André Reithebuch Kilimandscharo-Trip: «Jan hat weniger Ausdauer»

Der Ex-Mister-Schweiz André Reithebuch ist ab kommendem Sonntag für über 30 Menschenleben verantwortlich. In Tansania führt er eine Reisegruppe auf den höchsten Berg Afrikas, den Kilimandscharo. Mit von der Partie ist auch sein Nachfolger Jan Bühlmann. Im Interview mit SI online spricht Reithebuch über dessen Kondition, seine Ängste und seinen Rucksack.
André Reithebuch während einer Skitour in Braunwald GL. «Er ist ein Bergkind, ich vertraue ihm voll als Reiseführer», sagt Kollege Jan Bühlmann.
André Reithebuch während einer Skitour in Braunwald GL. «Er ist ein Bergkind, ich vertraue ihm voll als Reiseführer», sagt Kollege Jan Bühlmann.

SI online: André Reithebuch, am Sonntag fliegen Sie nach Tansania. Sind Sie bereit für die Kilimandscharo-Besteigung?
André Reithebuch: Hoffentlich! Nein, ich bin eigentlich sehr gut vorbereitet und freue mich extrem darauf. Ich hatte soeben die letzten Briefings. Als Reiseleiter habe ich mich zudem noch ausführlich über Gruppendynamiken und mögliche Gefahren informiert.

Wie sieht es mit der körperlichen Kondition aus?
Ich bin sehr fit, vergangenes Wochenende lief ich in Arosa noch einen Halbmarathon: Obwohl ich gemütlich rannte, war meine Zeit überaus gut.

Und was meinen Sie zur Fitness Ihres Kollegen Jan Bühlmann?
Ich bin mir sicher, dass er körperlich bereit ist. Sein Körperbau ist von Natur aus sportlich. Einzig die Kondition könnte ihm zum Verhängnis werden: Als wir den Fitnesstest machten, merkte ich, dass er nicht so auf Ausdauer trainiert ist wie ich. Ich bin allerdings zuversichtlich, obschon mir klar ist, dass nicht alle Gruppenmitglieder den Gipfel erreichen werden.

Wäre das schlimm für Sie?
Die ganze Expedition wird spannend, darum spielt die Erreichung des Gipfels wohl kaum eine grosse Rolle. Nichtsdestotrotz wäre es für mich persönlich schlimm, wenn ich es nicht schaffen würde.

Aber Sie haben sich sicher etwas überlegt, damit dieser Fall nicht eintritt...
Logisch! Ich werde von Anfang an nicht zu schnell gehen.

Sind Sie als Reiseführer dafür gewappnet, wenn es einem Gruppenmitglied schlecht geht?
Durch die gute Vorbereitung denke ich schon. Wenn jemand die ersten Syptome von Höhenkrankheiten hat - Kopfweh und Durchfall - dann muss er wohl auf dieser Höhe pausieren. Ist es nach einem Tag nicht  besser, muss er absteigen.

Was packen Sie in Ihren Rucksack?
Möglichst wenig, dafür habe ich nicht trainiert. Dabei haben werde ich meine Tagesration an Getränken, den Rest trägt der Sherpa.

Und was ziehen Sie an?
Das variiert: Je höher, desto mehr Schichten trage ich, aber maximal vier, sonst wird mir das zu heiss. Aber da bin ich wohl ein schlechtes Beispiel.

Wieso?
Ich bin überhaupt kein «Gfrörli». Kaum bewege ich mich, wird mir warm.

Wie nahe stehen Sie Jan Bühlmann?
Wir verstehen uns sehr gut, sonst wäre er sicher nicht bei der Expedition dabei. Wir sehen uns auch sonst oft an Anlässen. Uns verbindet sicher, dass er die gleichen Erfahrungen macht, wie ich vor einem Jahr.

SI online sprach auch mit dem amtierenden Mister Schweiz: Jan Bühlmann verriet, wieso er es vielleicht nicht bis zum Gipfel schafft und warum er unbedingt Blasenpflaster in den Rucksack packen muss.

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