Karl Dall Jetzt spricht sein angebliches Opfer

Sie hat ihn wegen Vergewaltigung angezeigt, er hat die Tat stets bestritten. In einem Interview spricht nun die vermeintliche Geschädigte über die Hotelnacht mit Komiker Karl Dall. 
Karl Dall spricht über Vergewaltigungs-Vorwurf
© Dukas

Es steht Aussage gegen Aussage. Karl Dall wurde wegen Vergewaltigung angezeigt.

Anfang November nimmt die Polizei den deutschen Komiker in St. Gallen fest. Der Vorwurf lautet: Vergewaltigung. Nach vier Tagen in Untersuchungshaft wird Karl Dall wieder freigelassen, das Verfahren gegen den 73-Jährigen bleibt aber hängig. Eine Schweizer Journalistin hatte ihn angezeigt - im Zürcher Hotel Renaissance soll er sie sexuell missbraucht haben. Karl Dall hat die Tat bisher immer öffentlich bestritten.

Jetzt spricht endlich das mutmassliche Opfer über die verhängnisvolle Nacht. Im Interview mit «Bild am Sonntag» sagt sie: «Für mich war das auch ein alter Mann. Ich hätte doch nie damit gerechnet, dass er so was machen könnte. Ich war unvorsichtig. Dass ich seiner Bitte nachkam, in seine Hotelsuite zu kommen, war der grösste Fehler meines Lebens.» Als sie in seinem Zimmer geschlafen habe, sei er in sie eingedrungen. Danach hätte er ihr gedroht, er würde sie beruflich fertigmachen, wenn das auskommt.

Erst einen Monat nach der angeblichen Vergewaltigung wird Dall verhaftet. Sie habe sich zu sehr geschämt, um gleich zur Polizei zu gehen. «Ich war die Wochen nach der Tat wie in Watte gepackt, habe kaum was um mich herum mitbekommen», sagt die 43-Jährige. «Wenn ich an die Nacht gedacht habe, an Dall, da hat es mich geschüttelt, weil ich mich so geekelt habe. Ich wollte darüber nicht mit Fremden sprechen.»

Karl Dall hingegen zeichnet ein ganz anderes Bild seiner Anklägerin. Er zeigt gar Mitleid mit der freien Journalistin aus Solothurn - da sie eine Stalkerin sei und mächtig viele persönliche Probleme habe. Von Schulden und Spielsucht ist die Rede. Tatsächlich melden sich nach Publikwerden des Falls einige Prominente, die ebenfalls von ihr belästigt worden seien. Es steht also Aussage gegen Aussage.

Auch interessant