Daniel Bernhardt «Ich warf Jason Statham an die Wände»

Seit dem 7. Februar kämpft Daniel Bernhardt in «Parker» auf der Kinoleinwand gegen den Action-Star Jason Statham. Die sanften Töne reserviert er für seine Familie.

Die Hose schlottert, das T-Shirt war auch schon enger anliegend. Daniel Bernhardt, 47, schüttelt den Kopf. «Ich war zwei Wochen krank und konnte nicht trainieren. Schon habe ich über vier Kilo Muskelmasse verloren.» Aber so schnell die Kilos weg waren, so rasch kann er sie sich auch wieder antrainieren. Zum Glück, denn Daniel hat sich als Schauspieler auf kräftige Kerle spezialisiert. So auch im Action-Streifen «Parker» mit Jason Statham und Jennifer Lopez, der diese Woche in den Schweizer Kinos anläuft.

Da wurde ein riesiger Russe gesucht, der den Action-Star Jason Statham so richtig verdrescht. «Aber beim Vorsprechen wollte mich der Regisseur Taylor Hackford charmant sehen - so wie ich eben bin», meint der 1,90 Meter grosse Berner verschmitzt. Und Hackford vergass, dass er eigentlich einen Russen wollte. Aber auch der Charme spielte dann vor der Kamera keine grosse Rolle mehr. «Fünf Tage lang warfen Jason und ich uns an die Wände. Ich habe mich nicht zurückgehalten. Trotzdem hat er sich nie beschwert.»

Auch Statham findet nur lobende Worte für seinen Gegenspieler auf der Leinwand: «Ich vertraue Daniel. Wenn seine Faust geflogen kommt, weiss ich, dass er rechtzeitig abbremst. Die meisten Unfälle passieren mit untrainierten Leuten, die die Distanz nicht abschätzen können. Das gibt dann gebrochene Nasen.» Damit das nicht passiert, trainierten Statham und Bernhardt wochenlang mit der Stunt-Crew von 87eleven Action Design.

Mit dieser Stunt-Equipe trainiert Daniel seit Jahren. In einer Lagerhalle nahe dem Flughafen in Los Angeles schwitzt er neben Superstars wie Hugh Jackman oder Jeremy Renner. Am Samstag nimmt er manchmal seine Tochter Bella, 9, mit. Ihr Sport ist zwar rhythmische Gymnastik, aber der Daddy bringt ihr jetzt Martial Arts bei. In der Schule schnuppert die Viertklässlerin inzwischen auch schon erste Schauspielluft. «Aber wir forcieren das nicht. Wenn ihr die Schauspielerei später wirklich gefällt, sehen wir weiter.»

Daniel und seine Frau Lisa, ebenfalls Schauspielerin, kennen die Auf und Abs in diesem Beruf. Auch wenn der gelernte Sanitärzeichner in seinen zwanzig Jahren in Los Angeles nie eine grosse Krise hatte. «Ich bin kein negativer Typ. Wenn es mir mal schlecht geht, gehe ich ins Sportstudio, dann ist die Laune schnell besser.» Momentan läuft es ja auch rund: Gerade stand Daniel mit Jennifer Lawrence für «Catching Fire» vor der Kamera, die Fortsetzung des Blockbusters «Die Tribute von Panem». «Ich darf leider nicht viel über meine Rolle sagen, das musste ich den Produzenten schriftlich geben.»

Auch mit seiner Heimat ist Daniel, der in Worblaufen aufgewachsen ist, nach wie vor verbandelt - privat und beruflich. Wann immer es drinliegt, besucht er seine Familie in der Schweiz. Zudem ist er als Botschafter der Uhrenmarke Carl F. Bucherer tätig. Und mit dem Schweizer Regisseur Marcel Langenegger («Deception») arbeitet er an einer filmischen Lebensgeschichte der Aargauer Kampfsport-Legende Andy Hug. «Mein Bruder kannte ihn, und ich bin gut mit Andys Witwe Ilona befreundet. Wir haben einiges gemeinsam, sind beide Kämpfernaturen. Aber für die Rolle, die wir in Hollywood besetzen wollen, bin ich inzwischen zu alt.»

Mit Lisa ist Daniel seit fünfzehn Jahren zusammen, im März feiern sie ihren zehnten Hochzeitstag. «An einer Beziehung muss man arbeiten», sagt er. Lisa fügt an: «Wir haben uns einander verpflichtet, in guten und in schlechten Zeiten.» Für letztere hat sie ja eine starke Schulter zum Anlehnen.

«Parker» mit Jason Statham, Jennifer Lopez, Nick Nolte und Daniel Bernhardt läuft ab dem 7. Februar im Kino.

 

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