Der berühmteste Männerchor der Schweiz Diese Heimweh-Stimmen gehen unter die Haut!

Mit dem Hit «Rosmarie» wurden sie berühmt! Nun stürmt der Männerchor Heimweh mit dem neuen Album «Blueme» die Hitparade. Wir haben 3 der 13 Sänger zuhause besucht – sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Vom Naturjodler über den Rocker bis zum Tenor im Anzug.
Männerchor
© Geri Born

3 von 13: Naturjodler Bernhard Betschart, Rocker Ralph Güntlisberger und Tenor Ricardo Sanz (v.l.).

Ralph Güntlisberger: Rocker-Daddy Cool 

Zuerst sei es schon komisch gewesen, dass ihr Papi plötzlich einen auf volkstümlich mache, sagt Déborah, 24, lachend. «Aber als ich ihn erstmals auf Schweizerdeutsch singen hörte, hatte ich echt Hühnerhaut!» Deborahs Vater Ralph Güntlisberger rockte sich in der ersten Staffel von «The Voice of Switzerland» bis in die «Battles». Seine grössten Fans: die Töchter Talisa, 27, Sarah, 26, und Déborah.

Der Tod der Mutter von Talisa und Sarah, als diese ganz klein waren, hat Ralph und seine Mädchen zusammengeschweisst. Er und Déborahs Mutter trennten sich, als die Jüngste neun war. Talisa und Sarah wuchsen fortan beim Papi auf. «Er hat Mutter- und Vaterrolle vollkommen ausgefüllt», sagt Talisa. «Ich kann mir kein besseres Vorbild vorstellen.»

Ralph ist der jüngste Neuzugang bei Heimweh. Er war im Frühjahr dieses Jahres bei Hitmill, dem Aufnahmestudio des Chors, um seine Stimme einem Werbespot zu leihen. Vor Ort wurde er  gebeten, Probe zu singen – und kurz darauf erfolgte das Angebot, bei Heimweh mitzumachen. «Ich musste nicht lange überlegen», sagt Ralph. «Ich halte nichts von stilistischen Schubladen. Ich lebe Musik!» 

 
Ralph Güntlisberger
© Geri Born
Diese Familie rockt! Ralph mit den Töchtern Déborah (l.) und Talisa in seiner Bar Ralph’s Place in Niederwil SO.
 

Ricardo Sanz: Der Heimweh-Spanier  

«Er ist der geborene Künstler», sagt Eduardo Sanz, 41, über seinen Bruder. Dabei hat Ricardo das Kinderschlagzeug, das er mit drei Jahren von seinen Grosseltern geschenkt bekam, erst mal zerlegt. Musikalisch ernst wurde es erst, als Ricardo mit 15 anfing, als George-Michael-Imitator aufzutreten.

Ricardo Sanz sang sich in der ersten Staffel von «The Voice of Switzerland» bis unter die besten fünf. Wobei er sich musikalisch nicht festlegte – von Klassik über Pop bis Funk war alles dabei. So hält es der ehemalige Background-Sänger von Bligg und DJ Bobo auch als Musikproduzent: «Pop, Rock, Klassik, Jazz – Musik ist Musik. Mir ist vor allem wichtig, jungen Talenten eine Chance zu geben.»

Das passt zu Heimweh wie die Faust aufs Auge. «Die Songs gehen unter die Haut», sagt der Sohn spanischer Eltern. «Ich kann mich damit identifizieren, auch wenn ich vorher noch nie in Mundart gesungen habe.» Seiner Familie gefällt es ebenfalls. Wenn Heimweh einen TV-Auftritt hat, sitzt Eduardo mit den Kindern Sofia, 6 Monate, und Alejandro, 5, vor dem Bildschirm. Ricardo hat seinem Göttibuben Alejandro ein Kinderpiano geschenkt: «Bis jetzt lebt es noch!»

Ricardo Sanz
© Geri Born
Tolles Team: Eduardo Sanz (l.) ist stolz auf seinen grossen Bruder Ricardo.

Bernhard Betschart: Natur-Juuzer mit Herz

Ja, sie werde öfter auf ihren Götti angesprochen, sagt Raphaela Suter, 20. Zwar hofft das Skitalent, dereinst selbst für Schlagzeilen zu sorgen – bis dahin aber ist sie richtig stolz auf ihren Onkel Bernhard Betschart: «Seine Auftritte mit Heimweh sind Gänsehaut pur.» Auch Bernhard Betschart sang sich in der ersten Staffel von «The Voice of Switzerland» in die «Battles».

Bereits als Kind jodelte er mit seinen Eltern und Geschwistern als Familie Betschart. In der Pubertät wandte er sich dem Hardrock zu – «aber irgendwann kehrst du gern zurück zu deinen musikalischen Wurzeln», sagt der gelernte Strassenbauer. Heute ist er in einer Akustik-Coverband, einer Naturjuuz-Gruppe und einem Ländlerorchester. Bernhards Naturjuuz-Workshops werden im In- und Ausland gebucht.

Als er für Heimweh angefragt wurde, sei er zuerst skeptisch gewesen, gesteht er. «Ich hatte Zweifel, ob das wirklich authentisch ist. Aber bei der ersten Probe war alles klar: Diese Musik hat richtig Herz und Seele. Das ist etwas Grosses!» 

 
Bernhard Betschart
© Geri Born
Ein Herz und eine Seele: Bernhard Betschart mit Nichte und Gottimeitli Raphaela Suter. 
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