruhig glauben: Dass Mädchen auf mich warten, ein Bild, ein Autogramm wollen, ist noch immer komisch für mich.

Sind Sie Single?
Ja, seit ein paar Monaten.

Haben Sie je ein Liebeslied für ein ganz bestimmtes Girl geschrieben?
Auf meinem ersten Album gibt es keinen eigentlichen Lovesong. Ich habe beim Komponieren aber schon an Frauen gedacht - ohne gehts ja nicht!

Wer stylt Sie eigentlich für die Bühne?
Ich trete so auf, wie ich mich wohlfühle. Meist in weissem T-Shirt und Lederjacke. Und ich gehe noch immer zum selben Coiffeur nach Vevey, den ich übrigens noch immer bezahle.

Wer ist Ihr Stilvorbild?
Mein WG-Kumpel. Er ist Fussballer und hat einen guten Riecher für Trends. Sonst schaue ich auf der Strasse lieber den Frauen als den Männern nach.

Am Samstag singen Sie auf dem Laufsteg der Energy Fashion Night im Zürcher Hallenstadion. Werden Sie inmitten all dieser Models den Songtext vergessen?
Ich werde mich konzentrieren müssen. Nein, im Ernst: Ich freue mich sehr auf das Konzert!

Und auf die Models?
Mais oui! Vielleicht finde ich die Liebe dort! Aber ich kann nicht sagen, ob mir nun blond oder brünett besser gefällt und ob sie wirklich so gross sein muss wie ein Model. Sie müsste einfach toll sein.

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