Walter Roderer Im Spital: «Momentan bin ich wohl empfindlich»

Walter Roderer liegt seit Dienstag mit einer Lungenentzündung im Spital. Die «Schweizer Illustrierte» hat einen Krankenbesuch gemacht.
Walter Roderer liegt mit Lungenentzündung im Spital - den Humor verliert er trotzdem nicht.
© SI Walter Roderer liegt mit Lungenentzündung im Spital - den Humor verliert er trotzdem nicht.

Die Aufregung der letzten Tage hat Walter Roderer, 90, schwer zugesetzt. Zuerst feiert er gross seinen Geburtstag, danach wird die Ehe mit seiner jungen Grossnichte Anina, 30, publik, dann verschwindet seine geliebte Ehefrau tagelang, ohne dass «Rodi» weiss, wo sie ist.

Und nun das. Seit Dienstagmorgen 10.30 Uhr ist der beliebte Volksschauspieler im Spital: mit einer schweren Lungenentzündung. «Ich habe einen kalten Zug abbekommen», sagt er, «normal macht mir das nichts, aber momentan bin ich wohl empfindlich.» Ein bisschen blass, mit Sauerstoffschlauch in der Nase, und Injektionskanüle für das Antibiotikum im Arm, liegt Roderer im Spitalbett. Am Nachmittag haben die Ärzte seine Lunge geröngt. Bislang habe er Glück gehabt, so Rodi, nur der «untere Lungenflüge» sei betroffen.

Trotzdem muss er vermutlich die nächste Woche stationär behandelt werden. Die Fürsorge für den prominenten Privatpatient ist gross. Bei der Stationsschwester darf er seine Wünsche fürs Frühstück anmelden. Er sagt: «Ich habe noch keinen grossen Appetit, aber für mich ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit. Das geniesse ich immer.» Er bestellt: «Zwei Gipfeli, Butter, Orangenmarmelade, kalten Orangensaft, heissen Schwarztee.»

Die Beschwerden begannen bereits letzte Woche. Roderer «fühlte sich schlapp, müde». Am vergangenen Samstag musste er sich tagsüber ins Bett legen. Erstmals ruft er seinen Hausarzt. Der verordnet strikte Ruhe, die Roderer auch einhält. Das ganze Wochenende liegt er im Bett, immer 38,8 Grad Fieber. Am Montag kommt erstmals der Verdacht auf: Lungenentzündung. Am Dienstag dann die notfallmässige Einlieferung im Krankenwagen. «Ich wurde auf eine Bahre geschnallt und aus dem Haus gefahren», erzählt er. Und lächelt dabei. Den Humor verliert der grosse Humorist selbst jetzt nicht. Im Spital fühlt er sich wohl. Sagt sogar: «Ich bin gerne im Spital – da wird man so schön umsorgt!». Ob seine Ehefrau in den nächsten Tagen aus Florenz anreist, um nach ihrem kranken Mann zu schauen, ist noch offen. Roderer: «Wenn sie hört, dass ich im Spital bin, kommt sie sicher sofort!»

Roderers Lieblingsgetränk ist Bier. Kalt muss es sein. Und frisch. Auf der Speisekarte des Krankenhauses, die in seinem Zimmer liegt, steht: Clausthaler alkoholfrei, 0.33 l, für 3.50 Franken. Rodi genehmigt sich am frühen Abend ein Apéro-Bier. Das Leben geht weiter, und Walter Roderer will noch lange daran teilnehmen.

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