Zurück in die Zukunft Luca Hänni wieder am Anfang seiner Karriere

Da, wo für ihn alles begann, wagt Musiker Luca Hänni den nächsten Schritt seiner Karriere: In Köln steht er für die Tanzshow «Dance Dance Dance» vor der TV-Kamera. 
Luca Hänni 2017
© Adrian Bretscher

«DSDS»-Star Luca Hänni steht für die Tanzshow «Dance Dance Dance» erneut vor die Kamera.

«Der Superstar 2012 heisst ... Luca Hänni!» Fünf Jahre ist es her, seit für den damals 17-Jährigen das Unglaubliche real wurde:  Der Maurerlehrling aus Uetendorf BE gewann die beliebte Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» des deutschen TV-Senders RTL.

Was danach geschah, ist fast noch unglaublicher: Der smarte Sänger landete nämlich nicht, wie manch anderer Castingstar, in der Versenkung, sondern in den Hitparaden und auf den Bühnen, umjubelt von Tausenden «Fännis», wie seine Fans sich nennen.

«Wo wäre ich ohne DSDS, ohne diesen Ort? Immer noch auf dem Bau?»

Jetzt, 2017, schlendert Luca Hänni, 22, erneut durch die RTL-Studios in Köln-Ossendorf. Er betritt seine grosszügige Garderobe, wirft die Sporttasche in die Ecke und lässt sich aufs Sofa plumpsen. «Wahnsinn», sagt er lachend. Mehr als an irgendeinem anderen Ort auf der Welt stellt sich Luca Hänni hier immer wieder mal die Frage: «Wo wäre ich ohne DSDS, ohne diesen Ort? Immer noch auf dem Bau? Oder hätte ich auch ohne Castingshow Erfolg mit meiner Musik gehabt?» Wer weiss.

Vom Sänger zum Tänzer?

Zurück nach Köln haben den «Superstar» aber keine sentimentalen Erinnerungen gelockt, sondern eine TV-Show. Ab dem 8. September kämpft er gemeinsam mit Prince Damien, DSDS-Sieger von 2016, um den Sieg bei «Dance Dance Dance».

Sieben Teams tanzen Choreografien aus berühmten Video-Clips nach. Zu Lucas und Prince’ Konkurrenten gehören zum Beispiel die Schauspieler Christine Neubauer und Gedeon Burkhard oder die Girlgroup-Sängerinnen Sandy Mölling («No Angels») und Bahar Kizil («Monrose»).

In der Jury sitzt unter anderem DJ Bobo. «Wir reden zwar ab und zu auch während der Show Schweizerdeutsch miteinander, aber ich glaube nicht, dass er mich deswegen besser beurteilt», meint Luca lachend.

Luca Hänni mit DJ Bobo
© Adrian Bretscher

Verstehen sich gut, und zwar nicht nur, weil beide Schweizerdeutsch reden. Luca und Juror DJ Bobo.

Tanzen sei vorher so gar nicht Seins gewesen, sagt der Sänger. «Ich hample auf der Bühne chli hin und her, weit weg von irgendeiner Choreografie!» Weil ein bisschen Koordination bei Auftritten nicht schaden könne, habe er die Herausforderung angenommen.

«Ich spüre Muskeln, von denen ich nicht mal wusste, dass ich sie habe!»

Zuerst gings intensiv ins Fitnessstudio. Dann trainierte Luca Choreografien, erst allein in Bern, danach gemeinsam mit Prince in München. Seit in Köln die Dreharbeiten losgegangen sind, tanzt er gut sieben Stunden pro Tag. Da tut nicht selten abends der ganze Körper weh. «Ich spüre Muskeln, von denen ich nicht mal wusste, dass ich sie habe!»

Die Fännis dürfen nicht hungern

Zwar liegt ab und zu auch ein Feierabendbier mit den Konkurrenten drin. Aber ziemlich oft fällt Luca direkt ins Bett in seinem Appartement im Hotel Savoy. Vor dem Einschlafen Pflicht: Das «Füttern» seiner Social-Media-Kanäle. Über Instagram & Co. hält Luca seine «Fännis» täglich auf dem Laufenden darüber, was so passiert in seinem Leben.

Luca Hänni 2017
© Adrian Bretscher

Eine Wohnung im Kölner «Savoy» ist derzeit Lucas Zuhause. Mit Freundin Tamara telefoniert er täglich.

Und ein kurzes Telefongespräch mit Freundin Tamara, 24, muss auch sein. Seit sieben Jahren sind die beiden ein Paar, haben Höhen, Tiefen und auch mal eine grössere Krise gemeistert. Dass Luca derzeit mehr in Köln ist als in der gemeinsamen Wohnung in Bern, ist für Tamara kein Problem.

«Das gehört zu meinem Job», sagt Hänni. «Ich kann ja auch nicht von ihr verlangen, dass sie nicht mehr zur Arbeit geht.» 

Luca Hänni mit Freundin Tamara
© Adrian Bretscher

Mit seiner Jugendliebe teilt sich Luca in Bern eine Wohnung. Sie besucht ihn ab und zu in Köln.

Das Showbizz im Blut

Apropos Arbeit: Seinen «richtigen» Job verliert Luca trotz Tanzshow nicht aus den Augen. So komponiert er auch in seinem Kölner Appartement an Keyboard und Computer Musik – etwa für Filme oder Werbung. Ein neues Album erscheint nächstes Jahr, neue Musik gibts aber bereits im Oktober.

Dann läuft auch der Familienbetrieb wieder auf Hochtouren: Mutter und Stiefvater sind verantwortlich fürs Merchandising, Stiefbruder Cyril ist Lucas Manager. «Letzthin war er mal in den Ferien, da musste ich alles selbst machen, Flüge buchen und so ... Ich bin froh, ist er wieder da!» 

Nicht zuletzt dank der Nähe zu seiner Familie ist Luca Hänni der geblieben, der er schon vor fünf Jahren war: ein bodenständiger Berner, immer mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen. Und vor allem: nahbar.

Vor dem «Savoy» stehen täglich Fans, halten dem beliebten Sänger Berge von Autogrammkarten zum Unterschreiben hin, bitten um Fotos. Luca erfüllt geduldig jeden Wunsch, hält einen kleinen Schwatz, fragt, woher man kommt und wies einem geht. Ein Showbizz-Profi durch und durch. Mit gerade mal 22 Jahren.

Noch kein Ziel in Sicht

Am Ziel angekommen sei er noch lange nicht, sagt Luca. «Ich habe mich und meine Musik weiterentwickelt. Aber da liegt definitiv noch mehr drin.» Sein letztes Album hat er in den USA produziert, das neue entsteht nun wieder im heimischen Studio im Bernbiet. «Im Moment passt das so.»

Genau wie die Rückkehr nach Köln. Wie gross ist sein Ehrgeiz bei «Dance Dance Dance»? «Ich möchte natürlich so weit wie möglich kommen», sagt Luca diplomatisch. Will heissen: Natürlich will er gewinnen. Und was könnte es für ein besseres Omen für Lucas Zukunft geben, als am Ort seines grössten Sieges erneut zu triumphieren?

Luca Hänni 2017 Dance Dance Dance
© Adrian Bretscher

Hartes Training Gut sieben Stunden pro Tag büffelt Luca Hänni im Tanzstudio Choreografien.

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