Aus Angst vor Kritik Sepp Blatter will seine Grabrede selber schreiben

Er sieht sich als Opfer eines Komplotts. Der ehemalige Fifa-Präsident Sepp Blatter spricht in einem Interview über seinen Rücktritt und besteht darauf, als «Entwicklungshelfer» in die Geschichte einzugehen. Dafür sorgt er selbst, etwa indem er seine eigene Grabrede selbst verfasst.
Sepp Blatter
© Teleclub Zoom

Sepp Blatter gibt sich im Interview mit Claudia Lässer (wie immer) selbstsicher.

Eines muss man ihm lassen. Sepp Blatter, 81, ist konsequent: Er zeigt sich zwei Jahre nach seinem Rücktritt als Fifa-Präsident, der als Folge der Korruptions- und Schmiergeldvorwürfe gegen ihn erfolgte, weiter uneinsichtig.

Die Ethikkommission der Fifa hatte den Walliser wegen einer dubiosen Millionenzahlung an seinen damaligen Stellvertreter Michel Platini, 62, für acht Jahre gesperrt. Anschliessend reduzierte die zuständige Rekursinstanz die Strafe auf sechs Jahre.

«Ich beschäftige mich mit dem Ableben»

In einem Interview auf «Teleclub Zoom» sagt er nun zu Moderatorin Claudia Lässer, 40: «Es war wie ein Komplott. Man hatte einfach genug vom Oberwalliser.»

Ein ganz reines Gewissen scheint Blatter aber doch nicht zu haben. Auf die Frage, ob sich der Walliser Gedanken um den Tod macht, antwortet er: «Ja, sicher beschäftige ich mich mit dem Ableben, ich bin ein gläubiger Mensch.» Die Gedanken gehen sogar so weit, dass sich Blatter schon überlegt, was an seiner Beerdigung gesagt werden soll. «Die Grabrede schreibe ich selber. Dann weiss ich, was man über mich sagt.»

Offenbar will er möglichen kritischen Worten zuvorkommen.

«Ich bin ein Entwicklungshelfer»

Es geht Blatter darum, dass man an seiner Beerdigung erwähnt, was er alles für den Fussball getan hat. «Er hat den Fussball salonfähig gemacht und den Fussball in die ganze Welt gebracht», diktiert er seine Grabrede vor. Blatter will als «Entwicklungshelfer» in Erinnerung bleiben.

Der Sender «Teleclub Zoom» strahlt das Interview mit Sepp Blatter heute Mittwochabend um 20 Uhr in der Sendung «Zoom Persönlich» aus.

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