Miss Schweiz 2011 Kandidatin Julia: Raus aus dem Trott, auf nach Kolumbien!

Sie ist äusserst pflichtbewusst und strukturiert - doch vor einem Jahr brach Julia Flückiger aus ihrem geordneten Leben aus. Die Miss-Schweiz-Kandiatin reiste alleine nach Kolumbien, um dort Strassenkinder in Tanz zu unterrichten. Mit SI online spricht sie über diese eindrückliche Erfahrung.

Faul auf der Haut liegen und einfach einmal nichts tun? Solche Momente gibt es bei Julia Flückiger, 23, nur selten. Ihre Agenda ist randvoll mit Terminen: «Neben meinem Psychologie-Studium gehe ich dreimal in der Woche ins Ballett-Training, ein bis zweimal ins Jazz-Tanzen, zudem gebe ich selbst Tanzunterricht», schildert die Miss-Schweiz-Kandiatin aus Stein am Rhein im Kanton Schaffhausen. Für sie bedeutet das keinen Stress, im Gegenteil. «Im Vergleich zu früher ist das schon fast wie Ferien.» Während der Kantonsschule hatte sie gar acht Mal die Woche Ballett-Unterricht.

Seit sie vier ist, ist ihr Leben vom klassischen Tanzstil geprägt - und damit von viel Disziplin. Dinge erst auf den letzten Drücker zu erledigen, kennt sie nicht. Bei Gruppenarbeiten sei sie immer die erste, die ihren Teil einreicht. «Und für Sport muss ich mich niemals überwinden.» Sie lebe sehr strukturiert und sei sicherheitsliebend. «Meistens habe ich hundert Plan Bs», sagt sie lachend.

Umso überrschandender war es, als sie im letztetn Sommer ihr geordnetes Leben in der Schweiz plötzlich hinter sich lassen wollte. Ihr Ziel: Für das kolumbianische Hilfswerk «Fundación Mariposas Amarillas» Strassenkinder in Tanz und Bewegung zu unterrichten. Als Mitglied bei Amnesty International engagierte sie sich zuvor schon regelmässig für die Ärmsten dieser Welt - «jetzt aber wollte ich mir das Elend mit eigenen Augen sehen.» Ohne vorgängig ein Hotel gebucht zu haben, brach sie ins Drittweltland Kolumbien auf. «Ich stieg dort einfach in ein Taxi und habe mich in eine Unterkunft fahren lassen», erinnert sie sich. «Keine Ahnung, was mich da geritten hat.» Angst habe sie jedoch zu keinem Zeitpunkt gehabt. Als fliessend Spanisch sprechende und südamerikanisch aussehende Frau - ihr Vater ist Argentinier - sei sie wohl als Einheimische durchgegangen.

Zwei Monate lang unterrichte Julia in einer Ausbildungsstätte im Armenviertel von Santa Marta. Hat mit den Kindern Ragga - und Salsaschritte für einen Sponsorenanlass einstudiert. «Das Angebot war aber mehr Beschäftigungsprogramm als Schule», erklärt sie. «Die Kinder dort haben keine Chance auf Bildung - wichtig ist, dass sie nicht auf der Strasse herumlungern.» Chaotisch seien die Zustände vor Ort gewesen, aber sehr beeindruckend. «Für mich als Ordnungsliebhaberin war erst alles ein Schock - doch es hat mir gut getan, einmal das andere Extrem kennen zu lernen.»

Alles zur Miss-Schweiz-Wahl 2011 finden Sie im SI-online-Dossier.

 

Julia Flückiger bei Radio Munot: 

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