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«Das war eine andere Emotion als sonst»

Luca Hänni beschert ganz besondere Weihnachten

Im Haus Morgenstern geht die Post ab. Luca Hänni, der Berner Popstar, ist da. Die Bewohner des Heims nehmen ihm begeistert das Mikro aus der Hand.

Luca Hänni tritt in der Stiftung Morgenstern auf
Mittendrin: 
In der Stiftung Haus Morgenstern in Widen AG überlässt Luca Hänni seinem Fan Alessandro Suppa, 34, die Bühne.  Joseph Khakshouri

Bevor er überhaupt da ist, rufen sie schon «Luca!», «Luca!», wollen «Musik!», jemand verlangt sogar nach «Baschi!». Fast hundert Junge 
und Alte warten an diesem Mor
gen im Gemeinschaftssaal der Stiftung Haus Morgenstern auf den Mann mit Gitarre. Doch 
zwischen Bern und Widen AG stockt der Verkehr, Luca Hänni 
hat Verspätung. Im Gemeinschaftsraum steigt die Stimmung. «Luca! Hänni!» 

Dann – endlich – kommt er zur Tür rein. Luca Hänni, 24, Sänger, Songwriter, «Deutschland sucht den Superstar»-Gewinner, «dä Luca!». Strahlend steht er da, in der Mitte des Stuhlkreises: «Wollt ihr ein wenig Musik hören?» 
Die Töne seiner Gitarre gehen im Jubel unter. 

Hänni beginnt seinen Song «Wonderful», unterbricht aber schon nach der zweiten Strophe, fragt: «Möchtet ihr mitsingen?» Aus dem Konzert wird eine Jamsession mit den Bewohnern des Hauses Morgenstern. 

Joseph Khakshouri

Im Duett: 
Alexandra Burri, 46, 
ergreift die Chance und 
lässt sich beim Singen 
von Luca Hänni begleiten.

Hier wohnen gut sechzig erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung. Bei manchen kommt eine körperliche Beeinträchtigung dazu. Taktsicher übernehmen sie den Rhythmus, den Hänni auf seiner Gitarre klopft. Spontan gehen einige sogar in die Mitte des Kreises. Den Anfang macht Alexandra Burri, 46.

Mit der Gitarre improvisiert Luca Hänni eine Begleitung zu 
ihrem Lied und überlässt ihr den Platz am Mikrofon. «Hei, ist das ein Fest mit euch!»

«Klatscht alle mit!»

Die nächste mutige Sängerin stimmt einen Song an, bei dem 
es um «sieben kleine Schäflein» geht. Den Refrain verbindet Hänni mit einem «Oh oh»-Sprechgesang für den Rest des Publikums. «Klatscht alle mit!» 

Luca Hänni tritt in der Stiftung Morgenstern auf
Trio Grande: Mit Sandra Gumann, 20, und Reynaldo von Büren, 38, singt Luca Hänni zum Schluss «Stille Nacht, heilige Nacht». Joseph Khakshouri

Zum Abschluss singt der ganze Saal «Stille Nacht, heilige Nacht». Dann bildet sich eine lange Schlange vor dem Autogrammtisch von Luca Hänni. Er wirkt aufgekratzt. «Es het gfägt! Ich wusste ja vorher nicht, ob 
sie es cool finden werden, aber sie haben sich gefreut und su
per mitgemacht!»

Ein Selfie mit dem Sänger

Ein junger Mann will wissen, ob Hänni ein Poster mitgebracht hat. Betreuer stehen an und möchten ein Selfie mit ihm machen. Eine Frau bedankt sich herzlich – «es war super, Luca!»

Joseph Khakshouri

«Freut mich!» 
Daniela Mehmann, 41, holt sich beim Sänger ein Autogramm und einen Händedruck ab.

Nach dem Ansturm kann Hänni kurz verschnaufen. «Das war eine andere Emotion als bei meinen sonstigen Konzerten», sagt er. «Die strahlenden Gesichter zu sehen, war so schön. Das 
hat mir viel gegeben.» Aufgetankt macht sich Hänni auf den Rückweg. Bevor er geht, ruft ihm seine Duett-Partnerin Alexandra Burri noch hinterher: «Chunsch wieder mal, gäll?» 

Von Lynn Scheurer am 24. Dezember 2018