Nadine Strittmatter Interview: «Ich bin nicht die Schweizer Klum»

Sie ist eines der bekanntesten Schweizer Topmodels: Nadine Strittmatter, 25. Ab September sucht die Aargauerin in der TV-Show «Fashion Days Model Challenge 2010» auf ProSieben die Nachwuchstalente für den Catwalk. SI online sprach mit ihr über die neue Herausforderung, ihr Liebesleben und das Altern.
Sie wird die Heidi Klum der Schweiz: Ab dem 15. September moderiert Nadine Strittmatter ihre eigene Model-Castingshow auf ProSieben Schweiz.
© Keystone Sie wird die Heidi Klum der Schweiz: Ab dem 15. September moderiert Nadine Strittmatter ihre eigene Model-Castingshow auf ProSieben Schweiz.

SI online: Nadine Strittmatter, was machen Sie gerade?
Nadine Strittmatter: Ich relaxe. Es ist die erste freie Minute seit langem! Ich habe seit dem 20. Juli durchgearbeitet.

Sie sind die Moderatorin von «Fashion Days Model Challenge», das Model-Casting, das ab September auf ProSieben ausgestrahlt wird. Werden Sie jetzt vom Model- ins Fernsehfach wechseln?
Nein, aber die Sendung ist unglaublich spannend. Da fliesst sehr viel von mir und von den Kandidaten rein. Wahrscheinlich ist es etwas vom Interessantesten, was ich je gemacht habe. Dabei wollte ich den Job absagen, ich dachte es sei zu oberflächlich.

Und jetzt werden Sie die Heidi Klum der Schweiz.
Ich bin nicht die Schweizer Klum. Ich habe Respekt vor Heidi. Aber ich vergleiche mich nie. Ausserdem haben wir verschiedene Karrieren.

Heidi ist ein Model - und Sie sind auch eins. Wo liegt da der Unterschied?
Ich bin ein Fashion-Model und Heidi hat einen kommerzielleren Hintergrund.

Und wie sind die Nachwuchs-Talenten?
Die haben die neuen Technologien einverleibt. Zum Beispiel können sie besser mit Video-Drehs umgehen. Früher musstest du als Model wie eine Puppe posieren, heute ist an jedem Set eine Kamera, die dich filmt. Da ist mehr Charisma gefragt.

War es nicht schwierig, unter 1000 Models acht Mädchen und acht Jungs herauszupicken?
Allerdings. Am liebsten hätte ich noch vielen anderen eine Chance gegeben. Die Schweiz hat ein grosses Potenzial, was Models betrifft. Das sagen auch Bookers in Mailand oder Paris.

Trotzdem gibt es wenig Schweizer Topmodels?
Das hat wahrscheinlich mit unserem Wohlstand zu tun. In Paris und New York musst du als Model zuerst unten durch. Und man braucht einen langen Atem. Für verwöhnte Schweizer Kids ist das zu hart.

Sie haben für die japanische und deutsche «Vogue» posiert, waren John Gallianos Muse. Kommen Sie überhaupt noch zum Modeln?
Ich hab gerade für die dänische Marke Samsøe & Samsøe in Kopenhagen posiert.

Mit bald 26 wird man in der Model-Branche nicht mehr so taufrisch gehandelt. Keine Angst vor dem Altern?
Nein. Wer gut ist, bleibt im Geschäft. Ein Beispiel ist doch Kirsten McMenamy. Sie ist 45 und hat gerade für Steven Meisel für die aktuelle italienische «Vogue» posiert. Die Produktion ist fantastisch. Da werden Designer-Outfits an einem von Öl verseuchten Strand nachgestellt.

Das ist doch ein bisschen zynisch.
Kein bisschen. Mode kann auch aufrütteln. Und ein junges Model hätte die Story nie so rüber gebracht wie Kirsten.

Welche Tipps geben Sie den jungen Casting-Teilnehmern?
Hör gut auf dich und nicht auf andere. Und sei vernünftig. Vor allem sollte man nie vergessen, dass es einfach nur ein Job ist. Die notwendige Bodenständigkeit gibt einem auch die Familie.

Werden Sie die Nerven der Kandidaten auch à la Heidi Klum strapazieren?
Heidi und ich haben verschiedene Moderationsstile. Aber ich werde nicht mit konstruktiver Kritik sparen. Im Nachhinein war ich immer froh, wenn mich jemand positiv und ehrlich kritisiert hat. So lernt man einfach am meisten - auch wenns vielleicht zuerst ein bisschen weh tut.

Bestimmt tat auch die Trennung von ihrem Lebenspartner Jim weh. Sie waren ja zwei Jahre ein Paar.
Für mich ist es jetzt in Ordnung, Single zu sein.

Sie vermissen also keine feste Beziehung?
Nein, im Moment bin ich zu wild dafür (lacht).

Geben Sie den Girls eigentlich Diät-Tipps?
Ich sage Ihnen, dass Sie alles mit Mass essen können. Und vor allem empfehle ich ihnen, Sport zu treiben und gesund zu leben.

Und wie halten Sie sich fit?
Ich esse praktisch kein Fleisch, trinke keinen Alkohol, rauche nicht und versuche mindestens vier Mal die Woche zu joggen. I am organic. In New York, wo ich wohne, ist das zwar ein bisschen schwierig. Aber nicht mehr lange ...

Warum?
Bald werde ich wegziehen.

Zurück in die Schweiz?
Nein. Ich will in den USA bleiben. Aber ich werde auf dem Land leben. Ich brauche die Ruhe und die Natur. Die Stadt ist mir zu hektisch und lenkt zu sehr ab. Ich liebe es, in den Wäldern spazieren zu gehen, in Ruhe zu lesen oder einen Tag einfach nicht zu sprechen.

Sie träumten doch einmal von einer Pilotenlizenz.
Ja, ich habe Flugstunden genommen und bin über die Mojave-Wüste geflogen. Aber leider hat mir bis jetzt die Zeit gefehlt, das Ganze richtig anzupacken. Es steht aber ganz oben auf meiner Pendenzenliste. 

Ab dem 15. September sucht Nadine Strittmatter in der Sendung «Fashion Days Model Challenge 2010» auf ProSieben Nachwuchstalente für den Catwalk.

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