Zum ersten Mal im Bundeshaus Miss Schweiz Jastina verdreht Politikern den Kopf

Jastina Doreen Riederer war noch nie im Bundeshaus. Geht nicht, findet Ex-Miss und Riederers neue Managerin Anita Buri. Sie organisiert extra eine Führung. Im Bundeshaus zaubert die junge Miss selbst Polteri ein Lächeln ins Gesicht.

Auf mörderisch hohen Absätzen stöckelt Jastina Doreen Riederer, 20, die Treppen des Bundeshauses hoch. Für Politik interessierte sich die amtierende Miss Schweiz bis jetzt nicht. Obwohl sie es seit zwei Jahren könnte: Abgestimmt hat die Aargauerin noch kein einziges Mal. Anita Buri, 39 will das ändern: «Eine Miss Schweiz sollte schon einmal im Bundeshaus gewesen sein.»

Buri übernimmt Jastinas Management

Wie die Miss Schweiz Organisation vor einer Woche verlauten liess, übernimmt Ex-Miss Buri per sofort das Management von Jastina DoreenFür die Führung durchs Bundeshaus konnte sie Nationalrat Thierry Burkart, 42, gewinnen. Buri kennt den FDP-Politiker schon eine Weile. Die Nähe zu den Liberalen wurde der Thurgauerin quasi in die Wiege gelegt: Ihr Vater war lange FDP-Gemeindeammann von Berg TG sowie Thurgauer Kantonsrat und Grossratspräsident.

Jastina Doreen Riederer mit Thierry Burkart und Anita Buri im Bundeshaus
© Remo Nägeli

Leben alle drei im Aargau: FDP-Nationalrat Thierry Burkart, Miss Schweiz Jastina Doreen Riederer und Ex-Miss Anita Buri (v.l.).

Kichernde Teenager auf der Tribüne

Staunend steht Riederer in der Eingangshalle des Bundeshauses und schaut zur Glaskuppel hoch: «Ich hätte nicht gedacht, dass es so gross ist.» Unter dem heroischen Blick der steinernen drei Eidgenossen lauscht sie den Ausführungen des Gastgebers. Burkart ist ein begnadeter Redner und nimmt sich gern Zeit für die Aargauer Landsfrau: «Es wäre toll, wenn Jastina Doreen andere junge Menschen für Politik begeistern könnte.»

Da der FDP-Politiker mitten in der Session steckt, huscht er kurz weg. Doch nicht, ohne die beiden Missen vorher auf die Tribüne des Nationalratssaales zu begleiten. Ein paar Reihen nebenan sitzen Teenager. Kichernd und tuschelnd zeigen sie auf die junge Schönheitskönigin. Diese wundert sich über die Geduld der Redner unten im Saal, denen kaum jemand zuhört.

Jastina Doreen Riederer mit Thierry Burkart und Anita Buri im Bundeshaus
© Remo Nägeli

Geschlossene Gesellschaft: Den Nationalratssaal darf während der Session auch eine Miss Schweiz nicht betreten.

SVPler umschwärmen die Miss

In der Wandelhalle zieht Jastina Doreen mit ihrer langen Haarpracht und dem transparenten Sommermäntelchen alle Blicke auf sich. Begeistert quetscht sich der Zürcher Nationalrat Mauro Tuena, 46, für ein Foto zwischen die zwei Missen. 

Auch Ueli Giezendanner, 64, ist von der Schönheitskönigin angetan. «Sie sind ja noch schöner als auf den Fotos», brummt das Aargauer SVP-Urgestein anerkennend. Schon in der Eingangshalle schwärmte sein Kollege, der Berner SVP-Nationalrat Erich Hess, 37: «Die Missen werden jedes Jahr hübscher.»

Jastina Doreen Riederer mit Thierry Burkart und Anita Buri im Bundeshaus
© Remo Nägeli

Zwei SVPler im Hoch: Mauro Tuena (r.) hat die Miss sofort auf dem Radar. Auch Ueli Giezendanner (hinten links) freut sich über den Besuch der schönen Aargauerin.

Der 100-jährige Brief im Kronleuchter

Besonders gut gefällt Riederer eine Anekdote, die Burkart im Ständeratssaal aus dem Ärmel zieht. Dort haben Arbeiter bei der Restauration des riesigen Kronleuchters einen Brief gefunden. Aus dem Jahr 1902! Die damaligen Arbeiter schickten Grüsse an die Kollegen in der Zukunft. Diese haben die schöne Geste aufgegriffen, ebenfalls einen Brief geschrieben und wieder im Kronleuchter versteckt.

Jastina Doreen Riederer mit Thierry Burkart und Anita Buri im Bundeshaus
© Remo Nägeli

Die Anekdote vom 100-jährigen Brief im Kronleuchter gefällt Jastina besonders gut.

Jastina Doreen ist gegen Frauenquote

Während des Mittagessens unterhalten sich die beiden Missen und der Nationalrat angeregt. Bei der Frauenquote ist Jastina, eine gelernte Detailhandelsfachfrau, ganz auf der Linie des FDPlers: «Das Geschlecht sollte keine Rolle spielen. Entscheidend ist die Kompetenz einer Person», sagt sie.

Noch ein letzter Abstecher auf den Balkon über der Bundesterrasse. «Was für eine fantastische Aussicht», seufzt sie und lässt ihren dicht bewimperten Blick bis zu den Berner Alpen schweifen. Ihr Lieblingsstück im Bundeshaus? Der grosse, goldberahmte Spiegel in der Wandelhalle. «So einen hätte ich auch gern», sagt die Miss lächelnd und stöckelt wieder aus dem Bundeshaus hinaus.

Galerie: Unsere Missen seit 1977

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