«Ich habe elf Schweizer gesehen» Lara Gut verteidigt ihren Valon gegen fiesen Rassismus

Die Schweizer Nati hat gestern Freitag gegen Serbien 2:1 gewonnen. Ein emotionsgeladenes Spiel — sind doch viele Spieler Doppelbürger mit Wurzeln auf dem Balkan. Grund genug für fiese Kommentare in den sozialen Medien. Behrami-Freundin Lara Gut lässt das nicht auf ihrem Valon sitzen.
Lara Gut Valon Behrami WM 2018 SChweizer Nati
© Keystone

Lara Gut unterstützt ihren Valon gemeinsam mit der Familie Behrami an der WM 2018 in Russland

Der Jubel gestern Freitag war riesig. Im Stadion, auf den Rängen, in der Schweiz. Die Schweizer Nati schlägt Serbien 2:1 und braucht damit nur noch ein Unentschieden gegen Costa Rica für den Einzug ins Achtelfinale der Fussball-WM 2018.

Hierzulande feierten die Schweizer Fans ihre Spieler. Doch nicht alle. Wie so oft nach Erfolgen unken einige wegen der Vielfalt in der Schweizer Nationalmannschaft. Acht Spieler sind nicht in der Schweiz zu Welt gekommen. 

Bildergalerie: Das ist die Schweizer Nati


 

«Dank Albanern zum Sieg»

Embolo, 21, Moubandje, 27, und Mvogo, 24, sind in Kamerun geboren, Djourou, 31, in der Elfenbeinküste, Gelson, 31, auf den Kapverden, Behrami, 33, und Shaqiri, 26, im Kosovo, Dzemaili, 32, in Mazedonien. 

So auch ein Fan, der seinen Frust über die vielfältige Nati auf Valon Behramis Instagram-Account ausliess. Auf den Jubel-Post nach dem Spiel kommentierte er: «Dank Albanern gewinnt die Schweiz.» 

Xhaka Shakiri behrami schweizer Nati sieg
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Lara Gut macht einen Kritiker der Schweizer Nati mundtot.

Das konnte Behramis Freundin Lara Gut, 27, nicht auf ihrem Liebsten und der Schweizer Nati sitzen lassen. Sie verteidigte ihn umgehend. Der sonst eher zurückhaltende Ski-Star konterte: «Ach, echt? Ich habe elf Schweizer auf dem Feld gesehen.» Und schon war die Diskussion beendet.

Doppeladler zum Torjubel

Die Tore von Granit Xhaka, 24, und Xherdan Shaqiri sorgten aber auch für rote Köpfe. Viel mehr ihr Torjubel. Die beiden feierten ihren Triumph jeweils mit dem Doppeladler, einer provokativen Geste an die Adresse Serbiens. 

Xhaka Shakiri behrami schweizer Nati sieg
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Der Doppeladler, ein albanisches Jubelzeichen, kann als Provokation an Serbien verstanden werden. Serbien anerkennt die Unabhängigkeit Kosovos nicht.

Auch Ex-Bachelorette Eli Simic, 29, gebürtige Serbin, fühlte sich vom Jubel der Torschützen gestört, sogar so sehr, dass sie Xhaka und Shaqiri am liebsten den Schweizer Pass abnehmen würde. Und auch SRF-Kommentator Sascha Rufer kann während dem Match nicht an sich halten: «Das ist pure Provokation», findet der 46-Jährige.

Xhaka Shakiri behrami schweizer Nati sieg
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Granit Xhaka begründete seinen Jubel unpolitisch«Der Doppeladler war keine Mitteilung an den Gegner, der war mir scheissegal. Es war ein Gruss an die Leute in der Heimat meiner Eltern. Das waren Emotionen pur, es war keine bewusste Reaktion.»

 
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