Luca Hänni «Ich will immer das Beste»

Im Berner Oberland ist der Sänger zu Hause. Hier entspannt, komponiert und wäscht Luca Hänni seine schmutzige Wäsche. Und feiert eine Premiere: Der «DSDS»-Gewinner 2012 singt im Musical der Thuner Seespiele mit. Die «Schweizer Illustrierte» hat ihn daheim besucht.

Die nassen Kleider hat Luca Hänni, 18, fein säuberlich aufgehängt - verteilt über die Stühle im Wohnzimmer. Das macht er so, wenn er nach Uetendorf, Bern, heimkommt zu seiner Mutter Marianne Schmid, 51. Mittlerweile ist der Chaot gut organisiert, nur manchmal hilft ihm Mama bei der Wäsche. Luca nimmt sich ein Shirt. «Hello you!» steht darauf. Es ist ein Fan-Geschenk.

T-Shirt und Pulli muss sich Luca nicht mehr kaufen. «Sie landen neben Plüschtieren am häufigsten bei mir auf der Bühne.» Andere Fan-Geschenke flattern direkt nach Hause. Das Interesse am Mädchenschwarm ist ungebrochen. 20 bis 30 Briefe täglich, Fans pilgern weiterhin nach Uetendorf. «Während der Schulzeit ist es ruhiger. Doch bald kommen die Ferien!» Das Interesse ist schön, es hat aber auch seinen Preis. Um den Versand und allgemein die Finanzen im Griff zu halten, hat Luca mit seiner Familie die Firma Luca Music gegründet. Geschäftsführer ist Stiefbruder und Manager Cyril Schmid, 23. «Klar ist es meine Firma, aber Cyril macht die Pläne.» - «Wir habens gut. Ab und zu ‹chläpfts es bitzeli›, aber wir reden viel zusammen», so Cyril über seinen berühmten Halbbruder.

Luca ist mittlerweile regelmässiger zu Hause. Am liebsten hält er sich auf der Galerie bei seinem Piano oder in seinem Reich auf. Im Kinderzimmer hat er sich ein eigenes kleines Tonstudio eingerichtet zum Komponieren. Für sein zweites Album, das ohne Pop-Titan Dieter Bohlen, 59, produziert wurde, schrieb Luca Songs. «Closer to You» und «The Best Thing» - beides Balladen. «Wenn ich selber schreibe, dann am Piano. Daher sind meine eigenen Lieder eher ruhig.» Anschliessend nimmt er seine Melodien auf – «ich bin nicht der Notentyp» - und singt dazu ein «Kauderwelsch, das wie Englisch klingt». Der englische Text folgt erst später. Ginger, eine amerikanische Mitarbeiterin seines Tonstudios, hilft ihm per Mail dabei.

Schon bald aber hört sich Luca Hänni ganz anders an: «Du sollst meine Braut sein im schneeweissen Kleid. Und zu zweit teilen wir jedes Glück, jedes Leid.» Es sind Zeilen aus dem Musical «Besuch der alten Dame». Für vier Gastauftritte schlüpft Luca bei den Thuner Seespielen in die Rolle des jungen Alfred. «Die Melodien sind schwieriger als Popmusik, dafür kann ich mir die deutschen Texte besser merken.» Musicals gehören sonst nicht in seine Welt. «Aber ich liebe Herausforderungen. Und diese findet sogar in meiner Heimat statt, das ist cool!»

Je öfter Luca zu Hause ist, desto öfter sieht er seine Freundin Tamara, 20. Das Paar hat den Hype um Lucas Person gemeistert. «Tamara und ich haben uns daran gewöhnt, geniessen die gemeinsame Zeit aber lieber privat. Herausforderungen gibt es genug.» Schwierig sei, dass er manchmal zwei Wochen weg ist, dann wieder einen Tag zu Hause. Immerhin: Das nächste halbe Jahr ist durchgeplant. Musical, Open Airs, Tournee, Salto Natale. «Engagements wie beim Zirkus bieten mir neben neuen Erfahrungen auch Sicherheit», sagt Luca. «Im Musikbusiness kann ich nie gelassen sein. Es ist Stress! Dir wird nichts geschenkt, und ich will immer das Beste.» Seine Eltern fragt Luca oft um Rat. «Sie wissen, was ich mache, wo ich mich herumtreibe.» In den nächsten Wochen endlich mal wieder in der alten Heimat - im Berner Oberland.

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