Überfliegerin Lara Gut erklärt ihr Netzwerk Das sind ihre wichtigsten Vertrauenspersonen

Am Wochenende gehörte Lara Gut zu den grossen Gewinnern. In der Abfahrt und der Super-Kombi in Val d'Isère fuhr sie jeweils auf den ersten Rang, im Riesenslalom in Courchevel landete sie auf dem zweiten Platz - und konnte somit die Gesamtweltcupführung übernehmen. Auf wen sich die Skirennfahrerin auf und neben der Piste verlässt, hat sie «SI Sport» verraten.
Lara Gut (Instagram, Facebook) Ski 2015 Val d'Isere erster Platz
© Keystone

Erfolgreiches Wochenende für Lara Gut: Gleich dreimal stand sie in Frankreich auf dem Podest.

FAMILIE
Vater Pauli: «Mein Dad ist der Headcoach des Teams. Er hat ein Mandat bei Swiss-Ski, ist aber nur für mich zuständig. Er ist immer dabei und der Wichtigste auf dem Berg, weil er mich am besten kennt», so Lara Gut, 24, in der «SI Sport» Nr. 6 vom 30. Oktober. Sie empfinde es als grosses Glück, dass sie und ihr Vater so eng zusammenarbeiten würden. «Auf der Piste gibt es ab und zu Momente, in denen ich mehr den Vater als den Trainer in ihm brauche. Etwa wenns nicht gut läuft - oder zu gut. Er kann das, beides sein und es trennen.»
Mutter Gabriella: «Dank ihr hält die ganze Familie zusammen. Sie hält sich im Hintergrund und unterstützt mich von zu Hause aus. Sie macht die Administration des Teams, behält die Kontrolle. Dass die Rechnungen bezahlt werden etwa.» Gabriella ist zwar in erster Linie Laras Mutter, sie fungiert aber auch als ihre persönliche Assistentin. Besonders dankbar ist die Skirennfahrerin, dass ihre Mama ihr das Leben als Skirennfahrerin erlaubt. Schliesslich sei ihr Papa öfter mit ihr unterwegs, als Zeit mit seiner Frau zu verbringen.
Bruder Ian: Mit ihm teilt Gut dieselbe Leidenschaft. Auch der 20-Jährige fährt professionell Ski. «Er gibt mir Energie, ich ihm Erfahrung.» Wichtig ist ihr, dass ihr jüngerer Bruder seinen eigenen Weg gehen kann. Während sie mit ihrem eigenen Team reist, trainiert Ian eher mit der Schweizer Mannschaft - trotzdem sei sie immer für ihn da, wenn er etwas brauche. «Er ist ein Künstler. Ist gut in allem, was er macht, kanns einfach von Natur aus. Ich arbeite eher hart.»


TRAINER
Patrice Morisod: «Wir haben schon zusammen gearbeitet, als er Trainer der Schweizer Männer war. Ich habe ihn immer geschätzt, finde ihn einen coolen Typen und einen super Trainer. Didier Cuche hat uns dann im Frühling den letzten Schubs gegeben. Patrice bringt seine Erfahrung und trägt zur technischen Entwicklung bei.»
Daniel Albrecht: Mit dem ehemaligen Ski-Profi verstand sich Gut schon immer gut. Er habe ihr schon früher oft Tipps gegeben, als sie dieselbe Skimarke fuhren. Heute steht er mit der 24-Jährigen auf der Piste. «Im Mai und Juli war er mit uns auf Schnee, wir haben Slalom und Riesenslalom trainiert, viel an der Technik gearbeitet. Ich habe ihm versucht zu erklären, was ich suche, brauche. Zum Beispiel meinen Vorschwung im Riesenslalom. Und er brachte neue Inputs, das ist cool. Ihn kann ich anrufen, wenn ich ein Problem habe.»

KONDITIONSTRAINER & THERAPEUTEN
Patrick Flaction: «Patrick ist seit Beginn als Konditionstrainer dabei. Mit meinem Vater zusammen lehrte er mich zu spüren, was ich brauche. Sie wollten, dass ich verstehe, weshalb wir etwas tun.» Dank ihm spüre sie nun viel schneller, wie viel sie vertrage und wann sie müde werde.
Giovanni Bandini: Seit sich Lara im September 2009 bei einem schweren Sturz verletzte, verschiebt sich ihr Becken. «Seit da arbeiten mein Osteopath und der ‹Tecnico di posturometria› Giovanni Bandini eng zusammen und kontrollieren und korrigieren meine Haltung.» Heute fährt sie mit einem Bite, einem Zahnschutz. «Dieses hilft mir, meinen Körper in die richtige Haltung zu bringen.»

MATERIAL
Didier Cuche: «Wir hatten schon letztes Jahr die Idee, mit Didier zu arbeiten. Von seiner Erfahrung zu profitieren. Als ich zu Head wechselte, ist es noch einfacher geworden, da er dort ein Mandat hat. Wir arbeiten vor allem beim Material zusammen.» Sie habe den Ski-Star schon immer bewundert - vor allem wegen seines Willens. «Er hat immer gekämpft. Das Bild in meinem Kopf ist vom Super-G in Val d’Isère: ein Meisterstück. Die Kurven waren der Hammer. Er konnte Linien fahren, die andere nicht konnten.»

FREUNDE
Anna Fenninger, Vicky Rebensburg und Ilka Stuhec:
«Anna ist wirklich eine meiner engsten Freundinnen, aber auch Vicky oder Ilka sind mir sehr nahe. Wir vier sind gemeinsam gewachsen im Weltcup. Seit wir 15 Jahre alt sind, sind wir es gewohnt, dass jede eine Startnummer trägt. Mal bin ich vorne, mal eine andere, das Leben geht weiter. Wir sind Profi genug, das zu trennen.» Neben ihren Skikolleginnen ist Gut eine Person besonders wichtig. Ihre beste Freundin aus der Schulzeit. Sie würden sich sehr nahe stehen - auch wenn sie sich aufgrund von Laras Karriere teilweise monatelang nicht sehen können.

Lara Guts Zitate stammen aus der «SI Sport» Nr. 6 vom 30. Oktober. Dort - oder auf Ihrem iPad oder im eReader - finden Sie den ganzen Artikel zu ihrem Netzwerk.

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