Miss Schweiz 2011 Im Camp: Es fliessen jede Menge Tränen

Im Missen-Camp in Zermatt ist zwei Kanditatinnen zum Heulen zumute. Die eine weint aus Freude, die andere aus Angst: Priska Erni feiert ihren 22. Geburtstag mit Erdbeertorte und Wein, Julia Marinkovic fürchtet sich gehörig vor einem Tier mit acht Beinen.

Um Punkt 00.04 Uhr erhielt Priska Erni die erste Nachricht: «Meine Schwester Monika hat mir als erste zum Geburtstag gratuliert», freut sich die Miss-Schweiz-Finalistin. Seit gestern, dem 21. Juni 2011, ist sie 22 Jahre alt. Mit einer grossen Erdbeertorte, Weisswein und Rosé wurde das Geburtstagskind im Hotel Cervo in Zermatt von ihren elf Konkurrentinnen gefeiert. «Als sie Happy Birthday sangen, musste ich mit den Tränen kämpfen. Es hat mich sehr gerührt.»

Normalerweise nimmt die Taxifahrerin an ihrem Geburstag frei, obwohl sie diesen nie gross feiert. «Heute habe ich nie daran gedacht. Die Leute haben mich aber immer wieder daran erinnert.» Geschenke gab es bisher noch keine, dafür viele Glückwünsche auf Facebook, inklusive einer «Happy Birthday»-Rapversion. Und was hat sich die Jubilarin bei dem Ausblasen der Kerzen gewünscht? «Nichts, ich glaube nicht an solche Dinge. Aber ich habe gehofft, dass ich alle Kerzen auf einmal schaffe.» Dies hat sie. Schade nur, dass jetzt kein Wunsch in Erfüllung geht.

Bis zu ihrem Geburtstag muss Kandidatin Julia Marinkovic, 19, noch bis im Dezember warten. Was sie sich dann wünschen wird, weiss sie schon jetzt: das Ende ihrer Spinnen-Phobie. Schon als sie ganz klein war, begann sie sich von Tieren mit den acht Beinen zu fürchten. Damals spielte sie neugierig an einem Cocon herum, bis viele kleine Spinnen herauskrabbelten. Und vor vier Jahren, als sie in Montenegro Ferien machte, krabbelte ihr eine Zwei-Franken-Münzen grosse Spinne in die Hotpants - bis in die Unterhose.

Auch im Missen-Camp holt sie die Phobie wieder ein. Für Dreharbeiten des RSI in Zermatt machten sich alle Kandidatinnen auf in die Natur. Julia Marinkovic hatte eine Passage, in der sie auf einer Decke im Gras sitzen und etwas in die Kamera sagen musste. «Ich habe mich noch nie ins Gras gesetzt», sagt sie. «Die ganze Zeit habe ich mich umgesehen, und kontrolliert, dass ja keine Spinne in meine Nähe kommt.» Vergebens. Neben ihr bewegte sich eine Spinne. Ihr schossen sofort Tränen in die Augen, sie kriegte Gänsehaut und wurde starr. Die Dreharbeiten wurden unterbrochen. Karina Berger von der Miss-Schweiz-Organisation tröstete Julia und entfernte das Tierchen. «Solange die Spinne lebt, bin ich nicht entspannt», sagt Julia. Nach einer Weile ging es weiter. Doch dann: Eine weitere Spinne krabbelt über die Füsse von Julia. Geschockt beginnt sie zu weinen. «Das ist meine einzige Phobie. Und irgendwie ziehe ich diese Tiere an. Sie kommen immer zu mir.»

Vor zwei Jahren versucht sie, ihre Angst mit Hypnose zu bekämpfen. Immerhin fürchtet sie sich heute nicht mehr vor jenen Spinnen, die klein und still sind. «Das ist schon sehr viel für mich.» Und sie ist sich sicher, dass sie ihre Phobie eines Tages ganz besiegen wird.

SI online berichtet täglich aus dem Miss-Schweiz-Camp in Zermatt. Alles zur Miss-Schweiz-Wahl 2011 finden Sie in unserem SI-online-Dossier.

Auch interessant